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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Gaumenfreuden nach „biblischen Rezepten“:Eine kulinarische Reise in die Vergangenheit zu Moses und dem wandernden Gottesvolk
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15.10.2003 17:24
Der erste biblisch-ökumenische Kochkurs fand jetzt in der Kreuztaler Kreuzkirche im Rahmen des „Jahres der Bibel“ statt. Initiiert wurde der Abend von Pfarrer Matthias Elsermann, der sich etwas ganz Besonderes ausgedacht hat: Einen Lern- und Kochkurs, bei dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach einem thematischen Vortragsteil aus der Bibel die Möglichkeit hatten, Ernährungsgewohnheiten der Menschen, die im Mittelpunkt des thematischen Teils des Abends standen, kennen zu lernen und danach zu kochen. Unter der Leitung des Pfarrers, der beim thematischen Teil des Kochabends von der Vikarin der Kreuzkirche Silke van Doorn unterstützt wurde, ging die Reise an diesem ersten von weiteren drei geplanten Abenden zu Moses und dem Volk Israel. Auch geht es thematisch an den einzelnen Abenden um verschiedene Vorstellungen von Gemeinde, wie sie in der Bibel und in der weltweiten Christenheit deutlich werden.Nach einem gemeinsamen Lied und einer kurzen Vorstellungsrunde der 12 interessierten Teilnehmer, konnte man zunächst einige wichtige Aspekte aus dem Leben des Moses erfahren, die von der Vikarin lebendig vorgetragen wurden. Im Vordergrund standen hierbei der Auszug Moses mit seinem Volk aus Ägypten und die 40 Jahre andauernde Reise durch die Wüste. Wie ernährte sich das Volk in dieser Zeit und wie gingen Moses und sein Volk mit der Situation um, in der sie sich befanden? Diese Fragen wurden im ersten Teil des Abends weitgehend beantwortet und Silke van Doorn beschloss ihn mit dem jüdischen Lied „Oße schalom bimromaw“, welches den Abschluss des täglichen jüdischen Gebets bildet und übersetzt soviel wie „Der Frieden in den Höhen macht, wird auch uns den Frieden bringen“ bedeutet.Bevor man zum praktischen Teil es Abends überging, auf den alle Anwesenden gespannt waren, erläuterte Pfarrer Elsermann kurz einige Aspekte der Ernährung zu dem zuvor behandelten biblischen Kapitel näher. Die für den Abend vorgesehenen Speisen wurden vorgestellt und im biblischen Kontext nochmals erläutert: Die wohl bekannteste Speise, die den Israeliten in der Wüste zur Verfügung stand, um sich zu ernähren, war das Manna. Im zweiten Buch Moses 16,31 heißt es: „Und das Haus Israel nannte es Manna. Und es war wie weißer Koriandersamen und hatte einen Geschmack wie Semmel mit Honig.“ Das „Manna“- Rezept des Abends, entnommen aus einem biblischen Kochbuch, richte sich somit nach der Beschreibung seines Geschmackes in der Bibel, nämlich „wie Semmel mit Honig“, erklärte Pfarrer Elsermann, der selbst leidenschaftlich gerne kocht. Neben dem aus der Bibel bekannten „Manna“ wurde eine Linsensuppe hergestellt, die eine übliche Hirtennahrung vergangener Zeiten darstellt. Auch hier wurde der biblische Hintergrund deutlich: Nach Moses Flucht in die Wüste – noch bevor er nach Ägypten zurückkehrte, um sein Volk durch die Wüste ins „Gelobte Land“ zu führen – hütete er Schafe und lernte, in einer trockenen, unfruchtbaren und menschenleeren Region zu Leben, ganz allein mit seinen Herden. Es ist zu vermuten, dass seine Nahrung der aller Hirten glich. Daher war die nahrhafte „Linsensuppe nach Patriarchenart“ wichtiger Bestandteil auf der Speiseliste des ersten biblischen Kochabends.Die übrigen Speisen des Abendmenüs waren üppiger als das, was den Israeliten auf ihrer Wanderung zur Verfügung stand, jedoch waren und sind alle ihre Zutaten an verschiedenen Stellen des Sinai und der Negevwüste zu finden. Als Hauptgang des kulinarischen Menüs standen Sellerie-Püree, Lammkeule und überbackene dicke Bohnen auf dem Speiseplan. Zudem wurde ein pikanter Rohkostsalat mit Salatsauce „Wüstenart“ angerichtet und zum Dessert gab es einen Fruchtsalat. In kleine Arbeitsgruppen eingeteilt, wurde in der Küche fleißig gekocht, gebacken und gebraten, bevor man sich anschließend an den schön gedeckten Tisch setzte, um gemeinsam zu speisen und die verschiedenen Gerichte zu probieren und sich untereinander auszutauschen. Alle Teilnehmer waren begeistert über das, was sie in relativ kurzer Zeit gemeinsam hergestellt hatten. Alexandra WenkText zum Bild: (Foto Alexandra Wenk)Dass das gemeinsame Kochen in der Küche der Kirche Kreuztal Spaß machte und schmeckte, war allen Beteiligten deutlich abzuspüren.

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