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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Alles was Odem hat, lobe den Herren!
Neue Orgel erklingt in Geisweider Talkirche

Organistin Andrea Stötzel und Orgelbauer Thobias Späth
29.09.2009 14:36

Die neue Orgel erklang jetzt im Festgottesdienst in der Geisweider Talkirche. Das Instrument wurde feierlich in Dienst genommen und die große Festgemeinde konnte sich an dem farbenprächtigen Klang des neuen Instrumentes erfreuen. Im Grußwort an die Gemeinde hatte Superintendentin Annette Kurschus formuliert: „Lassen Sie sich darauf ein, nie gehörte Klänge zu entdecken; legen Sie ihr Herz in den vielstimmigen Gesang der Gemeinde – und Sie werden spüren, wie die Orgel Ihnen dabei hilft, Ihre Freude und Ihren Schmerz, Ihren Dank und Ihre Bitten, Ihren Jubel und Ihre Traurigkeit vor Gott zu bringen.“

Bis zu diesem fröhlichen Tag war es ein langer und beschwerlicher Weg. Über 100 Jahre lang erklang die Geisweider Orgel. 1906 in Dienst gestellt, wurde sie in den 50er und 60er Jahren saniert und umgebaut. Leider unzureichend und unsachgemäß. Man hatte versucht, dem romantischen Instrument ein neobarockes Klangbild mit sehr spitzen und schrillen Tönen aufzuzwingen. Zudem wurde minderwertiges Material verwendet. Kleinere und größere Reparaturen stellten sich ein. Schmerzlich wurde deutlich: Ein Orgelneubau ist erforderlich, eine Sanierung reicht nicht aus. 2004 beschloss der Orgelausschuss der Kirchengemeinde den Neubau. Ganz unumstritten war die Investition nicht. So manche Stimme fragte laut oder leise, ob eine solche Investition in Zeiten der Schließung von Gemeindehäusern zu verantworten sei.

Die Gemeinde begann, für das neue Instrument zu werben und Spenden zu sammeln. Kirchensteuermittel standen nicht zur Verfügung. Es kam im Laufe der Jahre die stolze Summe von rd. 320.000 Euro zusammen. Der Bauauftrag konnte erteilt werden.
In der im Siegerland ansässigen Orgelbauwerkstatt Mebold fand die Kirchengemeinde eine kompetente Firma, die sich des Instrumentes fachkundig annahm.

Das gesamte Innenleben der Orgel wurde neu gebaut. Dazu gehörte der Windladen, der Spieltisch mit seiner komplizierten und sensiblen Technik, die Klaviaturen und ein Teil der Windanlage. Die wenigen historischen Pfeifen, die wieder verwendet wurden, mussten in mühsamer Kleinarbeit aufgearbeitet und durch viele neue Pfeifen ergänzt werden. Das historische Orgelgehäuse wurde in der Kirche restauriert. Nach etwa einem Jahr Bauzeit ist die neue Orgel nun fertig gestellt. Sie ist mit ihren 29 Registern und 1500 Pfeifen eine der größten Orgeln des Siegerlandes. Das wunderbare Instrument bereichert nun mit der Fülle seiner Klangmöglichkeiten die Gottesdienste in der Talkirche und erfreut bei manchem Konzert die Zuhörenden. Ulrich Stötzel: Die neue Orgel hat eine neue Technik und einen Standard wie vor 300 Jahren. Die Mechanik ist unverwüstlich und dürfte die nächsten Jahrhunderte halten.“
Nachmittags gaben das Organistenehepaar KMD Ulrich Stötzel und Andrea Stötzel ein erstes Konzert auf dem neuen Instrument, teilweise vierhändig und vierfüßig. Das farbenprächtige Klangbild und das instrumentale Gotteslob überzeugen vielleicht auch die letzten kritischen Stimmen.
kp

Text zum Bild: (Fotos Karlfried Petri)

Kirchenmusikdirektor und Kreiskantor Ulrich Stötzel erläutert den interessierten Gemeindegliedern die Besonderheiten der neuen Orgel. Die Orgelpfeifen dürfen nur mit Handschuhen angefasst werden, um Beschädigungen zu vermeiden.

Über zwei Etagen erstrecken sich Technik und Orgelpfeifen der neuen Orgel. Die längste Orgelpfeife ist 5,50 Meter hoch.

Andrea Stötzel, Organistin in der Talkirche und Orgelbauer Tobias Späth im Inneren der Königin der Instrumente.

 


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