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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

„Sie sind die Fachleute für den Kirchenkreis Siegen!“
Präses Alfred Buß zu Besuch im größten westfälischen Kirchenkreis

Superintendentin Annette Kurschus und Präses Dr. Alfred Buß
08.12.2010 12:21
Siegen/Freudenberg. Offene Worte, viele Fragen: Die Pfarrerinnen und Pfarrer des Kirchenkreises Siegen nutzten am Dienstag (7.12.) die Gelegenheit, dem Präses zu sagen, was ihnen unter den Nägeln brennt. Alfred Buß aus Bielefeld, leitender Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen, war zu Besuch im größten Kirchenkreis der Landeskirche. 86 Pfarrerinnen und Pfarrer arbeiten zwischen Olpe und Niederdresselndorf. Der Präses stand ihnen am Vormittag in Freudenberg Rede und Antwort. Die Landeskirche beschrieb Buß als „Netzwerk-Organisation“: Das Zusammenspiel der drei Ebenen – Gemeinde, Kirchenkreis, Landeskirche – müsse so organisiert sein, dass der biblisch gebotene Auftrag der Kirche überall optimal erfüllt werden kann: die Botschaft von Gottes Liebe an alle weiterzugeben. Deshalb sei immer wieder neu zu fragen: Welche Aufgaben sind aus dem Auftrag unter den gesellschaftlichen Bedingungen in welcher Region zu entwickeln? Auf welcher Ebene erreichen wir Menschen am besten? Im Siegerland seien die Aufgaben andere als zum Beispiel im Ruhrgebiet. Welche, könne nicht zentral entschieden werden: „Die Spezialisten für die Weiterentwicklung des Kirchenkreises Siegen sind Sie“, sagte der Präses den versammelten Theologinnen und Theologen.

Das gelte auch für das Jahr der Taufe 2011: Unter dem Leitmotiv „Gottesgeschenk“ soll die Taufe im kommenden Jahr in den evangelischen Kirchen Nordrhein-Westfalens besonders im Mittelpunkt stehen. Im Siegerland, wo es viele evangelische Freikirchen gibt, verbindet sich damit die Diskussion um die Erwachsenentaufe: Einige machen die bewusste Entscheidung zur Vorbedingung für die Taufe. In der Landeskirche bedeutet „Gottesgeschenk“, dass in der Taufe Gottes bedingungslose Liebe zum Ausdruck kommt, auf die der getaufte Mensch später lebenslang seine Antwort entwickelt.

Für die zukünftige Entwicklung legte Präses Buß nüchtern die Zahlen und Prognosen auf den Tisch. In erster Linie wird demnach der demografische Wandel, also der Bevölkerungsrückgang, dazu führen, dass die Mitgliederzahl und die Finanzkraft der Kirche kleiner werden. Nach jetziger Planung wird die westfälische Landeskirche im Jahr 2030 noch etwa 700 Pfarrer haben und bezahlen können. Heute sind es rund 1900. Diese Entwicklung geht einher mit einem Rückgang der Mitglieder von derzeit 2,5 auf etwa 1,9 Millionen. Buß: „Deshalb müssen wir jetzt Strukturen umstellen und dafür Ziele entwickeln.“ Mit weniger Mitteln auszukommen – das bedeute auch: entscheiden, was man in Zukunft weglässt. Die Landeskirche werde den Kirchenkreisen und Gemeinden dabei „assistieren, dass zukunftsfähige Konzepte entstehen“.
Andreas Duderstedt, Pressesprecher Evangelische Kirche von Westfalen

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Superintendentin Annette Kurschus und Präses Dr. Alfred Buß vor dem Rohbau am Evangelischen Gymnasium Weidenau. Hier enstehen eine Mensa und ein Selbstlernzentrum.

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