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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Das Evangelische Gymnasium Weidenau erhält Partnerschaftspreis der Stadt Siegen
Nachbarschaftspreis 2008
25.02.2009 10:09
Den Preis für die Pflege gut nachbarschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschen und Ausländern 2008 hat jetzt das Evangelische Gymnasium Weidenau (Evau) vom Integrationsrat der Stadt Siegen verliehen bekommen. Bürgermeister Steffen Mues und die Vorsitzende des Integrationsrates Melike Gecer überreichten den Preis im Rahmen einer Feierstunde im Ratssaal. Sechs Vorschläge für die Verleihung des Preises waren eingegangen. Melike Gecer stellte die einzelnen Nominierungen vor. Den Preis erhielten die Schülerinnen und Schüler des Evau für ihr Engagement gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, vorgeschlagen von Michael Groß. Gecer: „Die Jury war einstimmig davon überzeugt, dass ihr Engagement gegen Rassismus so wichtig ist, dass der „Nachbarschaftspreis“ als Anerkennung und Ansporn für weitere Aktivitäten in dieser Richtung verliehen werden sollte.“

Die Weidenauer Schule hatte unter dem Titel „Flagge zeigen gegen Rechts“ in allen Jahrgangsstufen Aktionen veranstaltet, nachdem an der Schule rechtsextremistische Aufkleber, Schmierereien und die Verwendung des Hitlergrußes aufgefallen waren. Das Evau nahm auch an dem bundesweiten Projekt „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ mit Erfolg teil. Mit der überreichten Urkunde ist das Evau die 124. Schule in Nordrhein-Westfalen, die sich gemäß den Vorgaben der Organisation verpflichtet hat, gegen jede Form von Diskriminierung vorzugehen.
Lara Kopez, Michael Bender, Thomas Naujoks, Christian Baeyens und Schülersprecher Heiko Thimm stellten das Projekt im Ratssaal vor. Kurz vor den Herbstferien fand für die ganze Schule nach langer Vorbreitung ein „Tag gegen Rechts, gegen Rechtsradikalismus und Fremdenfeindlichkeit“ statt. Eine Schülergruppe hatte den Tag mit der Lehrerin Beate Brinkmann über viele Monate hinweg geplant. Gastreferenten, Lehrer und Schüler boten 25 Projekte an. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion mit Lokalpolitikern. Die Folge des Projekts: 81,4% der Schüler, Lehrer und weitere Beschäftigte wollen sich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe der Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden. In der Selbstverpflichtung heißt es: „Wenn an meiner Schule Gewalt, diskriminierende Äußerungen oder Handlungen ausgeübt werden, wende ich mich dagegen und setzte mich dafür ein, dass wir in einer offenen Auseinandersetzung mit diesem Problem gemeinsam Wege finden, zukünftig einander zu achten.“ Die Schule setzt sich gemeinsam dafür ein, dass diese Verbindlichkeiten zur Tradition werden. Schulleiterin Dorothea Woydack sieht die evangelische Schule in der Pflicht und benannte als deren Ziele, sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen, die Grundwerte zu achten, Verantwortung für Schwache zu übernehmen und eine religiöse Sprachfähigkeit in einer globalisierten Gesellschaft zu fördern. Sie dankte dem Integrationsrat für die Preisverleihung.

„Der „Nachbarschaftspreis“ ehrt Aktionen und Projekte“, so Mues, die im direkten Lebensumfeld der Menschen ansetzen und stattfinden. Integration muss insbesondere im Kleinen beginnen. Am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft im Verein, in der Schule – überall begegnen sich Deutsche und Ausländer. Als Jurymitglied hat sich der Bürgermeister der Stadt Siegen im vergangenen Jahr für befangen erklärt, da seine Kinder das Evau besuchen.
Mues: „Gleichwohl hat mich die Entscheidung der Jury sehr gefreut, denn die Schülerinnen und Schüler des Evau sind wirklich sehr aktiv und haben tolle Ideen.“

Nominiert wurde im vergangenen Jahr zudem: Alexander Heinz, der vor zehn Jahren als neunjähriger aus Kasachstan nach Deutschland kam, Schiedsrichter wurde und an der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule zum Team des kriminalpädagogischen Schülerprogramms gehört; der Förderverein für die spanischsprachige katholische Gemeinde Siegen und Umgebung, der gute Integrationsarbeit leistet; die Initiative „Die traditionellen Kochabende der Damen“, wo sich Frauen mit Migrationshintergrund und Deutsche treffen und sich gegenseitig ihre traditionelle Küche vorstellen sowie Natalia Zimmermann, die eine Näh- und Änderungsschneiderei am Heidenberg eröffnet hat und in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen erfolgreich berufliche Qualifizierungsmaßnahmen für Ausländer und Deutsche anbietet.

Musikalisch umrahmt wurde die 18. Preisverleihung von Jonas Sauter, (Querflöte) und Dorothea Homann (Flügel) sowie einem Rap von Mohamed El-Chartouni.

kp
Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Bürgermeister Steffen Mues und die Vorsitzende des Integrationsrates Melike Gecer überreichen des Evau den „Preis für die Pflege gut nachbarschaftlicher Beziehungen zwischen Deutschen und Ausländern“. Er ist für das Evangelische Gymnasium Weidenau ein Ansporn, sich weiter gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit einzusetzen.

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