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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Ev. Kirchengemeinden Kaan-Marienborn und Niederschelden dem Umweltschutz besonders verpflichtet

06.11.2009 13:13
In das EMAS-Register eingetragen sind seit kurzem die Ev. Kirchengemeinden Kaan-Marienborn und Niederschelden. EMAS steht für geprüftes Umweltmanagement nach Richtlinien der europäischen Union und heißt Eco Management and Audit Scheme. EMAS wurde von der Europäischen Union entwickelt und ist ein Gemeinschaftssystem aus Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung für Organisationen, die ihre Umweltleistungen verbessern wollen. Damit haben die Kirchengemeinden Kaan-Marienborn und Niederschelden erfolgreich begonnen. Sie haben sich deshalb der landeskirchlichen Aktion Grüner Hahn angeschlossen, weil ihnen die Bewahrung der Schöpfung am Herzen liegt, auch für die Kinder und Enkelkinder. Sie wollen als Kirchengemeinde mit gutem Beispiel voran gehen. Die Zertifizierungs-Eintragung erfolgte über die zuständige IHK Duisburg.
Mit großem Engagement haben die beiden Kirchengemeinden eine Öko-Bilanz erstellt. Dabei kamen beachtliche Zahlen ans Tageslicht. Der CO2 - Ausstoß der Heizungsanlagen der Kirchengemeinde Niederschelden beispielsweise liegt bei jährlich 94 Tonnen. Damit kann ein Auto fast 450.000 Kilometer zurücklegen. Der CO2 - Verbrauch durch elektrische Energie liegt bei der Kirchengemeinde bei fast 15 Tonnen jährlich. Damit könnte man beispielsweise 160.000 Kilometer mit dem Bus zur Arbeit fahren.
Das soll sich künftig ändern. In Zukunft werden kontinuierlich die Umweltschutzaktivitäten geprüft und dokumentiert. Belastungen und Gefahren für die Umwelt sollen stetig verringert werden. Alle Mitarbeitende werden in das Umweltmanagement aktiv mit einbezogen und jährlich wird eine Bewertung des Engagements vorgenommen. Wärmeenergie, elektrische Energie, Wasserverbrauch, Papierverbrauch und Abfall gehören zu den zu überprüfenden Verbräuchen. Um hier eine Reduzierung zu erreichen, sollen Heizungsanlagen erneuert, Regelungsanlagen besser eingestellt, Isolierungen verbessert oder Fenster ausgetauscht werden.

Aber auch unscheinbare Verhaltensänderungen tragen zum Umweltschutz nicht nur in den Gemeinderäumen bei. Pastor Gerhard Utsch schildert das bisherige Verhalten: „Offene Türen bei beheizten Räumen, Warmwasser zum Händewaschen in den Toiletten, unnötige Beleuchtung wurden nicht genügend hinterfragt.“ Das ist seit einem Jahr in der Kirchengemeinde Kaan-Marienborn anders geworden. Überall in den Räumen der Kirchengemeinden hängen große Plakate mit den vereinbarten Zielen z.B. Heizenergie und elektrische Energie einzusparen. Erstmals wurden alle Verbrauchsdaten summiert, die Daten öffentlich bekannt gemacht. Selbstverständlich, dass die Daten der Heizungsanlagen witterungsbereinigt erstellt werden. Dadurch werden beispielsweise die Verbrauchsdaten eines kalten Winters vergleichbar mit denen eines milden Winters.
In jedem untersuchten Gebäude wurden für einige Tage elektronisch Temperaturen und Luftfeuchtigkeit gemessen. Über 10 Ordner füllen das Verfasste, Gezählte, und Gesammelte: Strom-, Gas-, Wasser-, Müllrechnungen der letzten drei Jahre. Protokolle von Bau-, Sicherheits- und Feuerschutzbegehungen, Schornsteinfeger-Bescheinigungen und Heizungsprüfkontrollen. In 17 Monaten ehrenamtlicher Fleißarbeit wurden die Daten zusammengetragen. Das Umwelthandbuch, drei Ordner stark, informiert im Gemeindebüro über die Arbeit des Grünen Hahns in der Kirchengemeinde Kaan-Marienborn. Hier ist auch seit einigen Jahren schon die so genannte „Winterkirche“ eingeführt worden. Die Gottesdienste finden im Winterhalbjahr nicht in der schlecht isolierten Kirche, sondern im benachbarten Gemeindehaus statt.

In ihrer gedruckten Umwelterklärung sind die Umweltaktivitäten der Kirchengemeinde Kaan-Marienborn zusammengefasst worden. Sie wird allen ansässigen Firmen überreicht. Vielleicht findet die Zertifizierung nach EMAS, die für etliche Firmen ein Begriff ist, Nachahmer.

Die landeskirchliche Aktion „Der Grüne Hahn“ geht in seinen Bemühungen zum Umweltschutz über die Energiereduzierung hinaus. Fair gehandelte Produkte gehören ebenso in das Umweltprogramm wie die Beachtung umweltschonender Reinigungsmittel.

Selbstverständlich sind die Umwelt-Aktivitäten für die Gemeinden nicht, wissen Reiner Jung und Hartwig Göbel. Beide sind von der Landeskirche ausgebildet und gestalten das Umweltmanagement in der jeweiligen Kirchengemeinde maßgeblich. Auf lange Sicht gesehen gewinnt nicht nur die Umwelt, sondern auch der Geldbeutel. Deshalb bieten die beiden Umweltmanagement-Beauftragten ihre Hilfe gern auch für andere Kirchengemeinden an.

Die Eintragung ins EMAS-Register besteht bis zum Jahre 2012. Dann ist der Registrierungsstelle die nächste für gültig erklärte konsolidierte Umwelterklärung vorzulegen.
kp

Text zum Bild: (Fotos Karlfried Petri)
Bis zum Jahre 2012 sind die Kirchengemeinden Kaan-Marienborn und Niederschelden ins EMAS-Register eingetragen. Dann erfolgt eine erneute Überprüfung.

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