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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Diakonie in schwierigen Zeiten
Neue Strukturen dringend erforderlich

Superintendentin Annette Kurschus
01.12.2008 16:52
Die Umgestaltung der Diakonie war auch in dieser Synode wieder Thema, wenngleich auch nur sozusagen als Zwischenschritt. Die greifenden Beschlüsse sollen in der Sommersynode 2009 gefasst werden, aufgrund einer von einem eigenen Arbeitskreis erarbeitenden konkreten und detaillierten Vorlage. Überaus deutlich wurde die Superintendentin in ihrem Bericht im Hinblick auf die Diakonie, die sich nach wie vor in einer Phase des Umbruchs befindet. Der Krankenhausverbund der drei evangelischen Krankenhäuser in Siegen, Freudenberg und Kredenbach mit den beiden Häusern des Siegener Kreisklinikums hätte bis zum Sommer 2008 als eine ausgemachte Sache erschienen. Dann allerdings hätten sich die Pläne zerschlagen aus Gründen, die bis heute schwer nachzuvollziehen seien und auch niemals richtig hätten offengelegt werden können.
Währenddessen sei das Ausmaß des finanziellen Defizits beim Diakonischen Werk in einem bestürzenden Umfang deutlicher geworden. Immobilienveräußerungen an die Holding und andere Maßnahmen hätten sich nicht mehr vermeiden lassen, um weiterhin Gehälter zahlen zu können und den Betrieb am Laufen zu halten. Ob die Immobilienübertragung das Diakonische Werk allerdings tatsächlich aus der Liquiditätskrise zu retten vermöge, bleibe zweifelhaft. Kurschus: „Es ist also wirklich höchste Zeit, um gemeinsam zu überlegen, wie die Strukturen der Diakonie in Zukunft aussehen könnten, damit Insolvenz vermieden, Vertrauen wieder wachsen und die diakonische Arbeit so gestaltet werden kann, dass sie in aller Professionalität und Wirtschaftlichkeit als kirchlich verantwortet und gemeindenah empfunden wird.

Mit großer Mehrheit und ohne kontroverse Diskussion beauftragten die rund 130 anwesenden Synodalen den Kreissynodalvorstand mit der Entwicklung von Diakoniestrukturen, die besonderen Kriterien genügen sollen. Die Kirchengemeinden und der Kirchenkreis sollen ihre Verantwortung als Eigentümerinnen und Eigentümer unmittelbar und umfassend wahrnehmen können. Beide sollen künftig ausreichend an Grundsatzentscheidungen mitwirken. Nicht zuletzt sollen die Strukturen geeignet sein, institutionalisierte diakonische Arbeit unter den sich verändernden finanziellen, politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen langfristig zu sichern. Die Strukturen sollen sowohl den diakonischen Anspruch und professionelle soziale Dienstleistungen vereinen, als auch ein förderliches Miteinander und die Vernetzung von gemeindlicher und übergemeindlicher bzw. institutioneller Diakonie unterstützen. Die Superintendentin soll ihre im Diakoniegesetz festgeschriebene Verantwortung wahrnehmen können. Die Aufgabe des Synodalbeauftragten für Diakone wird ebenso zu beschreiben sein wie die Aufgabe einer „theologischen Geschäftsführung“.
Die Kreissynode geht unter anderem davon aus, dass diakonisches Handeln integraler Bestandteil von Kirche ist, das sich an alle, besonders aber an Benachteiligte und Schwache richtet.
Der Kreissynodalvorstand wurde beauftragt, eine Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Diakoniestrukturen zu berufen, in der auch verantwortliche Personen aus der Diakonie angemessen beteiligt sind. Der Theologische Ausschuss erhielt die Aufgabe, an einer Begriffsklärung „Evangelisches Profil diakonischer Arbeit im Kirchenkreis Siegen“ zu arbeiten.
kp


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