Bookmark and Share

Kontakt    

Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Der Sonntag ist ein Geschenk Gottes für die Menschen
Demonstration für den freien Sonntag

Kirchen und Gewerkschaften demonstrierten für einen Sonntag
06.03.2009 15:04

Rund 350 Menschen demonstrierten jetzt in der Siegener Oberstadt für einen Sonntag, der frei ist von verkaufsoffenen Geschäften. Aufgerufen zu der Demonstration hatte die Regionale Allianz für den freien Sonntag, ein Zusammenschluss von 18 Organisationen aus Kirchen und Gewerkschaften. Erst kürzlich hatte der Rat der Stadt Siegen mit 33 zu 26 Stimmen acht verkaufsoffene Sonntage im Stadtgebiet beschlossen. Zuviel, wie die Allianz meint. Der Sonntag ist ein Geschenk Gottes für die Menschen und sollte nicht vermarktet werden.
In einer Impulsandacht in der St.- Michael-Kirche machte Pfarrer Wolfgang Winkelmann deutlich, dass der Sonntag ein Geschenk Gottes für die Menschen ist. Winkelmann: „Uns ist der Sonntag heilig.“
Mit Fanfarenklängen voraus und Kerzenlichtern in den Händen zogen die Demonstranten in der Dämmerung von der Kirche zum Rathausplatz in die Oberstadt. Dort erinnerte ein Historienspiel an Kaiser Konstantin, der am 3.3. 321 n. Chr. den „dies solies“ zum Ruhetag der Stadtbevölkerung erklärte. In den verschiedenen Stellungnahmen wurde während der Kundgebung der Sonntag als Ruhetag, als Tag der Familie oder als Tag der Gemeinschaft bezeichnet. Jürgen Weiskirch, Verdi, machte deutlich, dass die Geschäfte über genug Öffnungszeiten verfügten. Vor Ort werde allerdings entschieden, ob Geschäfte an Sonntagen geöffnet würden oder nicht; instrumentalisiert von den Werberingen und Aktionsgemeinschaften.
Patrick Wurmbach bezeichnete die Sonntagsöffnung als eine Sklaverei der Neuzeit.
Für Superintendentin Annette Kurschus ist der Sonntag „eine heilige, herausgehobene, sich von anderen Tagen unterscheidende Zeit, in der ich die Freiheit habe, innezuhalten, auszuruhen, Gemeinschaft zu erfahren, Gottesdienst zu feiern.“
Für sie ist Sonntagsheiligung keine rückwärtsgewandte, nostalgische Sache für Ewiggestrige. Der Sonntag sei ein hohes, kostbares Gut, „das uns unter der Hand, fast unbemerkt, verloren zu gehen droht“. Kurschus: „Wir brauchen Zeit für ein bewusstes Miteinander statt nur gehetztes Nebeneinander. Zeit und Aufmerksamkeit zu haben für Gott und die Menschen um mich herum, letztlich auch für mich selbst – das ist wahrlich ein hohes Gut. Kaufen kann man es nicht. Aber man kann es bewahren.“
Ein kostbares Gut des Sonntags sei die Erkenntnis, dass der Mensch nicht nur das sei, was er schaffe und leiste und aus sich mache.


Im Abschlussgottesdienst in der Nikolaikirche wies Pfarrer Dr. Detlef Metz darauf hin, dass die Christen den Sonntag als Tag der Auferstehung Christi feierten. Es sei ein Tag, der die neue Schöpfung Gottes verkünde. Durch Jesus Christus, so der ev. Theologe, sei neues Leben über den Tod hinaus erworben worden.
Metz: „Im Letzten kann der Mensch sein Leben nicht selbst erwirtschaften und lebt auch nicht aus sich selbst heraus, sondern durch Gottes Anrede und Gottes beziehungsstiftendes Wort.“
kp

Text zum Bild: (Fotos Karlfried Petri)



Ein Licht und Fanfarenzug zog von der St. Michael-Kirche in die Siegener Oberstadt.


Im Rahmen der Kundgebung auf dem Rathausplatz erinnerte ein Historienspiel an Kaiser Konstantin, der am 3. März 321 n.Chr. den „dies solies“ zum Ruhetag der Stadtbevölkerung erklärte.



Der Attendorner Fanfarenzug vor der Nikolaikirche.


zurück zur Übersicht



Archiv:
2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003