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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Aus zwei mach eins – Pilotprojekt im Kirchenkreis Siegen
Gemeindevereinigung Rödgen und Wilnsdorf

Johanneskirche Rödgen
22.10.2010 11:50

Ab 1. Januar 2011 hat der Kirchenkreis Siegen voraussichtlich nur noch 29 anstatt wie bisher 30 Kirchengemeinden. Bis dahin nämlich sollen aus den bislang selbstständigen evangelischen Kirchengemeinden Rödgen und Wilnsdorf eine Kirchengemeinde werden. Kirchengemeinde Rödgen-Wilnsdorf könnte der neue Name lauten. Umgekehrt könnte zu leicht eine Verwechslung mit dem Ortsteil Wilnsdorf-Rödgen passieren.
Neu ist die Situation allerdings nicht. Von 1649 bis 1892 war Wilnsdorf bereits pfarramtlich mit der Kirchengemeinde Rödgen verbunden. 14 Pfarrer taten während dieser Zeit nacheinander Dienst in Wilnsdorf und Rödgen.

Die Zahlen, die die Kirchengemeinden auf der Synode 2006 zu hören bekamen, klangen nicht gut. 2500 Gemeindeglieder würden künftig pro Gemeindepfarrstelle benötigt. Für die Kirchengemeinden Wilnsdorf und Rödgen entstand dadurch ein Problem. Sie hatten insgesamt 7.900 Gemeindeglieder und 4 Pfarrstellen. Ein Pfarrer musste sich somit bis 2010 ein anderes Betätigungsfeld suchen. Rein rechnerisch wurde das Pfarrer-Gemeindeglieder-Zahlenverhältnis gelöst, als Pfarrer Christoph Felten auf eine Pfarrstelle im Kirchenkreis Tecklenburg wechselte. Nun musste in den beiden Kirchengemeinden die anfallende Arbeit so aufgeteilt werden, dass sie auch zu bewältigen ist.
Viele Überlegungen und manche Sitzung waren nötig, so Hans-Joachim Schäfer, Presbyteriumsvorsitzender der Kirchengemeinde Rödgen, um zu dem jetzt bevorstehenden Grundsatzbeschluss der Zusammenlegung der beiden Gemeinden zu gelangen. In beiden Kirchengemeinden kam man überein, dass eine Zusammenlegung der beiden Gemeinden die beste Lösung für die Gestaltung des Gemeindelebens ist. Eine Steuerungsgruppe wurde eingerichtet, die, unterstützt von externen Moderatoren, in acht Sitzungen die Zusammenlegung beriet. In Informationsveranstaltungen wurden im Sommer die Gemeindeglieder umfassend über die Pläne unterrichtet. Eine Herausforderung stellte die Einteilung von neuen Pfarrbezirken und Zuständigkeitsbereichen bei acht Ortsteilen und sechs Predigtstätten dar. Schäfer: „Wir haben sieben verschiedene Modelle durchdiskutiert, um die Arbeitsbelastung möglichst gleichmäßig zu halten und auch gewachsene Ortschaften nicht zu trennen. Es war sehr gut, dass wir externe Berater zur Seite hatten. Es gab keine Kampfabstimmung und das Konsensmodell wurde einstimmig angenommen.“
Mit der Grundsatzentscheidung fängt jedoch die eigentliche Zusammenführung erst an. In zwei Gemeindeversammlungen wurden die Gemeindeglieder über den Stand der Entwicklungen informiert. Hier hatte jedes Gemeindeglied die Möglichkeit, sich zu der Zusammenführung zu äußern. Die Informationen im Vorfeld waren jedoch so umfassend und überzeugend, dass in den Gemeindeversammlungen in Wilnsdorf und auf dem Rödgen der Zusammenschluss einmütig positiv begrüßt wurde.
Wie sich künftig das Presbyterium zusammensetzen wird, wie die Gottesdienstplanung aussehen wird und welche Befugnisse z.B. die einzurichtenden Fachausschüsse erhalten werden, ist noch zu klären.

Superintendentin Annette Kurschus zu der Zusammenführung der beiden Gemeinden: „Sie haben aus der anfänglichen Not eine Tugend gemacht. Es ist beeindruckend, wie sich die beiden Kirchengemeinden auf den Weg gemacht haben mit viel Verständigung und einer erstaunlichen Informationsfreudigkeit.“

Schon jetzt ist Pfarrer Dirk Ellermann für die Ortschaften Anzhausen und Flammersbach zuständig und seine Ehefrau Pfrn. Mirjam Ellermann für Wilnsdorf. Beide haben je eine halbe Pfarrstelle inne. Pfarrer Christoph Dasbach ist für die Evangelischen in Wilgersdorf und Wilden Seelsorger und Pfr. Christoph Siekermann für die in Niederdielfen, Obersdorf und Oberdielfen. Die Ev. Kirche Niederdielfen wird von Pfarrer Siekermann und Pfarrer Ellermann gleichermaßen genutzt. Seit einigen Wochen ist diese Aufteilung schon Wirklichkeit. Es wird überlegt, für weitere Entfernungen zu den Gottesdienststätten einen Fahrdienst zu organisieren. Und auch für den kirchlichen Unterricht wird ein neues Konzept für die gesamte Gemeinde entwickelt.

In der Gemeindeversammlung in Wilnsdorf benannte Presbyter Christoph Gaumann die Vorteile der gefundenen Lösung. Es gibt keine „Verschiebung“ einzelner Dörfer zu einem Pfarrer der anderen Gemeinde. Gute Angebote, wie beispielsweise Krabbelgottesdienste, können jetzt in der Gesamtgemeinde einen größeren Zulauf erhalten. Künftig wird die Arbeit stärker gabenorientiert gestaltet werden können. Doppelbelastungen der Pfarrer in Sitzungen und Mitarbeiterkreisen fallen weg.Von der Zusammenlegung versprechen sich die Gemeinden noch weitere Vorteile. Die Jugendarbeit wird künftig ein Schwerpunkt der Gemeindearbeit und auch die Seniorenarbeit erfährt eine Stärkung.
Nun muss sich die Gemeinde auf den Weg machen und eine gemeinsame Gemeinde-Identität entwickeln.

Text zum Bild: (Fotos Karlfried Petri und Gemeinden)

Auch nach der Zusammenlegung werden in den evangelischen Kirchen der jetzigen Gemeinden Rödgen und Wilnsdorf Gottesdienste gefeiert. Manche Angebote sollen sogar verstärkt werden.

Johanneskirche Rödgen

Ev Kirche Niederdielfen

Ev. Kirche Wilnsdorf
 


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