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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Jutta Ostermann ist die erste Theologische Direktorin der Diakonie in Südwestfalen
EInführung in der Martinikirche Siegen

EInführung Pfrn. Jutta Ostermann (3.v.li.)
03.02.2011 15:40
Bereits seit Anfang April vergangenen Jahres arbeitet die Theologin Jutta Ostermann in der Siegener Diakonie. „Nach 22 Jahren als Gemeindepfarrerin reizte mich die neue Aufgabe. Zumal ich meine Erfahrungen aus fünf Jahren theologischer Geschäftsführerin der Diakonie der Hannoverschen Landeskirche einbringen kann“, beschreibt Ostermann ihre Motivation von einem Vorort Hannovers ins Siegerland zu wechseln. In der Region und in der heimischen Diakonie ist sie inzwischen angekommen. „Mich begeistert, mit wie viel Herzblut unsere Mitarbeiter ihrer Arbeit für und mit Menschen in Notlagen nachgehen. Da ist sehr viel diakonisches Selbstverständnis vorhanden – oft ganz unbewusst“, stellt sie beeindruckt fest. Mit ihrer Arbeit will die Pfarrerin einen Beitrag leisten, dass dieses diakonische Profil, das die Diakonie-Mitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag leben, noch deutlicher erkennbar wird. Eine vertrauensvolle, konstruktive Beziehung zu den rund 3.000 Mitarbeitern der Diakonie in Südwestfalen hat für die 54-Jährige absolute Priorität. Deshalb stehen regelmäßige Gespräche und Besuche in den rund 30 Diakonie-Einrichtungen auf ihrer Agenda. Mindestens einmal pro Jahr möchte ich vor Ort sein, hat sie sich vorgenommen. Als versierte Seelsorgerin weiß Jutta Ostermann, dass die Arbeit im Sozial- und Gesundheitswesen psychisch und physisch sehr belastend sein kann. Deshalb sieht sie sich auch als seelsorgerliche Ansprechpartnerin für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter, Patienten, Klienten oder Angehörige. „Die Menschen sind unterschiedlichen stark in die bestehenden Strukturen integriert, manche wollen sich in einer Krise an ihren Gemeindepfarrer wenden, andere bevorzugen das Gespräch mit einem unserer Krankenhaus- oder Altenheimseelsorger. Wer auch hier keinen Anknüpfungspunkt sieht, dem biete ich an, dass wir ein seelsorgerliches Gespräch führen – und selbstverständlich gilt auch für die Theologische Direktorin das seelsorgerliche Schweigegebot“, erläutert die Pfarrerin einen weiteren Aspekt ihrer Arbeit. Bereits seit Anfang April vergangenen Jahres arbeitet die Theologin Jutta Ostermann in der Siegener Diakonie. „Nach 22 Jahren als Gemeindepfarrerin reizte mich die neue Aufgabe. Zumal ich meine Erfahrungen aus fünf Jahren theologischer Geschäftsführerin der Diakonie der Hannoverschen Landeskirche einbringen kann“, beschreibt Ostermann ihre Motivation von einem Vorort Hannovers ins Siegerland zu wechseln. In der Region und in der heimischen Diakonie ist sie inzwischen angekommen.
Daneben ist Jutta Ostermann der Zusammenhalt zwischen der Diakonie in Südwestfalen mit ihren vielfältigen Einrichtungen und ihren Eigentümern, den 29 Kirchengemeinden des Kirchenkreises Siegen und der Ev. Luth. Kirchengemeinde Elsey in Hohenlimburg wichtig. „Gleich zu Beginn meiner Dienstzeit habe ich alle Gemeindepfarrer zu einem Arbeitsfrühstück eingeladen. In der ersten Runde ging es vor allem ums gegenseitige Kennenlernen und darum, herauszufinden, welche Erwartungen die Kirchengemeinden an ihre Diakonie hegen. Ich werde diese Gesprächsrunden regelmäßig fortsetzen, weil der intensive Austausch ohne Termindruck und einengende Tagesordnung nach meiner Überzeugung unabdingbar ist – da können neue Projekte gemeinsam entwickelt und Vertrauen gestärkt werden“, skizziert Jutta Ostermann einen ihrer Tätigkeitsschwerpunkte. Und auch die ethischen Herausforderungen im Arbeitsalltag eines Krankenhauses, eines Altenheimes oder einer Behinderteneinrichtung hat die Theologische Direktorin im Blick. „In der Diakonie in Südwestfalen existieren stabile Strukturen, die sicherstellen, dass die ethischen Fragen unserer Arbeit immer wieder neu bedacht und beantwortet werden. Unser Ethik-Forum und auch die Ethikbeauftragten unserer Einrichtungen wissen, dass sie bei mir stets auf offene Türen und – noch wichtiger – auf offene Ohren stoßen“, betont Ostermann.
Schließlich ist Jutta Ostermann der Blick über den Tellerrand hinaus wichtig: „Unsere Ev. Kirche und ihre Diakonie muss zusammenwachsen – dazu zwingen uns nicht zuletzt die Finanzen. Die Herausforderung wird sein, dabei unser föderales Prinzip und unsere regionalen Charakteristika zu erhalten“. Deshalb liegt der Theologin viel an gründlichen Gesprächen mit der Ev. Kirche von Westfalen und der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe. Auch die europäische Dimension diakonischer Arbeit hat Ostermann im Auge. Im Herbst besuchte sie mit einer Siegener Delegation die Diakonie in Lettland. Beim Gegenbesuch der lettischen und litauischen Diakonie vor wenigen Wochen wurden die Beziehungen vertieft. „Eine Idee ist, dass wir ab 2011 ein wechselseitiges FSJ aufbauen wollen. Jungen Menschen aus Siegen und Umgebung gehen also ein Jahr als FSJ-ler nach Lettland oder Litauen und im Gegenzug arbeiten junge Letten und Litauer zwölf Monate lang in einer unserer Einrichtungen“, gibt Jutta Ostermann einen Ausblick.
Dirk Hermann

Text zum Bild: (Foto: Christopher Lütz.
Im Bild v.l. Pfr. I.R. Christoph Mayer, Vorsitzender des Ev. Krankenhausvereins Siegerland, Superintendentin Annette Kurschus, Pfarrerin Jutta Ostermann und Pfarrer Günther Barenhoff, Vorstand der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe.

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