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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

30 Jahre Partnerschaft zwischen den Kirchengemeinden Weidenau und Tumbi
Jubiläumsgottesdienst in der Christuskirche – „Wir haben ein anderes Bild von Tansania erhalten“

30 Jahre Partnerschaft Weidenau - Tumbi
15.07.2010 09:57
12 Schwestern und Brüder aus der Kirchengemeinde Tumbi in Tansania besuchen vom 27. Juni bis 18. Juli ihre Partnergemeinde Weidenau. Kirchengemeinde und die Besuchsgruppe freuen sich gemeinsam über 30 Jahre Partnerschaft. In der Christuskirche in der Dautenbach fand jetzt (11. Juli) ein Jubiläumsgottesdienst mit den tansanischen Gästen, Vertretern der Partnerschaftsarbeit des Kirchenkreises Siegen sowie der weiteren sechs Partnerschafts-Kirchengemeinden statt. Zeitgleich feierte die Gemeinde Tumbi im Kirchenkreis Magharibi in Tansania Gottesdienst.

In den vielen Grußworten wurde deutlich, wie sehr man sowohl in Weidenau als auch in Tumbi die Partnerschaft schätzt und sie als etwas Wertvolles und Bereicherndes ansieht. „Wir danken Gott für dieses Jubiläum“, sagte Abisai Fundisha, Vorsitzender der Partnerschaftsgruppen im Kirchenkreis Magharibi. Und Superintendent Amani Lyimo überbrachte die herzlichen Grüße des Bischofs, der 17 Gemeinden und 45 Untergemeinden. Er wünschte sich eine Ausweitung der Partnerschaftsbegegnungen auf weitere Gemeinden. Viele Geschenke hatten die Gäste aus Tansania mitgebracht. Darunter ein Tuch mit dem Bild eines Mangobaums, dessen Wurzeln, Stamm und Zweige die einzelnen Stationen der in 30 Jahren gewachsenen Partnerschaft aufzeigt.

Superintendentin Annette Kurschus betonte in ihrem Grußwort, dass diese Partnerschaften kein exotisches Hobby seien. „Die Partnerschaften gehören wesentlich zum Kirche Sein dazu.“ Man trage als unterschiedliche Geschwister im Glauben gemeinsam Verantwortung in dieser Welt und stehe für Gerechtigkeit und Frieden ein.

Bürgermeister Steffen Mues überbrachte die Grüße von Rat und Verwaltung. Partnerschaften und Freundschaften, so Mues, passierten nicht einfach. Man müsse etwas dafür tun. In diesem Falle sei das feste Fundament der gemeinsame Glaube. Er wünschte für die Zukunft der Partnerschaft ein offenes Herz, offene Augen und offene Arme.

In seiner Predigt ermunterte Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller, Bielefeld, die Gottesdienstbesucher, das Zentrum der eigenen Welt zu verlassen und sich auf den Weg zu machen. So wie die Jünger Jesu Jerusalem, das Zentrum ihrer eigenen Welt, verlassen hätten und seine Zeugen in Judäa und Samarien und bis ans Ende der Erde geworden seien (Apostelgeschichte 1, 8). In den Fremden begegneten die unterwegs Seienden Christus. Auf dem Weg zu den anderen würden aus Fremden Freunde. 1877 hätten sich die Missionare der Bethel-Mission aufgemacht zu den Enden der Erde. Heute gebe es in Tansania eine große eigene lutherische Kirche, die Bestandteil der Gemeinschaft der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) sei.

Wolfgang Klein von der Partnerschaftsgruppe der Kirchengemeinde Weidenau schilderte die skeptischen Anfänge der Partnerschaftsbegegnung. Und er betonte, dass sie das Bild von Afrika verändert habe: „Wir haben ein anderes Bild von Tansania erhalten. Es ist ein Land in Frieden ohne Bürgerkrieg, mit Schulen und mit Krankenhäusern. Die Kirchen und Gemeinden wachsen noch immer. Es ist ein Land, wo Christen und Muslime in guter Nachbarschaft zusammen leben.“ Zu Beginn der Partnerschaft seien auch die Gemeinden in Tansania skeptisch gewesen. Bei den ersten Gesprächen sei die Frage gestellt worden: „Meint ihr das wirklich ernst, und wie soll das realisiert werden?“ In Tumbi habe man zu Beginn nicht wirklich geglaubt, dass die Weidenauer zu ihnen kämen.
Klein: „Es ist keine Partnerschaft in der Art, wo der Reiche ein Almosen gibt. Es ist eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Wir in Weidenau können von den Geschwistern in Tumbi lernen, mehr Zeit für Kirche und Gemeinde zu haben.“

So vieles war anders und ungewohnt in diesem Gottesdienst. Deutsche, englische und tansanische Gesänge auf Kisuaheli erklangen im Gotteshaus in der Dautenbach. Und auch die Kollekte wurde nach tansanischer Art eingesammelt. Die Gottesdienstbesucher erhoben sich von ihren Bänken, bildeten eine lange Polonäse, zogen singend durch die Kirche, zum Abendmahlstisch, wo sie die Kollekte in einen Korb legten, und gingen zurück zu ihren Plätzen.

Nach dem Gottesdienst waren alle zum gemeinsamen Mittagessen im benachbarten Gemeindezentrum eingeladen. Anschließend feierte die Kirchengemeinde Weidenau mit ihren tansanischen Gästen bis spät in den Nachmittag ein Gemeindefest. Viele Bilder und Gespräche erinnerten an die vielen Begegnungen in Tumbi wie im Weidenau.
kp

Text zum Bild: (Fotos Karlfried Petri)

Foto 1
Ein handbemaltes Tuch mit dem Bild eines Mangobaums, dessen Wurzeln, Stamm und Zweige die einzelnen Stationen der in 30 Jahren gewachsenen Partnerschaft aufzeigt halten Pfr. Martin Eerenstein, Pfrn. Sabine Haastert und Pfr. Heiner Monatnus (v.l.). Abisai Fundisha, Vorsitzender der Partnerschaftsgruppen im Kirchenkreis Magharibi, (rechts im Bild) erläutert das Bild.



Zum Einsammeln der Kollekte zogen die Gottesdienstbesucher in einer langen Polonäse durch die Kirche. Pfr. Heiner Montanus, Bürgermeister Steffen Mues, Oberkirchenrat Dr. Ulrich Möller und Superintendentin Annette Kurschus führten die Polonäse an.




Mit vielen Grußworten und Geschenken drückten die tansanischen Gäste ihre Freude über die 30-jährige Partnerschaft aus.




Superintendent Amani Lyimo (Bildmitte) überreicht Superintendentin Annette Kurschus ein Service als Gastgeschenk. Rechts im Bild Proscovier Luhaga, Vorsitzende der Partnerschaftsgruppe in Tumbi.

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