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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

„Ich habe lediglich den Mut zu sagen, dass wir es schultern.“
Sonnenstrom für Mkuza in Tansania

Abisai Fundisha und Luise Flender
23.08.2010 18:47
Die Sonne scheint in Mkuza in Tansania viel. Aber die Stromversorgung ist extrem unzuverlässig. Immer wieder kommt es zu Stromausfällen in Mkuza, der Partnergemeinde der Kirchengemeinde Ferndorf. Luise Flender aus Kredenbach hat es im vergangenen Jahr bei einem Besuch in Mkuza selbst erlebt: „Wir waren abends in der Kirche versammelt und wollten Gastgeschenke überreichen, als plötzlich das Licht ausging und die Menschen in der dunklen Kirche saßen. Die Stromzufuhr war mal wieder unterbrochen. Ein Mann stand auf, öffnete die Kirchentore, startete ein Auto und erleuchtete die Kirche mit den Fernscheinwerfern des Autos.“ Die Menschen in Tansania haben das Improvisieren gelernt. Ein erträglicher Zustand ist es jedoch nicht. Das müsste sich doch heutzutage ändern lassen, dachte Luise Flender und hatte auch schon die geeignete Idee. Mit Solarzellen auf dem Dach des Kirchengebäudes müsste sich die Stromversorgung sichern lassen.
Als kürzlich Abisai Fundisha, Vorsitzender der Partnerschaftsgruppe in Mkuzu, mit einer Delegation aus dem Kirchenkreis Magharibi in der Kirchengemeinde Weidenau zu Gast war, nahm Luise Flenders Idee weiter Gestalt an. Sie besichtigten eine Solaranlage, die von der Bürgerenergiegenossenschaft Südwestfalen (BEG-SW) betrieben wird. Zudem führten sie Gespräche mit der Firma Diehl Umwelttechnik in Dreis-Tiefenbach, die selbst Mitglied der BEG-SW ist und die Planung und Begleitung der Anlage übernehmen würde. Liefern und montieren soll die Anlage möglichst eine Firma aus Dar-es-Salaam. Die Hauptstadt Tansanias liegt nur 45 km von Mkuza entfernt. Ein Angebot liegt auch schon vor. Etwa 10.000 Euro wird die Anlage für das Kirchendach kosten, weiß Luise Flender. So viel Geld hat die Kirchengemeinde in Mkuzu nicht und auch die Gemeindeglieder sind nicht so reich, dass sie die Solaranlage finanzieren könnten. Deshalb hofft Luise Flender auf Siegerländer Spenderinnen und Spender, die den Christen in Afrika zu einer verlässlichen Stromversorgung verhelfen. Es soll aber kein Geschenk aus Deutschland werden. Das Projekt möglichst partnerschaftlich auf Augenhöhe zu gestalten, ist Luise Flender wichtig. Das heißt für die Kredenbacherin, dass die Menschen in Mkuzu im Rahmen ihrer Möglichkeiten mithelfen. Flender: „Ich kümmere mich um die Finanzierung und der Bauausschuss in Mkuzu kümmert sich um die Realisierung.“ Wie das funktionieren soll, weiß Flender aber auch noch nicht. In Kürze will sie mit einer Freundin einen Flyer herstellen, der über die Situation in Mkuzu informiert. „Ich selbst habe das Geld nicht, sondern lediglich den Mut zu sagen, dass wir das irgendwie schultern.“ In den nächsten Wochen und Monaten wird Luise Flender unterwegs sein mit ihrer Idee und „Klinken putzen“ in der Hoffnung, dass das benötigte Geld zusammenkommt. Und wenn es funktioniert, ist nicht nur die Kirche verlässlich erleuchtet, sie haben dann auch Strom für elektrische Musikinstrumente, können ihre Handys aufladen und die Internetverbindung nach Kredenbach mit einem Computer in der Kirche ist auch verlässlich möglich. Nicht zuletzt dient dieses Projekt dem Klimaschutz.

Spendenkonten
Spendenkonto - Nr. 2114502, Sparkasse Siegen, BLZ 46050001, des Kirchenkreises Siegen mit dem Kennwort "Licht für die Kirche in Mkuza/Tansania" oder
Spendenkonto - Nr.12000972, Sparkasse Siegen, BLZ 46050001, der Kirchengemeinde Ferndorf mit dem Kennwort "Licht für die Kirche in Mkuza/Tansania" kp

Text zum Bild: (Foto Georg Maag)
Abisai Fundisha und Luise Flender besichtigen die Solaranlage auf dem Dach der Feuerwache in Weidenau, die von der Bürgerenergiegenossenschaft Südwestfalen betrieben wird.

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