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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Gemeinsame Erklärung von Dekanat Siegen und Ev. Kirchenkreis Siegen
Superintendentin Annette Kurschus und Dechant Werner Wegener begrüßen den Verzicht auf verkaufsoffene Sonntage 2012 in Siegen
- Das „Siegener Signal“: ein Beispiel für andere Städte und Gemeinden –


08.12.2011 15:34

Gemeinsame Erklärung von Dekanat Siegen und Ev. Kirchenkreis Siegen
Superintendentin Annette Kurschus und Dechant Werner Wegener begrüßen den Verzicht auf verkaufsoffene Sonntage 2012 in Siegen
- Das „Siegener Signal“: ein Beispiel für andere Städte und Gemeinden –

Mit der Entscheidung des Siegener Stadtrates im Jahr 2012 keine verkaufsoffenen Sonntage zu genehmigen, haben die Siegener Stadtverordneten mehrheitlich ein deutliches Zeichen zum Schutz des Sonntags gesetzt. „Allen, die daran mitgewirkt haben und sich zum Teil schon jahrelang für den Sonntag einsetzen, ist dafür sehr zu danken“, so Dechant Werner Wegener.
Es ist zu hoffen, dass in unserer Gesellschaft ein neues Nachdenken einsetzt über das, was dem menschlichen Leben Würde und Sinn gibt und was dem Zusammenhalt in unserer Gesellschaft dient.Der Sonntag ist ein Segen und ein Gewinn für alle, wie es die evangelische und die katholische Kirche und der DGB Nordrhein-Westfalen schon vor Jahren gemeinsam erklärt haben.

Anlässlich der Siegener Entscheidung rufen Dechant Wegener und Superintendentin Kurschus die gemeinsam formulierten Gedanken in Erinnerung:
• Der Sonntag ist ein Geschenk für alle, der Woche für Woche wiederkehrt und dem gesellschaftlichen Leben den notwendigen Zeitrhythmus gibt.
• Der Sonntag ist für den Christen heilig, weil sie sich im Gottesdienst an Tod und Auferstehung Jesu erinnern.
• Der Sonntag weist auf die Fülle des Lebens, auf die Schöpfung hin. Leben ist mehr als kaufen und verkaufen, produzieren und konsumieren, leisten und schuften.
• Der Sonntag unterbricht den Alltag zum Ausspannen und Aufatmen. Ohne Sonntage gäbe es nur Werktage.
• Der Sonntag ist ein Gemeinschaftstag, für Familie und Freunde auch zur Gemeinschaft mit Kranken und Einsamen.
• Der Sonntag behütet den heilsamen Lebensrhythmus von Arbeit und Ruhe; er tut vor allem den Menschen gut, die über ihre Arbeitszeit nicht selbst bestimmen können.
• Der arbeitsfreie Sonntag ist eine von den Gewerkschaftsmitgliedern erkämpfte Errungenschaft für eine solidarische und gerechte Gesellschaft.

„Der Sonntag“, so Superintendentin Kurschus, „ist Zeichen dafür, dass wir nicht aus uns selbst leben, aus dem, was wir erwirtschaften, sondern dass wir uns Gott verdanken. Der Sonntag öffnet uns für diese Dimension des Lebens. Damit setzt er auch unseren Arbeitsverhältnissen eine Grenze: Auch sie sind es nicht, die bestimmen, wer wir letztlich sind. Der Sonntag ist für unser Gemeinwesen unersetzlich, denn er steht gegen die Entsolidarisierung der Gesellschaft und er lässt auch die gebeutelte Schöpfung zur Ruhe kommen“Angesichts der „Siegener Entscheidung“ gilt ein besonderer Dank denjenigen in Kirchen, kirchlichen Verbänden, der regionalen Allianz für den freien Sonntag und den Gewerkschaften, die sich mit langem Atem für den arbeitsfreien Sonntag einsetzen.
Den Siegener Stadtverordneten gebührt Respekt für ihre Entscheidung. Sie haben sich in einem Abwägungsprozess letztlich für den Schutz des Sonntags entschieden und vielleicht einen bedeutenden Meilenstein gesetzt. Hoffentlich kommen auch andere Städte und Kommunen ins Nachdenken und Nachahmen. Das „Siegener Signal“ verdient Beachtung!


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