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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Kirchlicher Sonnenstrom im Siegerland
Pfr. Renschler-vom Orde, Eberhard Hoffmann und Kirchmeister Martin Crevecoeur
03.12.2009 14:55
In den nächsten Tagen geht die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Ev. Gemeindehauses Ferndorf ans Netz. „Es ist die erste größere Photovoltaik-Anlage einer Ev. Kirchengemeinde im Kreis Siegen-Wittgenstein“, weiß Presbyter Erich Hoffmann, einer der Verantwortlichen für das Projekt. Die 42 KW-Anlage speist 35.000 KWh Strom ein. Damit können etwa 10 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgt werden.

Eine weitere Photovoltaik-Anlage fängt seit einigen Tagen auf dem Dach des Gemeindehauses an der der Christuskirche in Zeppenfeld Sonnenstrahlen ein und wandelt sie in Strom um, und auch das Dach des Gemeindehauses in Burbach Holzhausen ziert in Kürze eine solche Anlage. In Zeppenfeld sollen in 20 Jahren 169.000 KWh Strom erzeugt und somit 109,98 t CO2 eingespart werden. Dies entspricht derselben Menge CO2, die ein durchschnittlicher Neuwagen verursacht, wenn er 584.378,32 km zurücklegt. In der Christuskirche wurde jedoch nicht nur das Dach saniert, sondern zudem die aus den 60er Jahren stammenden Fenster erneuert und der vierzig Jahre alte Heizkessel gegen einen modernen Gas-Brennwertkessel ausgetauscht. Presbyteriumsvorsitzender Rolf Marxmeier: „Der verantwortliche Umgang mit Energie ist praktizierter Schöpfungsglaube. Er nimmt die Kirchen und jeden einzelnen in die Verantwortung mit den Energieressourcen sparsam und nachhaltig umzugehen. Bei den Photovoltaik-Anlagen stimmt dank Förderung durch das Land NRW, und bei kirchlichen Gebäuden durch den Kirchenkreis Siegen, zudem auch die Wirtschaftlichkeit, da mit einer Kapitalverzinsung von 12% gerechnet werden kann.“

In Ferndorf wurden nach ursprünglichen Planungen 105.000 Euro benötigt, um das Vorhaben zu finanzieren. Das Geld zur Finanzierung der Anlage hatte die Kirchengemeinde jedoch nicht. Da sie es sich hierfür nach den kirchengesetzlichen Regelungen auch nicht bei Banken leihen durfte, ging sie einen ungewöhnlichen Weg, um die Vorteile von Sonnenstrom zu nutzen. Sie stellte das Vorhaben ihren Gemeindegliedern vor, mit der Option, sich finanziell an dem Projekt zu beteiligen. Ein Nutzen in Form einer unterschiedlich hohen Verzinsung zwischen 3,5 und 4,5% je nach Beteiligungshöhe und Laufzeit wurde vorgerechnet. 70.000 Euro erhofften sich die Verantwortlichen aus privaten Mitteln. Mit der überaus großen Resonanz seitens der Gemeindeglieder hatte das Presbyterium jedoch nicht gerechnet. Hoffmann: „93.000 Euro stellten uns 30 Gemeindeglieder zur Verfügung. Dadurch konnten wir größer planen. Aus der vorgesehenen 30 KW-Anlage wurde eine 42 KW-Anlage.“ 140.000 Euro kostet nunmehr das gesamte Projekt an dem sich neben den privaten Investitionen auch der Kirchenkreis Siegen mit 20.000 Euro zinslosem Darlehen und einem Zuschuss in gleicher Höhe sowie das Land Nordrhein-Westfalen beteiligen. Die Kirchengemeinde gab den Gemeindegliedern die Garantie auf Beteiligungserfolg und Rückzahlung. Zudem können die Beteiligungen übertragen, verschenkt oder vererbt werden.

So ganz reibungslos und ohne zusätzliche Herausforderungen verlief die Vorbereitung nicht. Hoffmann: „Der Hersteller der bereits bestellten Photovoltaik-Module trat kurz vor der Lieferung von seiner Lieferzusage zurück. Für uns ein Schreck, da aufgrund der Absenkung des Einspeisetarifs zum 1. Januar 2010 um ca. 8% die Anlage noch in 2009 an Netz gehen sollte. Es musste kurzfristig umgeplant und neu entschieden werden. Das gelang glücklicherweise ohne terminliche und damit finanzielle Nachteile.“

Die Kirchengemeinde erhofft sich durch die Einspeisevergütung in Höhe von zurzeit 14.000 Euro jährlich langfristig einen Beitrag zur Finanzierung des kirchlichen Haushaltes. Aber auch eine weitere Verbesserung der Ökologischen Bilanz der Kirchengemeinde, die Schonung von Umwelt, Klima und Ressourcen sind der Kirchengemeinde wichtig. Daher hat sie bereits das Dach des Gemeindehauses Ferndorf saniert und isoliert.
kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Die Kirchengemeinde Ferndorf setzt auf sonniges Wetter, um möglichst viel Strom auf dem Dach ihres Gemeindehauses in Ferndorf produzieren zu können. Im Hintergrund die Ferndorfer Laurentius-Kirche.
Im Bild von links: Pfr. Renschler-vom Orde, Eberhard Hoffmann und Kirchmeister Martin Crevecoeur.

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