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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

„Ökumene ist die Globalisierung der göttlichen Liebe.“
Missionsfest im Kreuzeszeichen der Kindernothilfe

Missionsfest 2011 Oberfischbach
08.11.2011 15:58

Die weltweite Arbeit der Kindernothilfe war am vergangenen Samstag und Sonntag (5./6.11.2011) Thema des Missionsfestes der evangelischen Kirchengemeinde Oberfischbach. Mit einem Vortrag, einem Film und auf Stellwänden informierte Dr. Ingrid Hruby, zuständig für Bildung und Öffentlichkeitsarbeit der Kindernothilfe, über die christliche Hilfsorganisation.
Die wurde 1959 von Christinnen und Christen in Duisburg mit dem Ziel gegründet, Not leitenden indischen Kindern zu helfen. Im Laufe der Jahre ist sie zu einem der größten christlichen Kinderhilfswerke in Europa gewachsen. Heute unterstützt die Kindernothilfe über 650.000 Kinder in 29 Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Die Kindernothilfe sucht sich christliche Partner aus evangelischen oder katholischen Kirchen sowie Freikirchen aus, um mit diesen vor Ort ihre Arbeit aufzubauen. Fast 1000 Projekte werden derzeit betreut. Die Organisation ist kein Werk der evangelischen Kirche, sondern in Form eines Vereins geordnet und leistet ihre Arbeit in ökumenischer Weite. Hruby: „Ökumene ist die Globalisierung der göttlichen Liebe.“ Angeschlossen ist der Verein dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Als Ziele des Hilfswerkes nannte Ingrid Hruby, Kindern die Chance auf ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, in dem sie ihre Talente und Gaben entfalten können. Zudem sollten die Kinder in die Lage versetzt werden, ihre Entwicklung in die eigenen Hände zu nehmen. Um dies zu erreichen, müssen Kinderrechte gestärkt und den Kindern die Chance eröffnet werden, ihre Meinung einbringen zu können. Hilfe zur Selbsthilfe ist das Prinzip, nach dem die Kindernothilfe arbeitet.
Ein Schwerpunkt der Kindernothilfe liegt auf der Bekämpfung der Armut. Nahrung, Wasser und ärztliche Versorgung sind Grundbedürfnisse, die den Menschen verfügbar sein sollen. Hinzu kommen Grundbildung und schulische Förderung. Hruby: „Weltweit haben zweidrittel aller Mädchen nicht die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen. Daher widmet sich die Kindernothilfe gezielt der Förderung von Mädchen und Frauen.“ Auch bei der Entwicklung von Gemeinwesen erfolgt die Hilfe über die Frauen. Durch Frauenselbsthilfegruppen werden ganze Regionen erreicht und durch die Vergabe von Kleinstkrediten an Frauen wird vielen Familien der Aufbau landwirtschaftlicher Ernährungsquellen oder kleiner Betriebe ermöglicht. Frauen gehen mit den anvertrauten Krediten gewissenhaft um und erwirtschaften den Lebensunterhalt für ihre Familien. „Hruby: „Die Erfahrungen haben gezeigt, dass mit Männern in der Entwicklungshilfearbeit nichts anzufangen ist.“
Humanitäre Hilfe leitet das Hilfswerk nur, wenn ein Partnerland betroffen ist und die örtlichen Verhältnisse und Strukturen bekannt sind.
Die Arbeit der Kindernothilfe kann unterstützt werden mit 31 Euro im Monat für eine Patenschaft oder aber mit 15 Euro für eine Projektpatenschaft. Die Arbeit im Ausland wird von der Geschäftsstelle in Duisburg aus koordiniert.

„Der Globalisierung ein Gesicht geben“ lautete das Thema des Vortrags von Ingrid Hruby. Schon in ihrer geistlichen Betrachtung über die Bußpredigt Johannes des Täufers griff sie die globalen Auswirkungen beispielsweise des Klimawandels auf mit seinen Folgen für Kinder und ihre Rechte. Starkregen, Ernteausfälle, verarmte Familien, die für Kinder Schulgeld nicht mehr aufbringen können und die frühe Verheiratung von Kindern seien Folgen des Klimawandels, die Kinder besonders hart träfen. Die Gewinnung von Land zum Anbau von Energiepflanzen vernichte Regenwald, schaffe Monokulturen, führe zur Vertreibung von Kleinbauern und gefährde die Existenz vieler Familien. Hungertod sei eine Folge. Hruby: „Buße bedeutet Umkehr. Wie geht es uns damit? Was sind wir bereit zu tun? Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sind Leitwerte, denen wir verpflichtet sind. Wir sind aufgefordert umzukehren und unser Verhalten zu ändern, unseren Kindern zuliebe.“ Dazu gehört für die Referentin, die Probleme beim Namen zu nennen und auch nach Lösungen zu suchen.

„Alle Kinder dieser Welt wünschen sich Frieden, der die Welt erhält“ sangen die Kinder des Kinderchores „Kirchenmäuse“. Sie gestalteten das informative Missionsfest mit, bevor sie mit den anderen Kindern und den Mitarbeitenden der Sonntagsschulen ihr eigenes Programm erlebten.

Ein Gottesdienst am Sonntagmorgen mit Pfr. Dr. Christoph Morgner und dem Gemischten Chor Bottenberg schloss das diesjährige Missionsfest in Oberfischbach ab.
kp

Text um Bild: (Foto Karlfried Petri)


Auf Stellwänden, durch einen Vortrag und einen Film informierte Dr. Ingrid Hruby über die Arbeit der Kindernothilfe. Im Bild: Helmbrecht Winkel im Gespräch mit Ingrid Hruby.

Bild oben: Der Kinderchor die „Kirchenmäuse“ bereicherte das Missionsfest musikalisch.


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