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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Kreissynode Siegen II
Spare in der Zeit, so hast du in der Not
Haushalt 2012 verabschiedet

Finanzausschussvorsitzender Rolf Marxmeier
02.12.2011 12:43
Der Vorsitzende des Finanzausschusses Rolf Marxmeier wurde deutlich: „Ich betone es daher noch einmal, dass jegliche zusätzlichen finanziellen Belastungen, die am Ende zu Lasten der Gemeinden gehen, vermieden werden müssen.“ Der Finanzausschussvorsitzende warnte bei der Vorstellung des Haushaltes 2012 vor Begehrlichkeiten in Zeiten, wo augenscheinlich die Kirchensteuerquellen ob der guten Konjunktur sprudeln. Und in der Tat sind die Einnahmen zurzeit höher, als man es 2005 noch vermutete. Das höchste Kirchensteueraufkommen wurde 1992 mit 477 Mio. Euro erzielt, das niedrigste 2005 mit 382 Mio. Euro. Die für das zu Ende gehende Jahr erwarteten 440 Mio. Euro sind daran gemessen ein erfreuliches Ergebnis, vordergründig zumindest. Berücksichtigt man den Kaufkraftverlust der Währung, ist die finanzielle Leistungsfähigkeit tatsächlich in den letzen Jahren gesunken. „Spare in der Zeit, so hast du in der Not“ bemühte Marxmeier ein allseits bekanntes und oft wenig beherztes Sprichwort. Und die Not fängt laut Prognosen der westfälischen Landeskirche voraussichtlich im Jahre 2015 an. Bis dahin gilt es vorzusorgen und einiges auf die hohe Kante zu legen, damit das weniger Haben nicht ganz so schmerzhaft verläuft. So verfährt auch die Landeskirche. Nur ein Teil der Mehreinnahmen fließt in die Kirchenkreise und Gemeinden. Sparsam sein trotz Mehreinnahmen ist laut Marxmeier angesagt. Für das Jahr 2012 plant die Landeskirche mit Steuereinnahmen in Höhe von 420 Mio. Euro. Die Verteilsumme an die Kirchenkreise beträgt 249,2 Mio. Euro. Knapp 70 Mio. Euro werden für den EKD-Finanzausgleich, den allgemeinen Haushalt der Landeskirche, für gesamtkirchliche Aufgaben und die Pfarrbesoldung vorweg abgezogen. 13,049 Mio. Euro erhält der Evangelische Kirchenkreis Siegen. 78% davon steht den Gemeinden zur Verfügung, 10% fließt in die Referate und Dienste und mit 12 % muss die Verwaltung und Superintendentur auskommen. Rund 10 Mio. Euro verbleiben also den Gemeinden, über die sie aber nicht verfügen können. Etliches davon ist bereits ausgegeben – für die Pfarrbesoldung beispielsweise oder für die Jugendreferenten. Und auch die Kindertagesstätten wollen finanziert sein. Für die mahnte Marxmeier dringend eine höhere Refinanzierung durch den Staat an. Und die Gemeinden? Sie erhalten im nächsten Jahr 27,93 Euro pro Gemeindeglied und damit 70 Cent mehr als in diesem Jahr.

Den sogenannten Synodalen Diensten, zu denen die Referate gehören, stehen 10% des Netto-Kirchensteueraufkommens zu, verbrauchen jedoch ein wenig mehr. 21.438 Euro müssen der Rücklage entnommen werden, damit sie mit dem Einkommen auskommen. Diese geringe Mehraufwendung konnte durch zusätzliche Einnahmen und Kostenumschichtungen erzielt werden. Marxmeier rechnet damit, dass ab 2015 dieser Arbeitsbereich ohne Rücklagenentnahme auskommen wird. Dies allerdings nur, wenn keine neuen Kosten für diese Tätigkeitsbereiche beschlossen werden.
Der Leitung des Kirchenkreises sowie der Verwaltung stehen im kommenden Jahr rund 1.566 Mio. Euro zu, zuzüglich einer geringen Rücklagenentnahme. Ob des vorgelegten ausgeglichenen Haushalts und den Sparbemühungen in allen Bereichen fiel es der Kreissynode leicht, den Haushalten mit großer Mehrheit zuzustimmen.
kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)
„Spare in der Zeit, so hast du in der Not“, lautete das Credo des Finanzausschussvorsitzenden Rolf Marxmeier bei der Einbringung des Haushalts für 2012.

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