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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Theologisches Theater in SiegenPetrus der Pontifex – ein Leben in acht Bildern
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01.10.2003 14:14
Das Leben des Apostels Petrus wurde am vergangenen Samstag im Gemeindehaus der Martini-Kirchengemeinde in der St.Johann-Straße als theologisches Theater aufgeführt.30 ehrenamtliche Laienschauspieler, Sängerinnen und Sänger sowie Tänzerinnen und Tänzer haben sich mehrere Wochen im vergangenen halben Jahr spielend, singend und tanzend mit dem Theaterstück auseinandergesetzt und es einstudiert unter der Leitung der Verfasser Prof. Dr. Walter J. Hollenweger und Estella F. Korthaus. Ersterer ist ein schweizer reformierter Theologe, letztere ist Theaterpädagogin und arbeitet an den Stadttheatern Freiburg und Württemberg.Eindrücklich inszeniert zeigte das Stück, wie der gar nicht so religiöse Fischer Petrus zum Jünger Jesu wird. Das Publikum konnte miterleben, wie Petrus mit seinen Enttäuschungen umgeht und wie er begreifen lernt, was Gnade heißt. Und schließlich kommt es zum Konflikt zwischen Petrus und Paulus, weil sie unterschiedlich das Zentrum des christlichen Glaubens, den Kreuzestod Jesu, auslegen. Petrus muss sich damit auseinandersetzen, welche Aufgabe er für die und in der Kirche gestellt bekommen hat und das Stück machte deutlich, wie diese Aufgabe, nämlich Pontifex zu sein – Brücken zu bauen –, in den Kirchen verloren gegangen ist. Schließlich wird in dem Theaterstück herausgearbeitet, wie vielfältig das Christentum von Anfang gewesen ist.In acht Bildern wurden Begebenheiten aus dem Leben des Apostels in Szene gesetzt und interpretiert. Darin enthalten waren beispielsweise die Heilung der Schwiegermutter des Petrus in Kapernaum, die Auferweckung der Tochter des Jairus, die Fußwaschung, die Begegnung des Petrus mit den Frauen nach der Auferstehung Jesu aber auch die Auseinandersetzungen mit Paulus um die Bedeutung des Todes Jesu. Dialoge, Gesänge, Instrumentalstücke und Tänze bildeten eine Einheit. Chor und Tänzer waren in das Bühnengeschehen einbezogen. Es entstand der Eindruck einer Erzählgemeinschaft, wie sie früher im Orient üblich war.Anders als in normalen Schauspielhäusern spielten die „Theaterleute“ ihr Stück nicht in erster Linie für das Publikum, sondern für sich selbst. Es ist nämlich die besondere Art des Herangehens an biblische Texte und deren Inszenierung, durch die der Theologieprofessor einen anderen Zugang zur Bibel erreicht, auch für Menschen, denen die Texte nicht geläufig sind.Das Publikum kam aber auch, vielleicht gerade deshalb, auf seine Kosten. Es wurde deutlich, dass nicht nur Texte auswendig gelernt wurden, sondern dass man sich unter Anleitung gründlich mit den biblischen Inhalten und der Inszenierung auseinander gesetzt hat. Eingeladen, das Stück einzuüben, hatte das Jugendreferat des Kirchenkreises Siegen, das in diesen Tagen sein 25-jähriges Bestehen feiert. Aus dem Publikum kam nach der Aufführung der Wunsch: „Das darf aber nicht die einzige Aufführung gewesen sein, das muss wiederholt werden.“ kpText zum Bild: (Foto Karlfried Petri)Sehr eindrücklich spielten die Laienschauspieler beispielsweise die Fußwaschung und setzten den theologischen Streit zwischen Petrus und Paulus in Jerusalem in Szene.

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