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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Jugendarbeit mit Herz und Leidenschaft
Gemeinsame Mitarbeitendenschulung von Evangelischem Kirchenkreis Siegen und CVJM-Kreisverband Siegerland

21.07.2011 15:31

Über 50 ehrenamtlich Mitarbeitende wurden am vergangenen Samstag (9.7.) von der Leiterin des Referates für Jugend- und Gemeindepädagogik des Evangelischen Kirchenkreises Siegen Anja Hillebrand und der Leitenden Sekretärin des CVJM-Kreisverbandes Siegerland Dorothee Pfrommer herzlich in der Arche des Evangelischen Gymnasiums Weidenau begrüßt. Mit dem gemeinsamen Lied: „Groß ist unser Gott“, ließen sich Jugendliche und Erwachsene mental in die Tagung abholen. Für den gebotenen Sound sorgten einige Mitglieder der Band „Sermon On The Mount“.
In ihrem Referat im Plenum zeigte Silke Gütlich Rahmenbedingungen auf, die die Jugendarbeit beflügeln können. „Achtung, bitte anschnallen. Wir starten in wenigen Minuten“, erklang es kurz vor ihrem Referat aus den „Bord“-Lautsprechern. Tragflächen in der Jugendarbeit lautete das Motto der Tagung. Das griff die Referentin geschickt auf.
Die unterschiedlichen Funktionen der Tragflächen eines großen Düsenjets lieferten ihr die entsprechenden Stichworte: Aufwind, Steuerung, Triebwerke und Treibstoff.
Ehrenamtlich Mitarbeitende, so Gütlich, hätten irgendwann eine Initialzündung für den Aufwind erlebt, eine Begegnung mit einem Angebot, dass sie begeistert habe. Bei Anja Hillebrand waren es die „coolen Leute der Kindergottesdienstarbeit“, von denen sie sich anstecken ließ. Gütlich: „Wir brauchen ein Herz für die Zielgruppe und Leidenschaft für unsere Arbeit.“Die Tragflächen eines Flugzeuges haben auch Steuerungsfunktion. Für die Jugendarbeit braucht man, so die Referentin, ein Ziel und eine Vision. Silke Gütlich: „Wenn ich nicht weiß, wo ich hin will, kann ich auch keinen Kurs halten.“ Sie erläutert die Grundlage kirchlicher Jugendarbeit, wonach Angebote für Jugendliche sich aus dem Evangelium begründen und konstitutiv auf die Lebenslagen Jugendlicher bezogen sind. Grundlage evangelischer Arbeit mit Jugendlichen ist die wechselseitige Verschränkung zwischen der Botschaft des Evangeliums und der Orientierung an den Jugendlichen als Gestaltende ihrer Lebenswelt.
Für die Jugendarbeit muss man auch die Zielgruppe kennen. Wie sieht die Lebenswelt der Jugendlichen heute aus? Das Wissen um die Zielgruppe bestimmt die Methode. Daher rät sie den Ehrenamtlichen, regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen des Evangelischen Kirchenkreises und des CVJM teilzunehmen.
Die Triebwerke an den Tragflächen sorgen für den Schub. Sie stehen für erfolgreiches Engagement. Nach Gütlichs Erfahrungen kommen junge Leute nicht in eine Jugendgruppe, weil das Programm so gut ist, sondern sie kommen, weil sie die Leute dort so cool finden. Dennoch lebt die evangelische Jugendarbeit auch von ihren Inhalten. Gütlich: „Ohne ein Profil sind wir austauschbar mit anderen.“ In einem kleinen Exkurs geht sie auf das Problem der Überlastung ein. Die kann vermieden werden, wenn man nicht alles macht, sondern sich für Bestimmtes entscheidet und anderes bewusst lässt. Die Teilnehmenden hatten Gelegenheit, ihre eigene „Work-Life-Balance“ einzuschätzen. Körper, Sinn, Leistung und Arbeit sowie Kontakte sollten nicht einseitig überbelastet werden, „damit die Energie für euer Ehrenamt von langer Dauer ist.“
In den Tragflächen ist auch der Treibstoff untergebracht, ohne den ein großes Flugzeug heute nicht fliegt. Der Energieakku muss immer wieder neu aufgeladen werden. Die eigene gute Absicht reicht nicht aus. Neue Energie, so die kirchliche Jugendreferentin, erhalten wir aus dem Wort Gottes. Sich darauf einzulassen braucht Mut. „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden“, zitiert sie Jesaja 40,31. Gütlich: „Gott selbst richtet Menschen auf und schenkt eine neue Perspektive. Gott selbst gibt neue Energie und befähigt uns zu unserem Handeln. Wenn wir das ausprobieren, dann hat das etwas mit Mut zu tun. Dazu ermutige ich euch auch aus eigener Erfahrung.“
In vielen Workshops vormittags und nachmittags hatte die Ehrenamtlichen Gelegenheit, sich in speziellen Bereichen ihrer Arbeit weiterzubilden und sich mit anderen auszutauschen. Kinder- und Jugendschutz, Ton- und Bildtechnik gehörten ebenso dazu wie Spiele und Aktionen, Bibelleseangebote oder Gestaltung von Lobpreisangeboten. Die Zeit zum Gespräch, zu Begegnungen, andere Mitarbeitende kennen zu lernen war reichlich vorhanden. Als ein wichtiger Workshop erwies sich die „Küchenschlacht“ mit Rezepten für kleine und große Gruppen. Die Teilnehmenden dieser Arbeitsgruppe rund um Jugendreferent Arnd Kretzer hatten zugleich die Verpflichtung, für ein zünftiges Mittagessen aller zu sorgen.
Während der Mittagszeit konnten die Mitarbeitenden sich an etlichen Ständen auf dem Pausenhof informieren über Packs des CVJM, die Arbeit des Amtes für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen oder des Referates für Jugend- und Gemeindepädagogik des Kirchenkreises Siegen. Aber auch die Jugendkirche Kreuztal stellte sich vor. Und Jörg Viehmann von der Theologischen Buchhandlung Schneider hatte einen umfangreichen Büchertisch mit Fachliteratur zur Jugendarbeit aufgebaut.
Nach den Workshops am Nachmittag setzte die erste gemeinsame Fortbildung des Kirchenkreises und des CVJM besinnlich zur Landung an. Es erwies ich als ein Modell, was Schule machen könnte.
kp

Text zum Bild: (Fotos Karlfried Petri)

Viel Fachliches zur kirchlichen und CVJM-Jugendarbeit erfuhren die ehrenamtlich Mitarbeitenden auf der extrem gut vorbereiteten und inhaltlich vielseitigen Tagung im EVAU.

Silke Gütlich, Referentin im Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen, plädierte für eine evangelische Jugendarbeit mit Herz und Leidenschaft.

Für das leibliche Wohl der Tagungsteilnehmenden sorgte der Kochkurs unter der Leitung von Jugendreferent Arnd Kretzer.

Ein herzliches Dankeschön an die Referentin Silke Gütlich.Im Bild von links: Dorothee Pfrommer, Silke Gütlich und Anja Hillebrand.


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