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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Gut begleitet, damit das Leben gelingt
Neues Ev. Familienzentrum Klafeld bietet vielfältige Familienförderung

Das neue Logo des Ev. Familienzentrums Klafeld
11.09.2009 11:09

Die Unterschrift auf dem Gütesiegel „Familienzentrum NRW“, das Pfr. Frank Boes, Vorsitzender des Kindergartenausschusses der Kirchengemeinde Klafeld, gemeinsam mit den Leiterinnen der sechs Kindertageseinrichtungen jetzt in einem Pressegespräch präsentierte, ist noch frisch und man merkte es ihnen an, dass sie sich freuen, ihr Ziel erreicht zu haben. Das neue Ev. Familienzentrum Klafeld unter der Gesamtleitung von Katrin Osterburg kann nun seine Angebote publik machen.
„Gut begleitet, damit das Leben gelingt“ lautet das Motto der Einrichtung. Ein neuer bunter Flyer informiert über das breit gefächerte Leistungsspektrum. Und das geht weit über die Betreuung von Kindern im Alter von 2 bis 10 Jahren hinaus. Integrative Arbeit, also die gemeinsame Erziehung von Kindern mit und ohne Behinderung gehört ebenso dazu wie Gesundheits- und Bewegungsförderung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt im Miteinander unterschiedlicher Kulturen. Besuchen doch derzeit 284 Kinder aus 18 Ländern die sechs Kindertageseinrichtungen, die gemeinsam als Verbund das Familienzentrum bilden. Interkulturelle Arbeit und Dialog, Migrationshilfe, Sprachförderangebote, Vorbeugung von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten sind Schwerpunkte, die in den Stadtteilen innerhalb der Kirchengemeinde eine besondere Bedeutung haben und das Miteinander von deutschen und ausländischen Kindern bereichern. Dabei haben die Einrichtungen nicht nur die Kinder, sondern auch deren Familien im Blick. Das macht den besonderen Wert eines solchen Familienzentrums aus. Generationsübergreifende Angebote, Familienveranstaltungen und Elterntrainingsprogramme gehören zum festen Programm des Familienzentrums Klafeld. Um dies leisten zu können, stehen qualifizierte Kooperationspartner zur Verfügung. Erste Hilfe am Kind heißt beispielsweise ein Kurs, der in Zusammenarbeit mit dem DRK angeboten wird. Elternabende mit der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle (EFL) des Kirchenkreises Siegen finden regelmäßig statt. Einen eigenen Raum erhält das Familienzentrum im ehemaligen Pfarrhaus neben der Talkirche. Hier findet auch eine offene Beratungsstunde der EFL statt, die ohne vorherige Anmeldung aufgesucht werden kann. An einem Elternnachmittag geht es um Sprachentwicklung für Kinder, die zweisprachig aufwachsen. Und auch Informationen über den christlichen Glauben haben in den Angeboten des evangelischen Familienzentrums ihren festen Platz. So heißt es beispielsweise an einem Elternabend mit Pfr. Dr. Martin Klein: „Kinder, Gott und Glauben, christlich erziehen – geht das?“

Das Ziel des Familienzentrums ist es, vielfältige familienfreundliche Angebote und Unterstützung zu schaffen. Eltern sollen Hilfe und Unterstützung in ihrer Erziehungsarbeit erfahren. Bildung, Beratung, Kinderbetreuung und Familienförderung stehen dabei im Vordergrund.

Dabei nutzt die Einrichtung ihre Stärke, die in der Vielfalt der sechs Kindertagesstätten besteht, die gemeinsam das Familienzentrum bilden: Die Ev. Kindertageseinrichtungen Setzen, Sohlbach-Buchen, Ortsmitte, Hüttental, Schießberg und Wenscht. Osterburg: „Alle Einrichtungen haben ihre unterschiedlichen Schwerpunkte, die permanent weiterentwickelt und miteinander ergänzt werden sollen. Die Angebote stehen jeweils über die eigene Einrichtung hinaus auch Familien der übrigen Einrichtungen zur Verfügung. Kompetenzen werden sinnvoll vernetzt.“ Die Vielfältigkeit der pädagogischen Fachkräfte wie Erzieherinnen, pädagogische Fachwirtinnen, Fachkräfte für Sprachförderung, eine Heilpädagogin, eine Dipl. Sozialpädagogin, eine Tanzpädagogin und eine Kinderpflegerin in den einzelnen Kindertageseinrichtungen sichert eine qualifizierte pädagogische Arbeit auf hohem fachlichem Niveau. Ergänzt werden die eigenen Fachkräfte durch Kooperationspartner wie Kinderärzte, Therapeuten, Beratungsstellen, Vereine, Schulen oder die Regionale Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien.

Im Januar 2008 hatten sich die sechs Klafelder evangelischen Kindertageseinrichtungen gemeinsam mit ihrem Träger, der Ev.-Ref. Kirchengemeinde Klafeld auf den Weg gemacht, um das „Ev. Familienzentrum Klafeld“ zu schaffen. Nach dem formellen Beschluss der Kirchengemeinde wurde das Projekt durch den Jugendhilfeauschuss der Stadt Siegen unter mehreren Bewerbern ausgewählt. Es ist kreisweit die einzige Verbundeinrichtung dieser Größenordnung, die sogar einer Sondergenehmigung bedurfte.

In einer Pilotphase mussten die Einrichtungen das neue Miteinander und die gestiegenen Anforderungen trainieren. Frank Boes hob die gute Beratung und Begleitung der Fachberatung im Referat für Kindertageseinrichtungen des Kirchenkreises Siegen während der Entwicklungszeit hervor. Für zunächst vier Jahre hat das Familienzentrum die Zertifizierung erhalten. Für die Mitarbeitenden eine Motivation, sich der gestiegenen Anforderungen zu stellen. Die sind nicht nur fachlich bedingt, sondern auch finanziell. Osterburg: „Wir mussten gut rechnen im letzten Jahr, um das Projekt finanzieren zu können.“ 12.000 Euro zusätzliche staatliche Förderung erhält ein Familienzentrum pro Jahr. Anders als bei Einzelzentren muss die Summe hier auf sechs Einrichtungen aufgeteilt werden. Die Einrichtungen hoffen auf einen höheren Förderbetrag und darauf, dass durch Synergieeffekte finanzielle Einsparungen erzielt werden können.

kp
Text zum Bild: Foto Karlfried Petri



Sie gestalten verantwortlich das neue Ev. Familienzentrum Klafeld: Eva-Kathrin Berg, Ingrid Drews, Katrin Osterburg, Frank Boes, Ines Löwenthal, Juliane Nies und Ulrike Blechert (von links). Die sechs Kindertageseinrichtungen der ev. Kirchengemeinde Klafeld halten in einem Verbund ein qualifiziertes Beratungsangebot für Kinder und Familien vor.


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