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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Entwicklungsverzögerungen von Kindern frühzeitig erkennenEv. Kindergärten in Siegerland und Wittgenstein begleiten Forschungsprojekt der Universität Dortmund
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30.06.2003 10:34
Eltern sind froh, wenn ihre Kinder sich gesund und normal entwickeln. Was aber, wenn eine gesunde Entwicklung gefährdet ist und woran erkennt man, dass eine normale Entwicklung gefährdet sein könnte? So kann es sein, dass ein dreijähriges Kind mit einer Schere keine Schnipsel schneiden kann oder ein vierjähriges Kind den Stift beim Malen immer noch in der Faust hält. Ist die Entwicklung solcher Kinder gestört?Die Entwicklung von Kindern im Kindergarten gezielt zu beobachten, um frühzeitig Förderungsmaßnahmen einzuleiten, ist Inhalt des Forschungsprojektes der Universität Dortmund im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen. In Zusammenarbeit mit Therapeuten, Kinderärzten, Psychologen und Erzieherinnen hat die Hochschule ein Verfahren mit der Bezeichnung „Dortmunder Entwicklungsscreening, kurz DESK 3-6, entwickelt. Mit dabei sind 13 Kindertageseinrichtungen in den Kirchenkreisen Siegen und Wittgenstein, die sich in Absprache mit den Eltern und Trägern seit Februar an der Erprobungsphase des Verfahrens beteiligen. Begleitet werden sie von Judith Flender, Dipl.- Psychologin Uni Dortmund, Gerlinde Schäfer, Fachberaterin des Kirchenkreises Siegen und Cornelia Gerbershagen, Qualitätsmanagementbeauftragte der Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein. Der Probelauf wird im Juli dieses Jahres abgeschlossen.Ziel des Verfahrens ist, rechtzeitig Entwicklungsauffälligkeiten bei Kindern zwischen drei bis sechs Jahren festzustellen und entsprechend frühzeitig Fördermaßnahmen einzuleiten, die das Kind in seiner Entwicklung unterstützen.Das Verfahren wurde für den Einsatz in Tageseinrichtungen erarbeitet. Es soll die Aufmerksamkeit der Erzieher und Erzieherinnen auf Entwicklungs- und Verhaltensaspekte lenken, die auf eine Entwicklungsgefährdung des Kindes hinweisen. Anhand von speziellen Aufgaben für das Kind kann die Fachkraft in Zukunft die Fertigkeiten des einzelnen Kindes systematisch beobachten und wenn nötig, gezielt überprüfen. Das DESK 3-6 enthält Aufgaben für drei- bis sechsjährige Kinder. Nach den bisherigen Erfahrungen sind sich die Siegerländer und Wittgensteiner Beteiligten einig: „Ein gutes und hilfreiches Verfahren.“ „Es bietet eine gute Grundlage für Gespräche mit Eltern und liefert überprüfbare Informationen bei der Erstellung von Berichten.“ Jetzt schon können die Erzieherinnen sagen, dass das Verfahren alltagstauglich ist. Während der Probephase wurden Kinder entdeckt, deren Entwicklung nun gezielt gefördert werden kann.Jedes Kind in den Blick zu nehmen, sich zu freuen wenn Kinder eine gesunde Entwicklung nehmen, begleitend und helfend einzugreifen wenn besondere Förderung notwendig seien, mache die Arbeit in den evangelischen Tageseinrichtungen wertvoll und unverzichtbar, meint Cornelia Gerbershagen vom Kirchenkreis Siegen. Deshalb unterstütze man gerne das Dortmunder Verfahren. Kindergärten seien ein unverzichtbarer Lernort für Kinder. Erziehung und Bildung sollten schon in den Tageseinrichtungen für Kinder die erforderliche Aufmerksamkeit und finanzielle Zuwendung bekommen, findet auch Fachberaterin Gerlinde Schäfer vom Kirchenkreis Siegen.

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