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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Prediger, Seelsorger, Lehrer und Freund
Pfarrer Eberhard Grote in Büschergrund verabschiedet

Pfarrer Eberhard Grote
20.04.2009 15:15
Der große Saal im Ev. Gemeindezentrum in Büschergrund konnte die Menschen nicht fassen, die sich am Sonntagmorgen zur Verabschiedung von Pfarrer Eberhard Grote und seiner Frau Charlotte eingefunden hatten. Vor 25 Jahren erhielt die Gemeinde nicht nur einen neuen Pfarrer, sondern an seiner Seite mit Ehefrau Charlotte auch eine ausgebildete Gemeindepädagogin als Pfarrfrau. Beide haben sich nach Kräften in die Gemeindearbeit eingebracht. Jetzt wurden der beliebte Pfarrer und seine Ehefrau in einem Festgottesdienst verabschiedet und der Pfarrer von seinen Pflichten entbunden.

Er habe mit seinen besonderen Gaben und seiner besonderen Art das Evangelium unter die Leute gebracht, sagte Superintendentin Annette Kurschus. Er hat in Büschergrund Gespräche gesucht, mit dem Presbyterium Verantwortung getragen und Menschen begleitet. Er hat über die Gemeinde hinaus als Senior in der Region des Kirchenkreises Verantwortung getragen und sich beispielsweise in der Notfallseelsorge eingesetzt. Kurschus: „Dein Dienst hat Spuren hinterlassen, unsichtbare in den Köpfen und Herzen der Menschen und auch sichtbare.“ Er wurde wahrgenommen als Prediger, Seelsorger, Lehrer und für manche als persönlicher Freund. Kurschus: „Dein Tun wird Früchte tragen.“ Die Superintendentin entband Pfarrer Eberhard Grote von seinen Pflichten, legte ihm die Hände auf und segnete ihn. Auch in seinem Ruhestand bleibt Grote ordinierter Pfarrer.
Seiner Abschlusspredigt legte Grote das Bibelwort aus 2. Korinther 13, 13 zugrunde: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.“ Der Pfarrer erzählte davon, wie er in seinem Leben durch die Gnade Gottes entdecken und mit gläubigem Herzen annehmen durfte, dass Gott den Gottlosen gerecht spricht. Im Kreuz Christi sei die Vergebung der Schuld begründet. Trost, Vollmacht und Glaubwürdigkeit habe er durch die Gnade Christi haben dürfen. Von der Liebe Gottes habe er oft gepredigt. Grote: „Von Gott geliebt zu sein, schafft eine Würde, die unverlierbar ist. Die Liebe Gottes vermittelt ein herzliches ‚Du bist willkommen‘.“ Diese Liebe grenze nicht aus. Den Gemeindegliedern riet er unter Bezug auf den Heidelberger Katechismus ihre Gaben willig und mit Freuden zum Wohl der anderen zu gebrauchen. Ein solcher Dienst werde von Jesus gesegnet.

1984 hatte sich der damals neue Pfarrer im Gemeindebrief vorgestellt. Und schon damals hat er von seiner Begegnung mit der Gnade Gottes geschrieben: „Weil Jesus da ist und ich Glauben in ihm finden durfte.“, berichtete sein Pfarrkollege Thomas Ijewski, der den Festgottesdienst leitete. Kirchmeister Burkhard Klein beschrieb den scheidenden Pfarrer und seinen Dienst: „Du warst nie nachtragend, hast immer versucht zu verbinden und zusammenzubringen. Ein Hirte bist Du uns gewesen. Über eine 40-Stunden-Woche konntest Du nur müde lächeln. Seelsorglich hast Du den Menschen in Büschergrund und Freudenberg zur Seite gestanden, auch bei den Alten- und Krankenbesuchen. Deine Predigten enthielten gediegenes Evangelium und Hilfe für den Glauben im Alltag. Du lässt einen gut bestellten Acker zurück.“ Seit geraumer Zeit bemüht sich die Kirchengemeinde um einen Erweiterungsbau des Gemeindezentrums. Den kann Grote nun nicht mehr während seiner Amtszeit erleben. Klein: „Wir melden uns bei Dir, wenn es ans Ausschachten geht.“
Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst von den Kindergottesdienstkindern, von einem Projektchor unter der Leitung von Christoph Reifenberger sowie den Kirchenmusikerinnen Sigrun Reifenberg und Claudia Irle.
Nach dem Gottesdienst war die Gemeinde zu einem Mittagessen geladen. Und so manches Grußwort zeigte die herzliche Verbundenheit mit Eberhard Grote und seiner Familie.

Geboren wurde Eberhard Grote 1944 in Minden (Ostwestfalen). Er machte nach Abschluss einer Privaten Handelsschule eine Maschinenschlosserlehre. Anschließend besuchte er die Berufsaufbauschule Minden und erlangte die Hochschulreife am Westfalenkolleg in Bielefeld. Theologie studierte er in Bethel, Basel und Erlangen. Zwischen dem ersten und dem zweiten theologischen Examen verbrachte er das Vikariat in der Ev.-luth. Kirchengemeinde in Minden-Leteln. Während der Zeit seines Hilfsdienstes in der Ev.-luth. Kirchengemeinde Friedewalde (Kirchenkreis Minden) wurde er am 14. März 1976 durch Superintendent Wilke ordiniert. Seine erste Pfarrstelle hatte er von 1976 bis 1984 in der Kirchengemeinde Friedewalde inne. Seit 1984 war er Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Freudenberg. Innerhalb dieser Zeit war er Beauftragter für Polizeiseelsorge, er arbeitete in der Notfallseelsorge mit, war Mitglied des synodalen Kindergartenausschusses und Synodalbeauftragter für Kindergottesdienst. Neben all seinen vielfältigen gemeindlichen und übergemeindlichen Aufgaben hat Eberhard Grote sich immer für Fußball interessiert. Begeistert spielte er im Pfarrer-Fußball-Team „Prädestinatio Siegen“, das drei Mal den Titel bei den westfälischen Pastoren-Fußball-Turnieren geholt hat. Ihren Ruhestand verbringen Eberhard und Charlotte Grote in Müsen.

kp

Text zum Bild: (Foto: Karlfried Petri)
Einen bewegenden Abschied von Pfarrer Eberhard Grote nach 25 Jahren Gemeindedienst erlebten die Büschergründer und Freudenberger im Ev. Gemeindezentrum Büschergrund. Ein Erinnerungsgeschenk erhielt Grote vom Kindergottesdienst.
Vorne rechts im Bild Freudenbergs Bürgermeister Eckhard Günther und Charlotte Grote.

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