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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Trotz alledem – Gott selbst sammelt, schützt, erhält und sendet seine Kirche
Fröhlicher Kreiskirchentag am Unteren Schloss in Siegen

Johannes Calvin, alias Frank Hippenstiel, im Gespräch mit Moderatorin Anne Kampf
22.06.2009 14:17

„Der Kreiskirchentag hat dem Kirchenkreis und den Kirchengemeinden gut getan“, so eine erste Reaktion der Superintendentin Annette Kurschus zum Kreiskirchentag in Siegen am Samstag, 20. Juni am Unteren Schloss in Siegen. Die Kirche war einen ganzen Tag lang mitten in der Stadt und mitten unter den Menschen.
Bereits 700 Menschen hatten sich zum Eröffnungsgottesdienst eingefunden und im Laufe des Tages sollten es noch viel, viel mehr werden, die den Kreiskirchentag besuchten. „Wenn man die Nachrichten einschaltet, so Superintendentin Kurschus in ihrer Predigt zu Versen aus dem Psalm 73, „dann kann der Eindruck entstehen, dass es nicht gut ausgeht mit unserer Erde, unserem Land, mit unserer Kirche und auch nicht mit mir selbst. Trotz alledem feiern wir heute den Kreiskirchentag. Wir sind hier, weil wir die feste Verheißung haben, dass es gut ausgeht.“ Dies habe Gott in seinem ewigen Ratschluss so beschlossen. „Wir sollen, was immer geschieht, festbleiben in dem Glauben, dass Gott, der uns einmal seine Liebe zugewandt hat, niemals aufhören wird, für uns zu sorgen“, zitierte die Theologin Johannes Calvin. Das Erkennen, dass Gott mich halte, mich leite und am Ende mit Ehren annehme, sei im wahrsten Sinne des Wortes unglaublich. Zögernd nur, leise, zart und staunend breche sich dieses Erkennen Bahn. Kurschus: „In dieser Erkenntnis liegt das Glück, dass wir im liebenden Blick Gottes viel besser aufgehoben sind als in unseren eigenen Augen; viel besser auch als im prüfenden Urteil der Menschen um uns herum. Jesus ist den Menschen mit diesem göttlichen Blick begegnet.“ Dies gelte auch denen, die sich vollkommen verrannt haben im Leben und die sich nichts mehr für sich ausrechneten. Kurschus: „Es wird nicht irgendwann Schluss mit der Kirche sein – sondern er, der Herr der Kirche, wird uns sammeln, schützen, erhalten und senden. Mitten hinein in die Welt.“Musikalisch gestaltet wurde der Eröffnungsgottesdienst von einigen Jungbläsern aus den Posaunenchören des CVJM unter der Leitung von Christopher Weidt sowie von Jan Vering (Gesang) und Hartmut Sperl (Piano). Ein besonderes Highlight war Ps. 73, den die Profi-Rapperin Natascha Zowierucha vortrug.

Predigt Eröffnungsgottesdienst: Hier

Einführungsvortrag Eröffnung Calvin-Ausstellung: Hier

Durch das 13 Stunden-Programm führte professionell-informativ und humorvoll-unterhaltend die Radiomoderatorin Anne Kampf. So mancher Gast durfte ihr auf der Bühne Rede und Antwort stehen. Prominentester Interviewpartner war Johannes Calvin, alias Pfr. Frank Hippenstiel, der am 10. Juli 2009 500 Jahre alt geworden wäre. Die Kirchentagsbesucher erfuhren einiges aus dem Leben des wichtigen Reformators, dem nicht seine Person, sondern der Eifer um die Ehre Gottes wichtig war. „Calvin“: Kümmern sie sich lieber darum, dass Gottes Wort unter den Menschen recht verkündigt wird! Das ist wichtiger als meine Person.“

Ruhig wurde es auf dem Schlosshof, als an vielen Orten ringsum Bibelarbeiten und Workshops stattfanden.
Wechselhaft war das Wetter. Zweimal zogen dunkle Wolken auf und es begann zu regnen. Doch den Regenschauern gelang es nicht, die Menschen vom Schlosshof zu vertreiben. Sie suchten Unterschlupf in den vielen Zelten und Ständen kamen zeitgleich mit der Sonne wieder auf den Platz. Dann herrschte auch an den 30 Ständen rund um den Schlosshof wieder ein reges Treiben. Pfr. Rainer Klein, Neunkirchen: „Es war eine schöne Gemeinschaft auf dem Platz. Es wurde viel miteinander gesprochen. Es war schön, den Kontakt zu den Nachbarständen zu haben und ins Gespräch zu kommen. Das hat die Gemeinschaft untereinander gestärkt.“
Den ganzen Tag über ließen viele Bands und Chöre erahnen, welch einen kirchenmusikalischen Reichtum das Siegerland hat. Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Ein Höhepunkt des Tages war das Abend-Konzert mit Dieter Falk und Band. Etwa 1.000 Menschen fanden sich auf dem Schlossplatz ein, um die modernen Rhythmen alter geistlicher Lieder, aber auch altbekannter Volksmusik in modernem musikalischem Gewand zu lauschen. In ganz neuen Tönen erklang beispielsweise das alte Paul-Gerhardt-Lied „Befiehl du deine Wege“. Und auch Dieter Falks Sohn Paul, 12 Jahre alt, sang und spielte sich schnell in die Herzen des Publikums. Einen besonderen Überraschungsgast hatte Dieter Falk mitgebracht: Tom Beck, etlichen bekannt als Schauspieler aus der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“, spielte auf seiner Gitarre und sang die Stücke „ Lonely nights in Georgia“ und „Cowboy“.

Gleichzeitig genossen über 300 Menschen das klassische Konzert in der Nikolaikirche und lauschten den Klängen des Blechbläserensemble pro musica sacra unter der Leitung von Eckehard Pankratz und des Vocalensembles Capella cantabilis, unter der Leitung von KMD Ute Debus. Beide Ensembles hatten Kompositionen eingeübt, die aus der Zeit Johannes Calvins stammen: Choräle, Motetten, Tanzmusik sowie englische und italienische Madrigale. Eine klangprächtige Musik.

Die gewaltige Anstrengung für die beiden Calvin-Aufführungen im Apollo-Theater hatte sich für die Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Gymnasiums sowie Schülern aus anderen Gymnasien gelohnt. Der Theaterpädagoge Heinrich Waegner hatte das Tanz-Theater-Stück geschrieben. Seit einem dreiviertel Jahr wurden die Szenen kräftig diskutiert und geprobt. Kombiniert mit Musik von Johann Sebastian Bach, vorgetragen vom Instrumental-Ensemble und dem Collegium Vocale des Bach-Chores unter der Leitung von KMD Ulrich Stötzel, war eine beeindruckende Aufführung entstanden. Beide Vorstellungen waren fast ausverkauft. Dr. Gerrit Noltensmeier, Mitglied im Rat der EKD, bezeichnete die Aufführung als eine sehr bemerkenswerte Leistung. „Dieses großartige Erlebnis werden die Schülerinnen und Schüler nie vergessen“, meinte ein Besucher des Kreiskirchentages, der die Aufführung tags zuvor schon gesehen hatte.

Raum für feine und leise Töne bot das musikalische Nachtgebet. Beeindruckend die Interpretation von „Der Mond ist aufgegangen“ von Jan Vering, der die Besucher einlud, kräftig mitzusingen. Gänsehautfeeling verursachte die Soulstimme von Judith Ardakwah, begleitet von ihrem Bruder Charles am Flügel, bei „The sweet taste“. Mit dem bekannten Volkslied: „Nehmt Abschied Brüder“ verabschiedeten sich Dieter Falk und Band in Siegen und ein bemerkenswerter Kreiskirchentag ging zu Ende.kp

Text zum Bild: (Fotos Karlfried Petri)

Etwa 700 Besuchern erlebten den Eröffnungsgottesdienst auf dem Schlosshof des Unteren Schlosses in Siegen

Johannes Calvin, alias Pfr. Frank Hippenstiel, stellte sich den Fragen der Moderatorin Anne Kampf

Dieter Falk und Band zeigten, dass alte Choräle und altbekannte Volksmusik auch heute die Menschen noch ansprechen.

Szenen aus dem Leben und Wirken Calvins zeigte die Theaterkiste des Evangelischen Gymnasiums im Apollo-Theater.


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