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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Freiwilliger Friedensdienst in argentinischem Kindergarten
Tinka Greve sitzt auf gepackten Koffern

Tinka Greve leistet freiwilligen Friedensdienst
21.07.2011 16:05
Tinka Greve ist gespannt. In Gedanken überlegt sie, was alles in den Koffern Platz finden muss. Die Impftermine hat sie überstanden. Am 5. August besteigt die frisch gebackene Abiturientin aus Siegen ein Flugzeug und fliegt nach Quilmes, einen Vorort der Millionenstadt Buenos Aires. Dort wird sie für ein Jahr in einer evangelischen Kindertagesstätte arbeiten und die alltäglichen Aufgaben einer Erzieherin übernehmen.
Tinka Greve: „In dieser Region gibt es noch viel zu wenige Kindertagesstätten, obwohl sie unbedingt notwendig wären. Viele Menschen leben am Existenzminimum und nur entsprechende Plätze in einer Kindertagesstätte würde es den Müttern ermöglichen, zum Familieneinkommen beizutragen.“

Ihr Abitur hat die Siegenerin, die zur Evangelischen Martini-Kirchengemeinde gehört, am Peter-Paul-Rubens-Gymnasium gemacht. Jetzt legt sie in der weiten Ferne ein Orientierungsjahr ein, wie sie sagt. Sie weiß noch nicht, was sie einmal studieren will. Lateinamerika hat sie schon immer interessiert. Am Gymnasium hat sie eine Facharbeit über Kirchen in Lateinamerika verfasst. Ihre Patentante ist Lateinamerikabeauftragte im Nordelbischen Missionszentrum in Hamburg. Viel hat die Patentante von Lateinamerika erzählt und Bilder hat sie auch mitgebracht. Das Fernweh reifte heran.

Die Friedensdienststelle im etwa 11.500 km Luftlinie entfernten Quilmes vermittelte ihr die Evangelische Kirche von Westfalen. Die entsendet in Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche im Rheinland Freiwillige im Rahmen des „weltwärts“-Programms.
Das „weltwärts“-Programm, eine Einrichtung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, bietet Stellen an für einen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst im Ausland. Das Motto von „weltwärts“ lautet „Lernen durch tatkräftiges Helfen“. Das Programm soll das Engagement für die Eine Welt nachhaltig fördern, indem es jungen Menschen einen interkulturellen Austausch in Entwicklungsländern ermöglicht. Das Ministerium übernimmt die Kosten für den Flug, Unterkunft, Verpflegung und ein Taschengeld.
Verbunden mit der Stellenzuweisung ist die Bildung eines Unterstützerkreises in der Heimat. 1.800 Euro sollen hier durch Fundraising-Aktionen gesammelt werden und den Aufenthalt in dem Entwicklungsland mit finanzieren. Dies ist Teil der Aufgabenstellung. Zudem ist die Öffentlichkeit über die Arbeit zu informieren.

Im Februar dieses Jahres erhielt Tinka Greve die Nachricht von der Evangelischen Kirche von Westfalen, dass sie die Stelle in dem Kindergarten erhält. Zuvor musste sie sich einem Bewerbungsgespräch in Bielefeld unterziehen. Es folgte ein Vorbereitungsseminar in Bonn bei der Evangelischen Kirche im Rheinland. Und Spanisch lernte sie. Zunächst in der Volkshochschule. Das ging ihr deutlich zu langsam. Sie nahm Privatstunden bei einem mit der Familie befreundeten Spanischprofessor und zuletzt bei einer Peruanerin.

Der Kindergarten in Quilmes wird von einer deutschen Auswanderin geleitet. Trägerin ist nach Angaben von „weltwärts“ die Evangelische Kirche am La Plata, eine lutherische Kirche, die von deutschen Einwanderern in Buenos Aires 1899 gegründet wurde. Sie vereinigt 42 Gemeinden im Dreiländereck Argentinien, Paraguay und Uruguay. Seit 1965 sind die Evangelische Kirche am La Plata und die westfälische Landeskirche partnerschaftlich verbunden.

Wer Tinka Greve in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr in Argentinien finanziell unterstützen will (Spendenbescheinigungen können über die Evangelische Kirche von Westfalen ausgestellt werden) oder per Rundbrief über ihre Arbeit in Quilmes formiert werden möchte, kann sich mit ihr in Verbindung setzen: tinka.greve@gmx.net oder Tel.: 0271/57738. Noch fehlen der Abiturientin einige Unterstützende. Sie freut sich auch über kleine finanzielle Zuwendungen.
kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
Die 20-jährige Tinka Greve arbeitet ab August dieses Jahres in einer evangelischen Kindertagesstätte in Argentinien. Ihren Sonnenhut wird sie in dem sonnigen Land gut brauchen können.

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