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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

„Feiern, was gelungen ist …“
Ein informativer Abend mit beispielhaften Projekten aus verschiedenen Kirchengemeinden

Pfr. Martin Trinnes, Niederschelden
22.10.2010 12:15
„Ich lade Sie ein, mit offenen Augen zu sehen, was Gott in unserem Kirchenkreis Siegen tut.“ Mit diesen Worten begrüßte Pfarrer Ulrich Schlappa die Gäste aus Kirchengemeinden des Siegerlandes im Evangelischen Gemeindezentrum Büschergrund. Hierhin hatte der Synodale Ausschuss für Gemeindeentwicklung des Kirchenkreises Siegen Interessierte aus den Kirchengemeinden eingeladen. Fünf Kirchengemeinden stellten Projekte vor, die bei ihnen besonders gut gelungen sind. Die musikalische Gestaltung des Abends hatten der Gosenbacher Liedermacher Jörg Sollbach und der gemischte Chor der Kirchengemeinde übernommen.

Pfarrer Hans-Jürgen Uebach berichtete über die „Sommerkirche“, die seit drei Jahren in Dahlbruch vor und nach den Sommerferien angeboten wird. Sie findet bei geeignetem Wetter auf der Wiese neben der Kirche statt und bietet die Möglichkeit, neuere Gestaltungselemente wie pantomimische Geschichten oder Rätsel auszuprobieren. Der Besuch ist deutlich höher wie bei einem traditionellen Gottesdienst.

Für Frühaufsteher ist das Projekt der Kirchengemeinde Niederschelden gedacht. Seit 12 Jahren bietet die Kirchengemeinde in der Advents- und in der Passionszeit einmal pro Woche um 6 Uhr eine Morgenandacht mit anschließendem Frühstück an. Die Besucherzahl, so Pfarrer Hans-Martin Trinnes, schwankt zwischen 25 und 50 Personen. Trinnes: „Es kommen junge und alte Leute, Konfirmanden, Schüler, Lehrer, Arbeiter und Rentner. Selbst Mitglieder der katholischen Gemeinde nehmen das Angebot wahr.“ Die Teilnehmenden sitzen in einem großen Kreis, die Beleuchtung ist dezent gehalten. Ein Liedblatt gibt den gleichbleibenden liturgischen Rahmen vor. Es werden nur zwei Lieder gesungen, ein Psalm im Wechsel gebetet und auf eine kurze Meditation gehört. Ein Bibeltext, eine Meditation zu Liedstrophen, zu berühmten Gemälden oder Überlegungen zu besonderen Bräuchen in Verbindung mit den kirchlichen Hochfesten geben den Andachtsinhalt vor. Trinnes: „Ich bekomme immer wieder Rückmeldungen der Art, das Menschen, die in diesen Zeiten unter besonderem Stress stehen, den so begonnenen Tag ruhiger und friedlicher erleben.“ Dem Kurzgottesdienst schließt sich eine fröhliche Tischgemeinschaft an.

Von einem besonderen Gemeindefest der Kirchengemeinde Gosenbach erzählte Pfarrerin Annette Hinzmann. Nicht nur die Kirchengemeinde feiert, sondern die Ortsvereine der Ortschaften Oberschelden und Gosenbach sind eingeladen, sich bei dem Fest einzubringen, der mit einem Familiengottesdienst beginnt. Die Feuerwehr, der Heimatverein, die DRK-Frauen, der Turnverein, der CVJM, der Kindergarten, die ev. Gemeinschaft, alle bringen sich mit ihren Möglichkeiten ein. „Ein besonderes Erlebnis“, so Annette Hinzmann, „war ein Platzkonzert des Spielmannszugs des TV Gosenbach, das wegen Regen in die Kirche verlegt werden musste.“

In der evangelischen Kirche in Wilnsdorf wurde im vergangenen Jahr ein Valentinsfest gefeiert. Pfarrerin Mirjam Ellermann gehörte zum neun Personen umfassenden Vorbereitungskreis, der ein halbes Jahr vorher mit den Planungen begann. Die Kirche wurde entsprechend geschmückt und die Paare saßen in Tischgruppen zusammen. Es gab zu essen und zu trinken. Jazz, Rock- und Pop-Musik und Interviews wurde zur Unterhaltung geboten. Im zweiten Teil des Abends hielten das Pfarrerehepaar Dirk und Mirjam Ellermann eine Dialogpredigt zum Thema. Die Teilnahme erfolgte über einen Kartenvorverkauf. Frisch getraute Ehepaare erhielten Freikarten.

Der Helferkreis der Diakoniegruppe in der Kirchengemeinde Kaan-Marienborn entstand Ende der 90er Jahre. Einsatzleiterin Isolde Knebel stellte die Arbeit der Ehrenamtlichen vor. Es gab in der Kirchengemeinde keine Gemeindeschwester mehr. Und so wurde der Helferkreis gegründet. Er bietet als Alltagshilfe Betreuung alter oder behinderter Menschen in ihrer häuslichen Umgebung und entlastet Familienangehörige bei der Pflege von Demenzerkrankten. Er leistet jedoch keine medizinische Versorgung. Der Helferkreis ist nicht darauf angelegt, einen Gewinn zu erwirtschaften, aber er muss seine betrieblichen Kosten decken. Er zahlt den Helferinnen eine geringe Vergütung und sorgt für deren Fortbildung. Die entstehenden Kosten werden zum Teil von der Pflegekasse erstattet. Im vergangenen Jahr leisteten 29 Helferinnen und Helfer 1311 Einsätze.

Nach einer Abendandacht unter der Leitung von Superintendentin Annette Kurschus endete das informative Abendprogramm, das so manche Anregung für die Gemeindearbeit bot.
kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Pfr. Hans-Martin Trinnes bietet seit 12 Jahren in der Advents- und Passionszeit um 6 Uhr morgens Frühstücksandachten an. Die Besucherzahl schwankt zwischen 25 und 50 Personen.

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