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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

„Kirche am Markt“Mit den Wochenmarktbesuchern im Gespräch
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03.09.2003 14:23
Mehr Kontakt zu den Menschen in Kreuztal praktizieren seit Mai dieses Jahres die Kirchengemeinden Buschhütten, Ferndorf, Kreuztal und Krombach. Jeden letzten Donnerstag im Monat von 9–11.30 Uhr sind sie auf dem Wochenmarkt in Kreuztal mit einem Stand präsent. „Guten Morgen, Herr Pfarrer“„So ein Stand hat so seine Vorteile,“ erzählt der Pfarrer Uwe Nassauer, einer der Initiatoren, aus seinen bisherigen Erfahrungen seit Mai dieses Jahres. „Die Marktbesucher können in gebührender Entfernung stehen bleiben, sich das Geschehen am Stand anschauen, hinzukommen oder einfach weiter gehen.“ Er selbst steht zumeist einige Meter vom Stand entfernt. „Es ist erstaunlich, wie viele Leute mich mit einem ‚Guten Morgen Herr Pfarrer’ ansprechen. Persönliche Dinge kommen zur Sprache ‚Wie kann mein Kind einen Platz im Kindergarten bekommen?’ ‚Wir haben bald Goldene Hochzeit, was ....?’ Aber auch kritische Anmerkungen werden auf dem Roten Platz in Kreuztal verhandelt. ‚Also, dass die Kirche kein Geld mehr haben soll, das ist doch ....!’ Sobald ein Gespräch beginnt, stellen sich schnell andere dazu.“ Der Kirchenstand ist schnell gefunden. Ein Tisch und zwei Bänke, ein großer Sonnenschirm und ein auffälliges Schild „Kirche am Markt“ heben sich von den professionellen Verkaufsständen der zahlreichen Markthändler ab.Wer den Stand betreut, lässt sich leicht feststellen. Das Standpersonal trägt einen Anstecker mit der Aufschrift „Kirche am Markt“. Die Marktbesucher werden von den Kirchenleuten nicht angesprochen. „Die Menschen sollen nicht bedrängt werden“, sagt Traute Herholz, Pfarrerin in Buschhütten. Belangloses und LebensproblemeChristiane Bernshausen, ehrenamtliche Mitarbeiterin,: „Als es jetzt so sehr heiß war, haben wir Obst und Sprudel mitgebracht und den Leuten Getränke angeboten. Eine ältere Frau kam auf unseren Stand zu mit den Worten „Ich muss mich bei Ihnen erst einmal ausruhen. Darf ich mich auf die Bank setzen.“ Natürlich durfte sie. Und schon war man mitten in einem Gespräch. Viel Belangloses wird geredet, aber auch ernste Lebensprobleme kommen zur Sprache, die in seelsorgliche Gespräche münden. Nicht immer kann das Thema auf dem Markt verhandelt werden. Gesprächmöglichkeiten unter vier Augen lassen sich jedoch, wenn gewünscht, schnell und unkompliziert vereinbaren.Niedrige KontaktschwelleDie Kontaktschwelle auf dem Wochenmarkt ist niedriger, als in Gemeinderäumen oder dem Pfarrhaus. Uwe Nassauer hat beobachtet, das Menschen mehrmals am Stand vorbei gehen, ehe sie sich ein Herz fassen und ihn ansprechen. Vieles was er hier von Gemeindeglieder oder auch anderen Personen erfährt, hätte er sonst womöglich nicht erfahren, weil man ihn nicht zu einem Gespräch aufgesucht hätte. Auf diese Weise lebten alte Kontakte auf, neue wurden geknüpft.Entstanden ist die Idee, auf dem Markt präsent zu sein, durch den jährlichen Open-Air-Gottesdienst, für den einmal im Jahr auf dem Wochenmarkt geworben wurde. Warum nicht öfters einen Stand auf dem Wochenmarkt einrichten, kam im Laufe der Zeit die Frage auf. Und so taten sich die vier Kirchengemeinden zusammen und wagten den Schritt auf den Markt. Selbstverständlich ist, dass man auch für die Veranstaltungen der Kirchengemeinden wirbt, die am Vormittag am Stand nicht vertreten sind. In der Kreuzkirche, wenige Meter vom Roten Platz entfernt, ist ein Fach eingerichtet, in dem die Informationszettel und Hefte für den nächsten Markt von den Kirchengemeinden deponiert werden. 11 Personen haben sich bisher für die Standbetreuung verpflichtet. Mindestens zwei aus jeder Kirchengemeinde. Zwei Personen sollen auch wenigstens vor Ort sein. Dass man sich untereinander hilft, ist selbstverständlich. Die für diesen Dienst ausgewählten Gemeindeglieder dürfen keine Berührungsängste haben, im Umgang mit Menschen erfahren und, vor allem, freundlich sein, beschreibt Nassauer kurz die Personal-Auswahlkriterien.Bis jetzt arbeitete man bei guten Wetterbedingungen im Freien. Wie es wird, wenn es im Herbst regnet oder im Winter kalt ist und schneit, werden die Kirchenleute demnächst erfahren. kpText zum Bild: (Foto: Karlfried Petri)Die Initiative „Kirche am Markt“ stößt in Kreuztal auf gute Resonanz.

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