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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

„Die Botschaft der Kirche in die heutige Zeit wieder deutlicher und glaubhafter sagen“
Superintendent i. R. Ernst Achenbach gestorben

Superintendent i.R. Ernst Achenbach starb am 17. September 2010
13.09.2010 12:18
Am Freitag, 10. September 2010, starb nach langer und schwerer Krankheit Alt-Superintendent Ernst Achenbach im Alter von 78 Jahren.
Ziemlich genau 16 Jahre und sechs Monate war Ernst Achenbach von 1978 bis 1995 Superintendent des Kirchenkreises Siegen. Zweimal wurde er wiedergewählt. Während dieser Zeit hatte er die Leitung und Verwaltung des Kirchenkreises inne, war sozusagen als „pastor pastorum“, als leitender Theologe, für die Begleitung und Beratung der Pfarrer zuständig und gestaltete die Verbindung des Kirchenkreises mit der Landeskirche.
Zudem füllte er zahlreiche weitere Ämter aus. So war er beispielsweise Vorsitzender des Ständigen Kirchenausschusses der Evangelischen Kirche von Westfalen. Dieser Ausschuss berät die Gesetzgebung der Landeskirche. Er war viele Jahre eins der drei westfälischen Mitglieder im Rechtsausschuss (später umbenannt in Ordnungsausschuss) der Evangelischen Kirche der Union. Und Achenbach war Vorstandsmitglied des Diakonischen Werkes in Münster. Im Kirchenkreis Siegen hatte er von 1978 bis 1989 den Vorsitz der Mitgliederversammlung des Evangelischen Krankenhausvereins Siegen inne und war später Mitglied des 1989 neu geschaffenen Verwaltungsrates.

Während seiner Amtszeit hatte sich viel verändert im gemeindegliederstärksten Kirchenkreis der westfälischen Landeskirche. Das Kreiskirchenamt und die Superintendentur zogen innerhalb der Siegener Oberstadt von der Pfarrstraße in die Burgstraße um, wo sie auch heute noch ihren Sitz haben.
Gegründet wurden die Telefonseelsorge Siegen und die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle (EFL). Es entstanden die Diakoniestationen Nord, Mitte und Süd sowie das Evangelische Hospiz Siegerland und die Diakonie erhielt eine neue Struktur. Die drei evangelischen Krankenhäuser im Siegerland wurden von einem Verein zur gGmbH umgewandelt.
Wichtig war Ernst Achenbach die Pflege des reformiert-pietistischen Erbes im Siegerland. Dazu gehörte für ihn die Verbindung zur Gemeinschaft und zum CVJM. Hier sah der Superintendent seine Aufgabe, schlichtend und vermittelnd zu wirken, um ein Auseinanderdriften zu verhindern, was ihm leider nur teilweise gelungen ist. Zu seinem 60. Geburtstag formulierte Ernst Achenbach in einem Zeitungsbericht die Aufgabe der Kirche so: „Die Botschaft der Kirche in die heutige Zeit wieder deutlicher und glaubhafter zu sagen, so dass Menschen dieser Generation davon betroffen werden und damit in ihrem Glauben leben können, dies verstehe ich unter einem neuen Profil der Kirche mit dem gleichen Inhalt, den die Kirche immer gehabt hat.“ Auch als Superintendent predigte er die Botschaft der Kirche immer wieder in Gottesdiensten, am liebsten ohne besonderen Anlass.

Eine herzliche und freundschaftliche Beziehung pflegte Ernst Achenbach zum Friedenshort. Sieben Jahre hatte er den Vorsitz des Kuratoriums der Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort inne. Im März 2004 wurde er nach Erreichen der satzungsgemäßen Altersgrenze verabschiedet. Als Anerkennung und Auszeichnung erhielt er den nur selten verliehenen „Goldenen Friedenshortstern mit Stein“.

Geboren wurde Ernst Achenbach 1931 als Pfarrersohn in Niederschelden. Die Mitgliedschaft im CVJM und im Posaunenchor hat ihn geprägt. Nach seinem Abitur am Gymnasium Am Löhrtor studierte er in Bethel, Heidelberg, Bonn und Münster Theologie. Besonders die Theologen Gerhard von Rad, Walter Kreck, Hans-Joachim Iwand und Heinz Ratschow haben ihn beeindruckt. Zunächst war er als Vikar in Gronau-Westf. und Schwerte/Ruhr tätig. Ordiniert wurde er 1961 in Berleburg. Dort hatte er die Jugendpfarrstelle des Kirchenkreises Wittgenstein inne. Am 1. Januar 1963 wurde er Pfarrer der Erlöser-Kirchengemeinde Siegen.

Bis 1996 war Ernst Achenbach als Superintendent gewählt. Aus gesundheitlichen Gründen musste er kürzer treten und füllte die letzte volle Amtszeit nicht mehr ganz aus. Er legte Wert darauf, das Bewährte zu erhalten. Die finanziellen und personellen Kräfte reichten seines Erachtens schon damals kaum aus, um große neue Aufgaben in Angriff nehmen zu können.
kp

Text zum Bild: (Foto: Dirk Hermann)
Superintendent i.R. Ernst Achenbach starb im Alter von 78 Jahren. von 1978 bis 1995 war er Superintendent des Kirchenkreises Siegen.

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