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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Service des Kirchenkreises und der Diakonie weiterhin gefragtSelbsthilfegruppen verzeichnen großes Interesse
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22.08.2003 11:17
Und ich habe immer gedacht, ich bin alleine mit meinem Problem...“ Diesen Satz hören Heike Tönnes bei der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen, abgekürzt KISS, bei der Ehe- Familien- und Lebensberatung des Kirchenkreises Siegen und Gabi Gaumann bei der Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen der Diakonie in Südwestfalen des öfteren. Beide koordinieren die stattliche Anzahl von 350 Selbsthilfegruppen im Raum Siegerland, Wittgenstein und Olpe. Insgesamt 7000 Menschen wissen inzwischen den Vorteil der organisierten Hilfe zur Selbsthilfe für sich zu nutzen. Dabei sind es nicht nur Betroffene, die sich an Gaumann, Tönnes oder Experten innerhalb der Gruppen wenden, sondern durchaus auch qualifizierte Fachleute, die das Engagement und erworbene Wissen der Gruppen nutzen oder erweitern. „Die Kompetenz von Laien und Experten wird hier gebündelt. So können betroffene Menschen in den Gruppen voneinander profitieren und Hilfe für ihr jeweiliges Problem bekommen“, erläutern Tönnes und Gaumann das Ziel ihrer Arbeit. Im Jahr 2002 haben insgesamt 2067 interessierte Bürger, Fachleute oder Selbsthilfegruppen den Kontakt zu der kirchlichen und diakonischen Koordinationsstelle gesucht. Der Bedarf ist leicht nachzuvollziehenKurze Wege bei der Informationsvermittlung liefern abgesehen von dem guten Gefühl, nicht alleine mit einem Problem zu sein, den triftigsten Grund für die Suche nach einer geeigneten Selbsthilfegruppe. Viele der Betroffenen sind in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. Die ThemenNahezu 100 Themenbereiche kommen in den Selbsthilfegruppen vor. Psychosoziale Probleme, chronische Erkrankungen, Behinderungen und Süchte sowie Frauen- oder Eltern-Kind-Selbsthilfe sind die Oberbegriffe für die vielen Unterthemen, die bearbeitet werden. Chronischer Schmerz, Allergien oder Alkoholabhängigkeit sowie Magersucht, Trauerarbeit oder ungewollte Kinderlosigkeit sind nur einige der zahlreichen Problemfelder, zu denen regelmäßige Treffen stattfinden. Allein für den Bereich Krebserkrankungen gibt es etwa 9 Gruppen mit jeweils ca. 20 Teilnehmenden. Auch die Themen Partnerschaft oder soziokulturelles Engagement werden bearbeitet. Im letzten Jahr neu hinzu gekommen sind die Gruppen „Pro retina“ (Netzhauterkrankung), Lichen ruber planus (Knötchenflechte), Prostata, Angehörige um Suizid, Frauen in den Wechseljahren, Alleinlebende Frauen, Witwen und Witwer sowie eine Trauergruppe. Die Impulse für die Neugründungen kamen von Betroffenen selbst. Eine deutlich steigende Tendenz in der Nachfrage nach Gruppen zeigt sich bei den Themen Angst und Panik, Mobbing, Essstörungen oder Trennungen.Organisation der Selbsthilfegruppen Im Gesundheitsbereich organisieren sich die verschiedenen Selbsthilfegruppen weitgehend selbst. Die Koordinationsstelle unterstützt, informiert und organisiert bei Neugründungen bis hin zur Vermittlung von Räumen. In der Regel wird das Gründungstreffen moderiert. Gabi Gaumann vermittelt bei Bedarf Kontakte zu Fachleuten oder zu anderen Gruppen mit ähnlichen Themengebieten. Die Treffen finden entweder bei der Diakonie in der City in der Friedrichstraße 27 oder in der Krankenpflegeschule des Jung-Stilling-Krankenhauses statt. „Dass der Kirchenkreis und die Diakonie Räume für die Treffen zur Verfügung stellen, ist ein entlastender Servicedienst, der gerne in Anspruch genommen wird“, so die Koordinatorinnen.Kooperation Tönnes und Gaumann Ein Team – verschiedene Zuständigkeiten Die Diplom-Sozialpädagogin Heike Tönnes berät und begleitet im psychosozialen Arbeitsbereich. In diesen Gruppen geht es neben dem Informationsaustausch auch um intensive Gespräche über belastende persönliche Erfahrungen und Lebensumstände. Wie lange eine Gruppe begleitet wird, kann individuell verschieden sein. Die Gruppen brauchen unterschiedlich viel Unterstützung, um sich zu finden oder die Gespräche nach der begleiteten Phase selbst zu strukturieren. „Die Nähe zur Ehe-Familien-und Lebensberatung macht die Vernetzung zwischen therapeutischem Angebot und Selbsthilfe allerdings leicht“, betont Tönnes. „Die Gruppen dienen in Einzelfällen als Ergänzung und nicht als Ersatz für eine therapeutische Behandlung.“Krankenkassen und Fachleute profitierenHat man in der Fachwelt die Entstehung der Selbsthilfegruppen vor einigen Jahren noch skeptisch beäugt, so ist der Trend heute positiv. Viele Ärzte beziehen die Gruppen in die jeweilige Behandlung ein, andere kommen als Referenten zu größeren Veranstaltungen, die Gabi Gaumann und Heike Tönnes in Zusammenarbeit organisieren. Auch Krankenkassen schätzen den Nutzen der Selbsthilfegruppen inzwischen positiv ein. Fortbildungen und öffentliche Präsenz„Uns ist wichtig, dass wir als Koordinations-, Kontakt- und Informationsstellen Angebote machen können, die als Ergänzung zum professionellen Hilfesystem für viele Menschen eine Unterstützung darstellen,“ sind sich Heike Tönnes und Gabi Gaumann einig. „Es geht darum, Angehörige und Profis zusammenzubringen, Hemmschwellen abzubauen und andere Methoden der Behandlung kennen zu lernen“, so die Diplom-Sozialpädagogin Heike Tönnes. Deshalb organisieren beide auch Fortbildungen mit fachlichem Inhalt oder Weiterbildungen zur qualifizierten Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus sind Gaumann und Tönnes neuerdings mit Informationstischen in hiesigen Krankenhäusern präsent. Kontakt:Gabi Gaumann, Koordinationsstelle für Selbsthilfegruppen der Diakonie im Siegerland, Tel.: 0271/333-6498 oder Heike Tönnes, KISS in der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Kirchenkreises Siegen,Tel.: 0271/250 28-50Ch.St.Text zum Bild (Stemmermann):Links im Bild: Heike Tönnes bei der Kontakt- und Informationsstelle der Ehe-Familien- und Lebensberatung des Kirchenkreises Siegen und Gabi Gaumann (rechts) von der Diakonie im Siegerland koordinieren und begleiten rund 350 Selbsthilfegruppen in Siegen, Wittgenstein und Olpe.

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