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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

„Wir lassen Dich gehen, aber nicht gerne“
Pfarrer Christoph Meyer in Eiserfeld verabschiedet

Pfarrer Christoph Meyer
15.07.2009 14:57
In einem Festgottesdienst wurde Pfarrer Christoph Meyer jetzt in der Trinitatiskirche in Eiserfeld von der Kirchengemeinde Eiserfeld verabschiedet und von Superintendentin Annette Kurschus von seinen Amtspflichten entbunden. 17 ½ Jahren hatte er in Eiserfeld die Pfarrstelle inne. Dass er ein beliebter Pfarrer war, davon zeugte die übervolle Trinitatiskirche beim Abschiedsgottesdienst.
Am 8. Dezember 1991 wurde Christoph Meyer in die damals dritte Pfarrstelle der Kirchengemeinde Eiserfeld eingeführt. Zuvor war er Pfarrer in der Kirchengemeinde Ferndorf gewesen.
Die Superintendentin beschrieb Christoph Meyer als einen Pfarrer mit theologischer Leidenschaft und Klarheit, verbunden mit einer leisen Art. Kurschus: „Auf Dich war Verlass. Du hast Akzente gesetzt.“
Nicht nur in seiner Gemeinde hatte der Pfarrer eine Fülle von Aufgaben. Auch im Kirchenkreis und in der Landeskirche brachte er sich ein. Viele Jahre war er Synodalbeauftragter für den Deutschen Ev. Kirchentag. Als Mitglied des Theologischen Ausschusses arbeitete er an den Vorlagen „Ermutigung zum Christsein – Das allgemeine Priestertum der Gläubigen“, „Zur Gemeinschaft von Frauen und Männern in der Kirche“ und an dem Votum „Theologische Grundlage kirchlicher Gestaltung im Kirchenkreis Siegen“ mit. Von 1992 bis 2009 war er Mitglied des Nominierungsausschusses, davon 12 Jahre als Vorsitzender. Immer wieder war er in den Kirchengemeinden auf der Suche nach Menschen und ihren Begabungen, um sie zur Mitarbeit in kirchlichen Gremien zu bewegen.
Fünf Vikare erlebten Christoph Meyer als Mentor und wurden in ihrem Pfarreberuf durch ihn geprägt. Die Zukunft seiner Landeskirche lag im am Herzen. Er war Mitglied der Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen und arbeitete in dem Projekt „Kirche mit Zukunft“ mit.

Im Abschiedsgottesdienst entband die Superintendentin Pfarrer Christoph Meyer von seinen Pflichten, legte ihm die Hände auf und segnete ihn. Auch in seinem Ruhestand bleibt Meyer ordinierter Pfarrer.

Seine Abschiedspredigt hielt Pfr. Meyer über ein Gotteswort, das ihm der damalige Superintendent Ernst Achenbach am 24. März 1963 als Konfirmationsspruch mit auf seinen Lebensweg gab: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Joh.15,5) Aufbrechen und Bleiben gehören zum Glauben, so Meyer. Glaube wandelt sich im Laufe eines Lebens durch die Herausforderungen, vor die er gestellt ist. Er habe lernen müssen, den Menschen in der Solidarität der begnadigten Sünder zu begegnen. Wichtig war ihm, das Bleiben in Christus zu betonen. Meyer: „Wenn die Verbindung zu Christus abgebrochen ist, ist der Glaube am Ende mit seinem Latein.“ „Von Jesus bleiben mehr als nur Erinnerungen und gute Worte. Er selbst bleibt und der Heilige Geist macht sein Wort lebendig.“

Gesellschaftspolitische Entwicklungen ließen ihn nicht unberührt. In den 80er Jahren hat er gegen den Nato-Doppelbeschluss demonstriert – aus christlicher Überzeugung. Dabei war es ihm immer wichtig, zu respektieren, dass aus eben dieser christlichen Überzeugung die Sachlage auch anders bewertet werden kann.

Presbyter Karl-Friedrich Kreutz dankte Christoph Meyer herzlich für die Verkündigung in den vielen Jahren in Eiserfeld. „Die Botschaft von der Gnade Gottes und die Rechtfertigung des Sünders aus Gnaden war dein Anliegen.“ Kreuz: „Wir lassen Dich gehen, aber nicht gerne.“

Eine weitere Verabschiedung fand im Gottesdienst statt. Ursula Schäfer, viele Jahre Leiterin des Kirchenchores Hengsbach, gab ihr Dirigat des Chores auf. Die beiden Kirchenchöre Hengsbach und Trinitatiskirche werden zu einem Chor zusammengeschlossen. Im Gottesdienst sangen sie schon gemeinsam. Mit Freude, Fachkompetenz und Motivation hat Ursula Schäfer den Kirchenchor geleitet. Ein Chormitglied: „Der Abschied fällt uns sehr schwer.“ Musikalisch wurde der Gottesdienst auch von „Rondo da capo“, dem Streicherensemble der Kirchengemeinde, gestaltet.
Nach dem Gottesdienst hatte die Kirchengemeinde zum Empfang im Gemeindehaus geladen.
kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Pfarrer Christoph Meyer wurde in der Trinitatiskirche in Eiserfeld verabschiedet.

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