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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

„Faustloses“ Miteinander in den Kindertagesstätten von EKiKS
Neu in Siegen: Bürgerstiftung initiiert Gewaltpräventionsprogramm für Kinder im Vorschulalter

Roland Sagasser, Dr. Gisela Labenz und Hartmut Menzel
03.02.2011 16:46
Der „ruhige Schneck“ und der „wilde Willi“, das sind die beiden niedlichen Handpuppen, die sich zusammen mit viel Unterrichtsmaterial im „Faustlos-Koffer“ verstecken. Die Plüschkameraden kommen bei den „kleinen Leuten“ im Vorschulalter besonders gut an – sollen sie auch, dienen sie doch den Kindern als wichtige Identifikationsfiguren im „Faustlos“-Programm. „Faustlos“ ist ein wissenschaftlich fundiertes Curriculum, das vom Heidelberger Präventionszentrum bundesweit vertrieben wird und zur Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen in den Bereichen Einfühlungsvermögen, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut eingesetzt wird. „Und das mit großem Erfolg“, so Dr. Gisela Labenz vom Stiftungsrat der Bürgerstiftung Siegen. „Zahlreiche Bürgerstiftungen in Deutschland haben das Programm in ihrer Stadt bereits realisiert. Wir freuen uns, die evangelischen Kindertagesstätten im Kirchenkreis Siegen als Partner gewonnen zu haben und so das Projekt auch hier bei uns umsetzen zu können. Faustlos trägt wissenschaftlich nachgewiesen zur Prävention von aggressivem Verhalten bei und damit kann man schließlich nicht früh genug beginnen!“ Die Bürgerstiftung Siegen fördert die Durchführung des Projektes Faustlos in verschiedenen Kindertageseinrichtungen des Ev. Kirchenkreises Siegen mit insgesamt rund 3.000 Euro.

Von dem Geld wurden die Faustlos-Koffer mit dem Unterrichtsmaterial angeschafft sowie eine intensive Schulung für die Erzieherinnen finanziert, damit das Curriculum künftig vor Ort professionell umgesetzt werden kann. Nun kommen die Handpuppen „Schneck“ und „Willi“ seit kurzer Zeit in den Siegener Kitas zum Einsatz. „Wenn der Willi sauer ist, dann ist der immer so gemein zu dem Schneck. Und dann tut mir der Schneck immer so leid, weil der dann so traurig wird…“ Wenn Schneck und Willi sich streiten, wird unter den kleinen Zuschauern aktiv mitgelitten und mitgefühlt – genau das ist Sinn und Zweck des Projektes, weiß Maren Krombach-Arbes, die Leiterin der Evangelischen Tageseinrichtung Kirchenmäuse in Siegen-Achenbach. Sich in den Anderen hineinfühlen, die eigenen Reaktionen besser zu verstehen und angemessen auf Emotionen des Gegenübers zu reagieren, das lernen die Kinder bei „Faustlos“ spielerisch und ganz ohne erhobenen Zeigefinger. Ganz natürlich entwickeln die Kinder eine Vorliebe für harmonische Situationen und üben den respektvollen Umgang – zunächst mit Schneck und Willi, im nächsten Schritt mit dem Kind neben ihnen.

Die „Evangelischen Kindertageseinrichtungen im Kirchenkreis Siegen“ (EKiKS) zeigen sich erfreut über die Initiative der Bürgerstiftung. „Auch wir waren, als die Bürgerstiftung mit der Idee auf uns zukam, gleich von der Sinnhaftigkeit eines solchen Projekts überzeugt. ‚Faustlos’ fügt sich sehr gut in unsere bereits vorhandenen gewaltpräventiven Programme ein und bietet eine gute Ergänzung. In unseren Kitas wird natürlich generell „faustloser“ Umgang gelebt, aber wir freuen uns sehr, dass mit Hilfe der Stiftung diese Fähigkeit auch für die Zukunft noch besser trainiert wird,“ so Verwaltungsdirektor Hartmut Menzel als Geschäftsführer von EKiKS zum Abschluss des Pressegesprächs.
Bürgerstiftung Siegen und Evangelischer Kirchenkreis Siegen

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Roland Sagasser vom Stiftungsvorstand und Dr. Gisela Labenz vom Stiftungsrat der Bürgerstiftung, sowie Verwaltungsdirektor Hartmut Menzel als Geschäftsführer des Kindergartenverbundes EKiKS (Evangelische Kindergärten im Kirchenkreis Siegen) (im Bild hinten von links) überzeugten sich in der Ev. Kindertageseinrichtung Kirchenmäuse in Siegen-Achenbach von Faustlos.

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