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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Klima der Gerechtigkeit
Ausstellung bis 22. November im Rathaus Siegen

Ausstellung Klima der Gerechtigkeit
28.10.2010 10:58
„Umweltschutz beginnt bei jedem persönlich und Zuhause“, sagte Siegens Bürgermeister Steffen Mues bei der Eröffnung der Ausstellung „Klima der Gerechtigkeit“ am 26. Oktober im Rathaus Siegen. Wie das gehen kann und welche Auswirkungen der Klimawandel auch in anderen Erdteilen hat, wird in der Ausstellung auf 20 vielfältig gestalteten Tafeln gezeigt. Es gibt viele Möglichkeiten, selbst etwas zu tun, um den Klimawandel abzumildern. Die Klima-Ausstellung stellt 49 solcher Möglichkeiten vor und lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich für 6 Möglichkeiten zu entscheiden.
Die Aktion „Grüner Hahn“, ein kirchliches Umweltmanagementprojekt, an dem sich bereits einige Kirchengemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Siegen beteiligen, ist Bestandteil der Ausstellung. Pädagogisches Begleitmaterial gibt es beispielsweise für Schulklassen, Jugend- oder Konfirmandengruppen im Internet: www.vemission.org/arbeitsbereiche/vem-ausstellung-klima-der-gerechtigkeit/.

Für Bürgermeister Steffen Mues ist das Thema Umweltschutz ein wichtiges Thema, dessen sich die Stadt Siegen seit Jahren annimmt. So wurde beispielsweise das Klimaschutzkonzept der Stadt aktualisiert, ein Klimaschutzbeauftragter und ein Energiebeauftragter wurden eingestellt. „Klimaschutz und Finanzen beißen sich manchmal. Umweltschutz ist nicht zum Nulltarif zu haben“, so Mues. Die städtischen Gebäude werden einer strengen Kontrolle unterzogen. Im Internet können die Bürger der Krönchenstadt im sogenannten Solardachkataster nachsehen, ob sich ihre Gebäudeausrichtung für die Anbringung von Solaranlagen eignet. Mues: „Klimaschutz geht uns, unsere Kinder und Kindeskinder an, immer mehr!“

Superintendentin Annette Kurschus ist dankbar, dass die Ausstellung im Rathaus präsentiert werden kann. Die großen Umweltkatastrophen und nationale Wetterkapriolen der letzten Zeit machten deutlich, dass die Erde krank sei. Das „Fieber“ steige immer höher. Das Klima ändere sich. Kurschus: „Wir leben längst auf Kosten unserer Kinder und Kindeskinder. Wir leben im Norden auf Kosten der Menschen auf der südlichen Erdhalbkugel.“ „Die Erde ist des Herrn und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen“, zitiert die Superintendentin Psalm 24. Umzukehren und die Erde zu bewahren sei Auftrag aller Menschen. Wie man die Situation umkehren kann, dazu will die Ausstellung Anstöße geben.

Pfarrer Matthias Elsermann erläuterte die verheerenden Auswirkungen von extremen Großwetterlagen beispielsweise in Kamerun, wo er einige Jahre gelebt hat. Hier müssten viele Menschen 90% ihres Einkommens für Lebensmittel ausgegeben, um zu überleben. In Europa kosten Extremwetterlagen auch Menschenleben. 9000 Hitzetote seien im August 2003 allein im Großraum Paris zu beklagen gewesen.

Spannend wurde es, als Bürgermeister Steffen Mues, Superintendentin Annette Kurschus und weitere Ausstellungsbesucher versuchten, sich spielerisch einem ausgeglichenen Klima zu nähern. Eine im Gleichgewicht befindliche Scheibe musste mit Bäumen, Menschen Tieren und Fahrzeugen so belastet werden, dass sie nicht aus dem Gleichgewicht geriet. „Man muss einander im Blick behalten“, äußerte sich Superintendentin Annette Kurschus spontan. Sobald jemand unaufmerksam war und die Scheibe an einer Stelle stärker belastete, geriet alles aus dem Lot und fiel samt Scheibe zu Boden.

Zum Thema Klimagerechtigkeit wird am Donnerstag, 18. November 2010, 19.30 Uhr, im Rathaus Siegen ein Podiumsgespräch zwischen Johannes Remmel (Landesminister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft und Natur- und Verbraucherschutz) und Katja Breyer (Fachstelle Klimagerechtigkeit im Amt für Mission, Ökumene und Weltverantwortung der Ev. Kirche von Westfalen) stattfinden. Die Moderation übernimmt Beate Heßler.

Die Ausstellung ist noch bis zum 22. November im Rathaus Siegen während der regulären Öffnungszeiten (Montag – Freitag von 8.30-12 Uhr sowie Dienstag und Donnerstag von 14-16 Uhr) zu sehen.
kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Spannend wurde es, als Bürgermeister Steffen Mues (4.v.li), Superintendentin Annette Kurschus (2.v.li) und weitere Besucher versuchten, sich spielerisch einem ausgeglichenen Klima zu nähern.

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