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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Autobahnkirche Siegerland
Feierlicher erster Spatenstich bei strahlendem Sonnenschein

Autobahnkirche Siegerland - Erster Spatenstich
04.03.2011 10:08

Das Projekt „Autobahnkirche Siegerland“ verlässt die Planungsphase und kommt in die Bauphase. Am Dienstag, 1. März 2011, 17 Uhr, fand der erste Spatenstich in einer Feierstunde auf dem 500 qm großen Grundstück an der A 45 am Rande des Autohofes Wilnsdorf statt. Eine stattliche Anzahl von Menschen, darunter viele Mitglieder des Fördervereins Autobahnkirche Siegerland, Landrat Paul Breuer und Wilnsdorfs Bürgermeisterin Christa Schuppler, wurden feierlich von einem Blechbläserensemble begrüßt. Ute Pohl, stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins Autobahnkirche Siegerland, schilderte die Entstehungsgeschichte der Autobahnkirche und wie sich der Unternehmer Hartmut Hering und seine Ehefrau Hanneliese für den Bau im Siegerland einsetzen.
Superintendentin Annette Kurschus und der Geistliche Rat und Pfarrer i.R. Hans-Rudolf Pietzonka verwiesen in einer kurzen Andacht auf die Bedeutung einer solchen Autobahnkirche für Reisende und Fernfahrer. Die Superintendentin erinnerte an das Wallfahrtslied Salomos und zitierte aus Psalm 127: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der Herr nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.“ Architeckt Michael Schumacher bemerkte, für ihn sei es die schönste Bauaufgabe, einen Raum der Spiritualität zu gestalten.

Je nach Bauverlauf, so Werner Scholl vom Vorstand des Trägervereins in einem Gespräch, könne mit einer Fertigstellung der Kirche, die von der Autobahn zu sehen sein wird und auf die auch an der Autobahn hingewiesen werden soll, Ende 2011 gerechnet werden. Die Hinweisschilder zur Autobahnkirche sind auf dem Autohofgelände bereits angebracht.

Im Frühjahr 2009 trafen sich im Wilnsdorfer Autohofhotel 26 Gründungsmitglieder, um den Verein „Autobahnkirche Siegerland“ ins Leben zu rufen. Ein Verein und nicht eine Kirchengemeinde oder Landeskirche ist Träger der Autobahnkirche. Beteiligt aber sind sowohl die evangelische Kirchengemeinde, die katholische Kirchengemeinde und Freikirchen innerhalb der Gemeinde Wilnsdorf und im Dillkreis.
Der Verein hat mittlerweile 73 Mitglieder, die einen Jahresbeitrag von insgesamt 10.000 Euro leisten. Mit diesen Geldern, so die Einschätzung von Werner Scholl, müsste sich die Unterhaltung und Pflege des Gebäudes finanzieren lassen.

Das 500 qm große Grundstück schenkte die Gemeinde Wilnsdorf dem Verein. Die geplante Kirche hat eine Grundfläche von 100 qm und soll 50 Personen Platz bieten. Ein kleiner Architektenwettbewerb ergab, dass das renommierte Architekturbüro „schneider + schumacher“ aus Frankfurt den Planungsauftrag erhielt. Ein Betonbau war ursprünglich geplant, der sich jedoch schnell als zu teuer erwies. Nun ist eine Holzkonstruktion mit einer Verkleidung durchgerechnet. Unter 1 Mio. Euro soll die Kirche kosten. Dies ist in der nun vorliegenden Planung zu bewerkstelligen.

Über die Innenausstattung des Gotteshauses ist sich der Trägerverein noch nicht im Klaren. Das wird auf einer der nächsten Sitzungen zu beraten sein. Fest steht allerdings jetzt schon, dass die Autobahnkirche nicht für Trauungen oder Taufen genutzt werden soll. Auch wird es keinen Pastor geben, der regelmäßig in dem Gotteshaus zur Verfügung steht. Das schließt jedoch nicht aus, dass nach Absprache beispielsweise bei größeren Reisegruppen eine Andacht in der Kirche gehalten werden kann. Ansonsten steht das Gotteshaus Reisenden, aber auch den Kapitänen der Landstraße zur Verfügung, die im Autohof rasten, und die Autobahnkirche gerne für eine Zeit der Besinnung nutzen wollen. Ausgestattet mit Stühlen, einem Rednerpult, einer Kerzenecke und Verteilschriften haben die Gästebücher eine besondere Rolle in Autobahnkirchen. Hier können Besucher ihre Gedanken, Wünsche, Klagen, Ängste oder Freuden zu Papier bringen. Dazu muss das Haus von 8 bis 20 Uhr geöffnet sein. Werner Scholl weiß von einer Autobahnkirche, in der die Besucher in 9 Jahren 20 Gästebücher mit ihren Gedanken gefüllt haben.

Die erste Kirche für Autoreisende entstand 1958 in Adelsried, an der A 8 zwischen Stuttgart und München. Sie geht auf die Stiftung einer Unternehmerfamilie zurück, die dort einen Angehörigen bei einem Unfall verlor. Die Autobahnkirchen werden von der Bruderhilfe-Familienfürsorge (Kassel) unterstützt. Der kirchennahe Versicherer bezeichnet den Besuch der Autobahnkirchen als "Beitrag zur Verkehrssicherheit". Wer dort pausiere, fahre danach "gelassener, rücksichtsvoller und sicherer". 38 Autobahnkirchen gibt es derzeit in Deutschland. In 2011 wird es mindestens eine Kirche mehr sein.
kp

Text zum Bild: (Fotos Karlfried Petri)

Pfarrer Christoph Dasbach, Architekt Michael Schumacher, Stellvertretende des Fördervereins Ute Pohl und Bauunternehmer Wilhelm Hundhausen beim ersten Spatenstich auf dem Grundstück der Autobahnkirche Siegerland.

Superintendentin Annette Kurschus: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.“ Sie wünschte, dass Gott seinen Segen zur Entstehung der Autobahnkirche gibt.

Etliche Menschen hatten sich zum ersten Spatenstich in einer kleinen Feierstunde auf dem Gelände der künftigen Autobahnkirche Siegerland eingefunden.


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