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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Haushalt 2010 nur durch Entnahme aus Rücklage ausgeglichen

30.11.2009 18:41
Noch hat die Wirtschaftskrise die Kirchensteuer nicht wirklich erreicht, aber es wird nicht mehr lange dauern, bis sie sich auch hier deutlich bemerkbar macht. In seiner Einbringungsrede benannte Finanzausschussvorsitzender Rolf Marxmeier drei Faktoren, von denen die Kirchensteuer beeinflusst wird: Die Zahl der evangelischen Erwerbstätigen, die wirtschaftlichen Entwicklung und die Entwicklung des Steuersystems. Die größte Herausforderung für die kirchliche Finanzplanung, so Marxmeier, sei jedoch die demographische Entwicklung. EKD-Prognosen aus dem Jahr 2006 machten deutlich, dass bis 2030 die Mitgliederzahl um 1/3 und die finanzielle Leistungsfähigkeit der Kirche um nahezu die Hälfte zurückgehe. Doch auch die kurzfristige Planung hat es in sich. Die 30 Kirchengemeinden im Kirchenkreis Siegen müssen davon ausgehen, dass sie in 2013 insgesamt 734.000 Euro weniger erhalten werden als im kommenden Jahr. Für die Synodalen Dienste sind es 151.000 Euro und die Kirchenkreisleitung sowie die Verwaltung müssen mit 161.000 Euro weniger auskommen. Und das alles bei steigenden Kosten.
In Richtung Kommunalpolitik machte Marxmeier deutlich, dass bei der Finanzierung der Kindertagesstätten die Schere zwischen den finanziellen Möglichkeiten des Kirchenkreises und den tatsächlichen Erfordernissen die Schere weiter auseinander gehen wird. Marxmeier: „Hier sind aus Sicht des Finanzausschusses dringend Gespräche mit den Jugendhilfeträgern erforderlich. Es ist angesichts der künftig schwierigen Finanzlage des Kirchenkreises und der Kirchengemeinden nicht einzusehen, warum kirchliche Träger gegenüber anderen Trägern bei der Refinanzierung von Kindertageseinrichtungen schlechter gestellt werden. Trägergerechtigkeit sieht an dieser Stelle anders aus.“ Der Kirchenkreis gibt in 2010 für die Kinder- und Jugendarbeit die enorme Summe von 2,7 Mio. Euro an Eigenmitteln aus. Dazu kommen noch die Ausgaben in den Kirchengemeinden. Dies zeugt von einem hohen sozialpolitischen Engagement des Kirchenkreises in diesem Arbeitsbereich. Marxmeier: „Wenn dieses Engagement weiter von der Politik gewünscht wird, brauchen wir hier eine bessere und gerechtere Unterstützung bei der Finanzierung.“

Der Kreissynodalvorstand hat einen neuen siebenköpfigen Arbeitskreis „Mittelfristige Finanzplanung“ gebildet, der ausloten soll, wie sich die Arbeit künftig an die finanziellen Möglichkeiten anpassen lässt. „Es muss vermieden werden“, so der Finanzausschussvorsitzende, „zu Lasten der künftigen Generation verstärkt auf Rücklagen zurückzugreifen.“ Eine gute Verfahrensweise zu diesem Prozess habe Calvin in seinem Kommentar zu Genesis 2,15 gegeben: „Was der Herr in unsere Hand gelegt hat, besitzen wir also mit dem Auftrag, dass wir uns mit einem mäßigen Gebrauch zufrieden geben und das übrige bewahren sollen. (…) Die Früchte darf keiner in Üppigkeit verschwenden oder durch Nachlässigkeit verderben lassen. Bei allem Besitz halte sich jeder für Gottes Haushalter, dann wird der Sinn zur rechten Sparsamkeit und Treue nicht fehlen.“

So ganz konnte sich der Kirchenkreis an die Empfehlungen Calvins bei der Planung des Haushaltes für 2010 nicht halten. Der Ausgleich konnte nur durch eine Rücklagenentnahme von rd. 109.500 Euro erfolgen. Darauf ließ sich die Synode ein und beschloss mit großer Mehrheit den Haushalt 2010, der im Kirchenkreis Siegen aus 9 Einzelhaushalten besteht. Hierein fließen, so die Planung, im kommenden Jahr 12.652.449 Euro Kirchensteuer. kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Rolf Marxmeier, Vorsitzender des Finanzausschusses, stellte den Haushalt 2010 vor.

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