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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Zukunft für das Evau
Mensa, Selbstlernzentrum und Bibliothek des Evangelischen Gymnasiums eingeweiht

Erweiterungsbau des Evangelischen Gymnasiums Siegen
13.04.2011 14:33

Bei strahlendem Frühlingssonnenschein konnte das Evangelische Gymnasium Weidenau am 8. April 2011 einen ganz großen Tag begehen. Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer sowie einige Eltern hatten sich auf dem Schulhof versammelt, um die Schlüsselübergabe für den neuen Erweiterungsbau zu erleben. Die Big Band des Gymnasiums unter der Leitung von Hartmut Sperl ließ den passenden Sound erklingen.

Superintendentin Annette Kurschus war ihre Freude über diesen besonderen Tag sichtlich anzumerken: „Ich bin begeistert. Ich bin dankbar. Und ich bin stolz.“ Vor fünf Jahren hatte es kaum jemand für möglich gehalten, dass ein solcher Erweiterungsbau finanzierbar sei. Gerade erst hatte die Kreissynode ihre Tagung in Olpe erlebt, auf der schmerzliche Haushaltseinschnitte bei den Ausgaben beschlossen wurden. Und dennoch hatten einige den Mut, dem entgegen zu denken und zu handeln. Der befürchtete Finanzeinbruch kam dann doch nicht ganz so drastisch und so schnell. Der Kirchenkreis als Träger ergriff die Chance, die Baumaßnahme mit 350.00 Euro mitzufinanzieren. Kurschus: „ Nur durch den gemeinsamen Einsatz Vieler konnten die erforderlichen 800.000 Euro für den Erweiterungsbau aufgebracht werden. Das wir heute hier zusammen sind, um tatsächlich Mensa, Bibliothek und Selbstlernzentrum unseres Evangelischen Gymnasiums einzuweihen, ist wirklich eine kleine Sensation!“

Es war ein weiter und anstrengender Weg, auf den sich die Schule ab 2006 begab. Ganz neue Erfahrungen im Werben um Spenden mussten gemacht werden. Überzeugungsarbeit war zu leisten. Fundraising wurde ins Lernprogramm der Schule aufgenommen. Schulleiterin Dorothea Woydack und besonders Roland Schöler als Elternvertreter und Leiter des Kernteams, das die Bauarbeiten begleitete, machten es in ihren Grußworten während des Festaktes in der neuen Mensa deutlich, wie mühsam der Weg zum neuen Gebäude war. Die Schulleiterin dankte Roland Schöler herzlich für seinen enormen Einsatz, der, verbunden mit seinem Organisationstalent, wesentlich zum Gelingen des Projektes beigetragen hat. Und die Schulleiterin dankte herzlich Barbara Lambrecht-Schadeberg, die den Erweiterungsbau mit 200.000 Euro förderte. Dem Architekten Hans Werner Strunk gelang es zudem, die Baukosten von zunächst einer Million Euro auf 800.000 Euro zu reduzieren.

Pädagogisches Konzept
Durch den Erweiterungsbau erschließen sich für die Schule neue Lehr- und Lernmöglichkeiten. Dorothea Woydack erläuterte das pädagogische Konzept. Durch die Umstellung auf die 60-Minuten-Schulstunde ist ein anderes Lernen möglich. Die Verkürzung der Schulzeit von 13 auf 12 Jahre führte dazu, dass vermehrt Unterricht am Nachmittag stattfindet. Für die Schüler müssen somit in der Mittagszeit angemessene Aufenthaltsmöglichkeiten und Essensangebote vorhanden sein.

Die Mensa dient jedoch nicht nur als Raum zum Mittagessen. In der Schulküche wird frisch gekocht. Sie ist in den Unterricht integriert und verhilft zu einem ganzheitlichen Lernen. Hier erfahren die Schüler von einer Ökotrophologin, wie wichtig Bewegung und gesunde Ernährung sind.

Die neue Bibliothek ist großzügig bemessen und dient nicht nur zur Förderung der Lesekompetenz. Eigenes Recherchieren ist möglich. Lernsoftware unterstützt das eigenverantwortliche Lernen am Computer. Das Evau ist durch den Erweiterungsbau für die Zukunft gut gerüstet.

Schirmherr des Bauprojektes ist der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen Dr. h.c. Alfred Buß. Er gratulierte schriftlich zur Einweihung. Schulleiterin Woydack las den Brief vor. Buß: „Das neu entstandene Gebäude verbindet auf ansprechende und zugleich funktionale Weise zwei Anliegen: Raum für leibliche und geistige Nahrung. Beides, Lernen und Essen, gehört zu unserem täglichen Brot. Die Bitte des Vaterunsers ist darum gerade auch an einer Schule täglich aktuell: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ (Mt 6,11)

Annette Kurschus betonte in ihrem Grußwort, dass das Evangelische Gymnasium mit zu den wesentlichen Aufgaben des Evangelischen Kirchenkreises Siegen gehört. Kurschus: „Unser Auftrag als Kirche besteht darin, die Botschaft von der freien Gnade Gottes auszurichten an alles Volk (Barmen VI). Dieser Auftrag kommt nicht ohne Bildung aus. Deshalb kann Kirche nicht ohne Bildungsangebote sein.“ Bildung, so die Theologin, habe nicht nur mit Wissen und Verstand, sondern auch mit Lebensorientierung und sozialem Verhalten zu tun. „Es geht dabei nicht nur um den Kopf, sondern auch um Leib und Herz und Seele. Bildung fragt nach dem Grund, auf dem ich stehe; sie fragt nach der Mitte, die meinem Leben halt gibt und Sinn verleiht: sie fragt nach dem Ziel, auf das ich mein Tun und Lassen ausrichte.Gott gebe, dass in diesen neu entstandenen Räumen junge Menschen auf ihrem Weg in ein eigenverantwortliches Leben viel Gutes erleben und erfahren; dass sie sie spüren: Im Lehren und Lernen sind meine Füße auf weiten Raum gestellt – und doch dümple ich nicht ohne Leitplanken auf meinem Weg dahin. Dass sie ahnen: Ich kann aufrecht gehen und frei – und bin doch gehalten von dem, der die Welt in seinen Händen hält; der mir wie allen anderen Menschen Leben, Wesen und Würde gibt. Dass sie darauf vertrauen: Ich muss nicht selbst für den Sinn meines Daseins sorgen, der ist mir in die Wiege gelegt – und deshalb kann ich Verantwortung übernehmen für mein Leben und für die Zukunft dieser Welt.“

kp
Text zum Bild: (Fotos: Karlfried Petri)

Die Mensa und das neue Selbstlernzentrum mit Bibliothek.

Schülersprecherin Lillian Bäcker und Schülersprecher Tobias Panthel mit dem symbolischen Schlüssel für das neue Selbstlernzentrum: „Wir sind froh, dass den Schülern so viel Raum zur Mitgestaltung gegeben wurde. Letztendlich konnten wir alle sehen, dass mit viel Durchhaltevermögen und Zusammenarbeit das Unmögliche möglich gemacht werden kann.“

Superintendentin Annette Kurschus: „Dankbar bin ich allen, die sich eingesetzt haben. Dankbar bin ich Gott, der das ganze Entstehen behütet hat und uns die Kraft zum Durchhalten gab.“


Schulleiterin Dorothea Woydack: „Als wir Ende 2009 die Summe von 200.000 Euro hatten, war inzwischen politisch Einiges passiert: Allen Menschen war klar, jedes Gymnasium braucht auf Grund der erhöhten Stundenzahl bei G 8 eine Mensa, also auch das Evau.“

Siegens Bürgermeister Steffen Mues: „‚Evau hat Zukunft gebaut‘ und das Evangelische Gymnasium baut weiter an seiner Zukunft und natürlich an der seiner Schülerinnen und Schüler und macht die Schule damit nicht nur lehrreicher sondern auch lebenswerter.“

Jürgen Althaus, Stellv. Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein: „Das Evangelische Gymnasium hat einen außergewöhnlich guten Ruf. Bisher war die Nachfrage immer größer als die zur Verfügung stehenden Plätze. Das wird vermutlich auch in Zukunft so bleiben.“

Reinhold Klüter, Bezirksregierung Arnsberg: „Für individuelles Lernen in der Schule benötigt man auch Arbeitsplätze außerhalb der Klassenzimmer, die neben der technischen Ausstattung Ruhe zum konzentrierten Arbeiten, gelegentlich auch zur Selbstfindung bieten.“

Barbara Meißner, Vorsitzende des Baufördervereins: „Der Wunsch nach einer Mensa mit Selbstlernzentrum ist nicht erst fünf Jahre alt. Ich kann mich noch daran erinnern, als ich 1992 in die Schulpflegschaft des Evau eintrat, dass bereits damals, Sie, Herr Ochel, diesen Wunsch hegten und im Lande Besichtigungstouren zu Schulen, die so etwas schon hatten, unternahmen.“

Andrea Stötzel, Vorsitzende der Elternpflegschaft: „Ein afrikanisches Sprichwort sagt: „Wenn Du schnell gehen willst, dann geh allein, wenn Du weit gehen willst, dann geh zusammen mit anderen.“ Ich denke, weil hier Menschen zusammen unterwegs waren, um ein großes, weites Ziel zu erreichen, ist die anfängliche Vision Wirklichkeit geworden.“

Roland Schöler, Leiter des Kernteams verglich den Weg zum Erweiterungsbau mit einer spannenden Zugfahrt: „Zum Schluss möchte ich sagen, dass auch ich mal überlegt habe, auszusteigen, aber jetzt sehr froh bin, die ganze Reise bis zu Endstation erlitten, durchgefiebert und auch genossen zu haben. Denn meine Familie und ich durften auf unserer gemeinsamen Reise viele wunderbare Menschen kennen lernen.“

Zahlen Erweiterungsbau EVAU

Fläche Erdgeschoss:
Gesamtfläche – 267 m²
Küche 50 m²
Mensa 165 m²
Fläche Dachgeschoss:
Bibliothek 168 m²
Rauminhalt:
Erdgeschoss 1167 cbm
Dachgeschoss 797 cbm

Selbstlernzentrum: 8000 Medien, 30 Arbeitsplätze
Mensa: 120 Plätze

Kosten:
Gesamtkosten: 800.000 Euro
Spenden durch EVAU gesammelt: über 400.000 Euro
Evangelischer Kirchenkreis Siegen: 350.000 Euro
Landeszuschuss: 100.000 Euro


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