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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Karibu - Willkommen
Besuch aus Tansania im Evangelischen Kirchenkreis Siegen

Besuch aus Tansania im Evangelischen Kirchenkreis Siegen
04.05.2011 15:32

Karibu heißt „willkommen“ auf Kisuaheli, und man hört es derzeit im Evangelischen Kirchenkreis Siegen an vielen Orten. Karibu - willkommen sind derzeit 13 Tansanier aus dem Partnerkirchenkreis Magharibi, die vom 15. April bis 7. Mai zu Gast im Kirchenkreis Siegen sind.
Jetzt statteten die Gäste, die in unterschiedlichen Kirchengemeinden in Familien beherbergt sind, Superintendentin Annette Kurschus im Haus der Kirche einen Besuch ab. Auch im Haus der Kirche hieß es herzlich „karibu“. Die Superintendentin beschrieb den Aufbau des mit 130.000 Gemeindegliedern größten Kirchenkreises der Evangelischen Kirche von Westfalen und erläuterte die Arbeit in der Superintendentur, der Verwaltung und den Referaten des Kirchenkreises.
Die Leiterin des Jugendreferates des Kirchenkreises Anja Hillebrand hatte sich ein interessantes Spiel ausgedacht. Gemeinsam mussten Gäste und Gastgeber mit einem an vielen Seilen befestigten Bügel Holzklötze übereinander stapeln. Das funktioniert nur, wenn alle auf einander acht haben und genauso im Blick behalten wie die zu lösende Aufgabe. Es geht nur miteinander. Aber dann geht es. Zumindest im Spiel.

Anja Hillebrand berichtete von der Jugendarbeit im Kirchenkreis Siegen. Kinderbibelwochen, ein Konficamp mit 200 Teilnehmenden, Sommerferienprojekte, Freizeiten, die Ausbildung ehrenamtlich Mitarbeitenden, viele Kreativangebote in Gruppen, Tanz-Theater oder Kindermusicals gehören zu den Angeboten kirchlicher Jugendarbeit in den Gemeinden und im Kirchenkreis. Die Ehrenamtlichen erhalten für die Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen Zertifikate. Die können bei der Suche eines Ausbildungsplatzes von Vorteil sein.

Die Wirklichkeit des kirchlichen Lebens sieht in Tansania anders aus als im Siegerland. Durchweg wachsen die Kirchengemeinden. Aber, so erfahren die Siegerländer, die Jugendlichen in Tansania halten sich nicht mehr so automatisch zur Kirche wie ihre Eltern. Nach ihrer Konfirmation leben die Jugendlichen unabhängiger von ihren Eltern. Den Gemeinden ist es wichtig, den Jugendlichen zu vermitteln, dass die Kirche und der persönliche Glaube ihnen helfen, ihr Leben gut zu gestalten. Die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen ist hoch. Daher überlegen die Verantwortlichen in den Gemeinden, wie das kirchliche Leben für Jugendliche attraktiver gemacht werden kann. Dies ist nicht so einfach, da die Kirchengemeinden in Tansania aus Spenden finanziert werden. Zurzeit wird überlegt, eine kirchliche Bank einzurichten, um Micro-Kredite zu gewähren, mit deren Hilfe Familien eigene Existenzen aufbauen können. Dieses soziale Engagement würde die Kirchen auch bei Nichtgemeindegliedern anziehender machen.

Die Partnerschaft zwischen den Kirchenkreisen Siegen und Magharibi (früher: Kibaha) besteht seit 30 Jahren. Angefangen hat es 1979 mit einer kleinen Gruppe von Frauen und Männern aus der Kirchengemeinde Weidenau: Das Presbyterium beschloss, eine Partnerschaftsbeziehung zu einer Gemeinde in Tansania aufzubauen. Hieraus erwuchs im Laufe der Jahre die offizielle Partnerschaft des Kirchenkreises. Herzstück der Arbeit sind die gegenseitigen Besuche und die persönlichen Begegnungen. Beide Seiten lernen voneinander. So werden Grenzen überwunden und ein konkreter Beitrag für Frieden und Verständigung erbracht.

Heute gibt es neben dem Kirchekreis sieben Gemeinden, die Beziehungen zum Kirchenkreis Magharibi und seinen Gemeinden pflegen. Viele Menschen haben sich seither voller Neugier auf diese Arbeit eingelassen und bereichernde Erfahrungen gemacht – für sich und ihre Gemeinde. Über alle Unterschiede hinweg wird die weltweite Gemeinschaft der Christen konkret erfahrbar. Die Gemeinden entdecken, dass Christus verbindet und ermutigt, im Beten und Handeln Gott als Hoffung für die Menschen in der einen Welt zu bezeugen.
Mit einem „asante sana“ (herzlichen Dank) verabschiedeten sich die Gäste aus Tansania im Haus der Kirche.
kp

Text zum Bild: (Fotos: Karlfried Petri)

Die Gäste aus Tansania mit Superintendentin Annette Kurschus (erste Reihe zweite von rechts) vor dem Eingang ins Haus der Kirche in der Siegener Oberstadt.

Gemeinsam stapeln Gäste und Gastgeber mit einem an vielen Seilen hängenden Haken Holzklötze übereinander. Nur gemeinsam ist diese Aufgabe zu lösen.


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