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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

„In Gosenbach ist die Kirche noch mitten im Dorf“
Evangelischer Kirchenkreis Siegen besuchte eine Woche lang die Kirchengemeinde

Visitation in der Ev. Kirchengemeinde Gosenbach
26.10.2011 14:47

Fast eine ganze Woche lang war der Evangelische Kirchenkreis Siegen vom 16. bis 21. Oktober zu Gast in der Kirchengemeinde Gosenbach. Mit einem gut besuchten Gottesdienst am Sonntagmorgen, den der Gemischte Chor und der Chor „Taktvoll“ musikalisch bereicherten, begann die Visitation. 29 Besuchstreffen folgten, um die vielen Gruppen, Kreise und Einrichtungen der Kirchengemeinde kennen zu lernen. Während einer Rundfahrt bei Herbstsonnenschein durch die Orte der Kirchengemeinde konnte das Visitationsteam einen ersten Eindruck von den räumlichen Verhältnissen der Kirchengemeinde gewinnen.
Die Kirchengemeinde erstreckt sich über zwei unterschiedlich geprägte Ortsteile. Während Oberschelden eher dörflich-ländlich geprägt ist, sind in Gosenbach die vergangenen Tage des Eisenerzbergbaus immer noch sichtbar. Selbst das Kirchengebäude hat mit dem Erbzbergbau zu tun, ist es doch aus einem ehemaligen Maschinenhaus der Grube Storch und Schöneberg entstanden. Gemeinsam mit den Kirchengemeinden Niederschelden, Eisern und Eiserfeld bildet die Kirchengemeinde Gosenbach mit ihren rund 2.500 Gemeindegliedern die Region 3 (Siegen-Süd) des Kirchenkreises.

Während der Visitationswoche konnten die Vertreterinnen und Vertreter des Kirchenkreises beispielsweise Gespräche führen im evangelischen Kindergarten Oberschelden, mit den Mitarbeitenden des Frauentreffs, dem Gemeinderedaktionsteam, mit den Vorsitzenden der CVJM und den Gemeinschaften, dem Besuchsdienst und der Diakonie. Nicht nur dem Seniorenclub und dem offenen Gesprächskreis, auch der Grundschule wurde ein Besuch abgestattet sowie die Jugendarbeit in Gosenbach und Oberschelden in den Blick genommen.

Ein besonderer Programmpunkt war der Empfang des Kirchenkreises, zu dem Vertreter der Vereine der Ortschaften Oberschelden und Gosenbach wie Heimatverein, DRK, Frauenverein des DRK, Turnverein Gosenbach, Feuerwehr, Ortsverband des VdK Oberschelden, AWO, Diakonie, Gemeinschaften und CVJM eingeladen waren. Mit ihnen kamen die Kirchenkreisvertreter ins Gespräch, auch um eine „Außensicht“ auf die Kirchengemeinde und die Bezüge zu den Ortsvereinen zu erfahren. In ihrer Begrüßung schilderte Superintendentin Annette Kurschus ihre ersten Eindrücke von der Visitation. Und die waren durchweg positiv. Kurschus: „Zwei ganz unterschiedliche Partner, Gosenbach und Oberschelden, ziehen in dieser Kirchengemeinde an einem Strang. Wir beginnen während unserer Visitation zu ahnen, wie viel Toleranz, wie viel langer Atem, wie viel Kompromissbereitschaft und gegenseitige Achtung nötig sind, damit aus diesem gemeinsamen Ziehen nicht eine ständige Zerreißprobe wird.“ Die Superintendentin hob die starke Präsenz und hohe Integrationsfähigkeit von Pfarrerin Annette Hinzmann und Diakon Karl Wagner hervor und benannte eine erstaunlich offene Gesprächskultur sowie eine spürbare Leidenschaft für die Gemeinde im Presbyterium. Ein umfangreiches und vielfältiges Gemeindeleben mit vielen engagierten Mitarbeitenden wurde in der Visitationswoche wahrgenommen. In beiden Ortschaften gibt es ein aktives Vereinsleben, von dem auch die Kirchengemeinde profitiert und das nicht nur bei ihrem alle zwei Jahre stattfindenden Gemeindefest. Eine Pfarrerin aus einer Nachbargemeinde formulierte in einem Gespräch: „In Gosenbach ist die Kirche noch mitten im Dorf.“ Es wird ein gutes Miteinander von Kirchengemeinde, Gemeinschaft und CVJM gepflegt. Die Konfirmandenarbeit wurde in den vergangenen Jahren neu strukturiert und mit der Jugendarbeit des CVJM vernetzt.

Das gegenseitige Besuchen wurde in den christlichen Gemeinden von Anfang an praktiziert. Schon im Neuen Testament wird davon berichtet, wie Gemeindeglieder andere Gemeinden aufsuchten, um sich deren Nöten anzunehmen, sie zu beraten, zu ermutigen und zu stärken. Eine besonders wichtige Funktion hatten die Visitationen in der Reformationszeit, als es galt, die Gemeinden neu zu gestalten und im Auge zu behalten, wie sie sich entwickelten und Jahrhunderte später in der Zeit des Kirchenkampfes, als die Gemeinden der Bekennenden Kirche sich nicht auf die Kirchenbehörden verlassen konnten, weil diese der von den Nazis geprägten Irrlehre der „Deutschen Christen“ anhingen.
kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)

In der evangelischen Kirche in Gosenbach versammeln sich die Gemeindeglieder zum Gottesdienst.

Auf einer Rundfahrt durch Oberschelden und Gosenbach gewann das Visitationsteam des Kirchenkreises einen Eindruck von den geografischen Verhältnissen der Kirchengemeinde und den Strukturen der beiden Orte. Von der Anhöhe „Auf der Alm“ fällt der Blick auf Gosenbach mit der evangelischen Kirche.


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