Bookmark and Share

Kontakt    

Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Gemeinsam mit Grenzen leben – Woche für das Leben
Fotoausstellung, Information, Musik

Annet van der Voort
24.04.2009 10:59

Die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Kirchenkreises Siegen (EFL) hat gemeinsam mit der Kirchengemeinde Ferndorf, Bezirk Kredenbach, im Rahmen der „Woche für das Leben“ eine kleine Veranstaltungsreihe zusammengestellt, über die Landrat Paul Breuer die Schirmherrschaft übernommen hat. In einem Pressegespräch wurde jetzt die „Woche für das Leben“ vorgestellt.
Superintendentin Annette Kurschus machte deutlich, Leben sei ein Ausdruck für das Evangelium überhaupt. Jesus habe von der Fülle des Lebens gesprochen. Aber auch die Fülle des Lebens bedeute ein Leben mit Grenzen, die mitunter schmerzlich seien.
Der stellvertretende Landrat Jürgen Althaus betonte, dass die Woche für das Leben ein Thema beinhalte, das auch dem Kreis Siegen-Wittgenstein wichtig sei. Das Leben im Landkreis verändere sich. Die Einwohnerzahl nehme ab, die Menschen würden älter und die kulturellen Hintergründe vielfältiger. Althaus benennt das Thema „Leben und Wohnen im Alter“ und die Zukunftsinitiative „Familie hat Zukunft“, die in der Politik des Kreises eine besondere Rolle spielen. Der Kreis Siegen-Wittgenstein habe ein besonderes Interesse daran, das alte Menschen solange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden leben könnten und Familien mit Kindern zu fördern.Der Wert eines Menschen hänge nicht von dessen Gesundheit und Leistungsfähigkeit ab.

Annette Mehlmann, Leiterin der Ehe- Familien- und Lebensberatungsstelle des Kirchenkreises Siegen, und Pfarrer Volker Bäumer stellten die einzelnen Veranstaltungen vor.

Ab Mittwoch, 22. April, bis Donnerstag, 14. Mai, ist in der Beratungsstelle im Haus der Kirche, Burgstraße 23 die Fotoausstellung „OH MY BABY“ zu sehen. Minderjährige Mütter ließen sich für diese Bildserie von Annet van der Voort mit ihren Erstgeborenen fotografieren.
Geboren wurde Annet van der Voort in Emmen/Niederlande.1987-1993 studierte sie visuelle Kommunikation an der Fachhochschule Dortmund mit Abschluss Diplomdesignerin. Seit Ende der 1980er Jahre widmet sich die Fotografin der künstlerischen Fotografie. Sie arbeitet als freie Fotodesignerin und Publizistin in Drensteinfurt.
In den Doppelportraits gelingt es der Fotografin, die besonders zerbrechliche Mutter-Kind-Beziehung festzuhalten. Eine besondere Zielgruppe in der Beratungsarbeit sind junge Mädchen unter 18 Jahren. Die Fotografin erläuterte, wie sie zu der Ausstellungsreihe kam, an der sie zwei Jahre lang gearbeitet hat. Annet van der Voort: „Das Thema habe ich nicht gesucht, es hat mich gefunden. Ich habe versucht, bei den jungen Müttern zwischen 13 und etwa 19 Jahren hinter die vordergründige Maske zu schauen und die Körperbeziehung zwischen Mutter und Kind herauszuarbeiten.“ 15 der 20 Bilder sind in Siegen zu sehen.
Gabriele Wentzek, Beraterin in der EFL, zeigte auf, dass die Mutter-Kind-Beziehung am Anfang des Lebens symbolisch sei für die Fülle und Grenze des Lebens. Die sieben Schwangerschaftsberaterinnen der evangelischen Beratungsstelle würden Jugendlichen helfen, mit den eigenen Sehnsüchten und Wünschen umzugehen.
Die Ausstellung wurde möglich durch Unterstützung des Bezirksverbandes der Siegerländer Frauenhilfe, der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen und dem Förderverein der EFL.
Thematische Führungen und Gesprächsangebote für Gruppen wie Schulklassen und Konfirmanden sind möglich. Anmeldung unter 0271/25028-52.

Über das Thema „Osteoporose – eine (zu) wenig beachtete Knochenerkrankung“ referiert am Montag, 27. April 2009, 20 Uhr, im Haus der Kirche, Burgstraße 21, Raum U1, Dr. med. Jörg-Uwe Schulz, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Der Knochenschwund, die so genannte Osteoporose, ist keineswegs nur Frauensache und auch nicht nur eine Alterserkrankung. Umso wichtiger sind Information und Aufklärung, die dann in Vorbeugemaßnahmen münden kann. Der Vortrag erklärt die Erkrankung, zeigt Möglichkeiten der Prophylaxe und medikamentösen Therapie. Abschließend wird ausreichend Gelegenheit für Fragen und eine angeregte Diskussion geboten.

Ein Literarisch-musikalischer Abend findet am Dienstag, 28. April, 19 Uhr, in der Neurologischen Fachklinik Hilchenbach, Ferndorfstraße 14, statt. Schauspielerin Esther Zellweger liest aus „Älter werden“ von Silvia Bovenschen. Den musikalischen Rahmen gestalten Wiebke Brügmann (Klavier) und Christine Benfer (Blockflöte, Querflöte).

„Mit Begrenzungen leben – Selbsthilfegruppen stellen sich vor“ heißt die Veranstaltung am Mittwoch, 29. April, 14.30 Uhr, im Ev. Gemeindezentrum Kredenbach, Eckertswehr 23. Heike Tönnes (Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen in der EFL des Kirchenkreises Siegen) und Gabi Gaumann (Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen der Diakonie Südwestfalen gGmbH) stellen ihre Arbeit vor und Selbsthilfegruppen aus der Region erzählen aus der Praxis.

Die Woche für das Leben ist eine Initiative des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz. Das Jahresmotto für 2009 lautet: „Gemeinsam mit Grenzen leben“.
kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)

Eine beeindruckende Fotoausstellung ist im Rahmen der Woche für das Leben in der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle im Haus der Kirche in Siegen zu sehen.Im Bild von rechts: Stellv. Landrat Jürgen Althaus, Annet van der Voort, Gabriele Wentzek, Annette Mehlmann und Annette Kurschus.

Mit großer Sensibilität fotografierte Annet van der Voort die jungen Mütter mit ihren Kindern.


zurück zur Übersicht



Archiv:
2017 | 2016 | 2015 | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 2009 | 2008 | 2007 | 2006 | 2005 | 2004 | 2003