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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Abschlussgottesdienst vor dem Reichstagsgebäude in Berlin
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01.06.2003 13:16
Der Kirchentag war ein voller Erfolg – das ist die vorherrschende Meinung der Verantwortlichen und der Teilnehmenden am 1. Ökumenischen Kirchentag, der heute mit dem Abschlussgottesdienst vor dem Reichtagsgebäude endete. Der Ökumenische Kirchentag hat überwältigender Zuspruch gefunden.(Bild: Nacht der Lieder, Freitag Abend am Brandenburger Tor)Über 200.000 Besucher waren nach Berlin gekommen, um unter dem Thema „Ihr sollt ein Segen sein“ die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der christlichen Konfessionen auszuloten.Berlin weckte viele Hoffnungen – ist es doch die Stadt, die wie keine andere symbolisch dafür steht, dass Mauern, die unüberwindlich scheinen, zusammenbrechen und das, was zusammengehört zusammenfindet.Trotz intensiver Diskussionen und gemeinsamer Bemühungen bleiben Enttäuschungen darüber, dass eine Abendmahlgemeinschaft nach wie vor nicht möglich ist. Der Kirchentag hat jedoch auch deutlich gemacht, dass das ermutigende Enttäuschungen sind, die uns Christen in Deutschland eine realistische Basis geben, um Schritt für Schritt weitergehen zu können auf dem Weg der Ökumene.Trotz allem, was die Konfessionen noch trennt, hat der Kirchentag ein intensives Gespür dafür wecken können, dass das, was jetzt schon an Verbindendem vorhanden ist, nicht hoch genug eingeschätzt werden kann: es ist der gemeinsame Glaube, die gemeinsamen Bekenntnisse, die gemeinsamen Gebete, die gemeinsame Aufgaben und der Segen Gottes, der vor verschiedenen Konfessionen nicht halt macht. So hat dieser Ökumenische Kirchentag die Konfessionsmauern nicht einreißen können, er hat sie aber durchsichtiger und durchgängiger werden lassen. „Nicht das uns Trennende ist es, was wir in diese Gesellschaft hineintragen wollen, sondern es ist die uns verbindende frohe Botschaft, die gute Nachricht von unserem Gott, die uns Jesus Christus gebracht hat. - In diesem Glauben wollen wir uns auch fortan gemeinsam für Frieden und Gerechtigkeit, für die Würde jedes Menschen und die Bewahrung der Natur einsetzen – dafür laßt uns beieinander bleiben, dann können wir einander und in der Welt zum Frieden werden.“ Mit diesen Worten schloß das Resümee der beiden Kirchentagspräsidenten, Elisabeth Raiser und Hans Joachim Meyer beim Abschlussgottesdienst. Die Predigt hatten zuvor die höchsten Repräsentanten der evangelischen und katholischen Kirchen, Kardinal Karl Lehmann und Präses Manfred Kock gemeinsam gehalten.Ein gemeinsames Abendmahl gab es am Abschlussgottesdienst nicht, dafür aber eine gemeinsame Segensgeste mit Wasser – eine Geste, die an die Taufe erinnern sollte.Obwohl zu den nächsten Kirchentagen wieder getrennt eingeladen wird (Katholikentag 2004 in Ulm und Evangelischer Kirchentag 2005 in Hannover), ist allen klar, dass dieser ökumenische Kirchentag – so Gott will und wir Leben – nicht der letzte gewesen sein wird.

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