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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Zukunft von 44 Kindergärten in Siegen in der Diskussion
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27.11.2003 15:20
Es ging um ein schwieriges Thema, zu dem der AWO-Kreisverband Siegen-Wittgensstein/ Olpe und der Kirchenkreis Siegen Bürgermeister Sötzel, Vertreter der Ratsfraktionen und der Stadtverwaltung im Haus der Kirche in der Siegener Oberstadt an einen Tisch brachte: Die Zukunft von 44 Kindergärten in der Krönchenstadt. Die beiden großen Träger sehen sich kaum noch in der Lage, die vielen Einrichtungen zu unterhalten. Ursache: Absenkung des freiwilligen Anteils der Sachkosten durch die Kommune seit 1995 bei steigenden Ausgaben und wachsenden Anforderungen an die Qualität der Arbeit. Uwe Hofheinz, AWO-Fachbereichsleiter, und Beate Helbers, Leiterin des Referates der Tageseinrichtungen für Kinder im Kirchenkreis Siegen, machten deutlich, dass die Kindergärten bereits 1998 als Sparschwein herhalten mussten. Damals bescherte die Novellierung des Gesetzes über Tageseinrichtungen für Kinder (GTK) einen dramatischen Umbruch und einen erheblichen Stellenabbau in der NRW-Kindergartenlandschaft, die sich auch in Siegen deutlich niederschlug. Mittlerweile geht es nach Ansicht der Trägervertreter um die Substanz. Sie ließen keinen Zweifel daran, dass ihre Finanzsituation angespannter ist denn je. Hartmut Menzel, Leiter des Kreiskirchenamtes Siegen/Wittgenstein: „Es würde uns schon etwas helfen, wenn die Stadt Siegen die freiwilligen Zuschüsse in gleicher Höhe gewährte wie der Kreis Siegen-Wittgenstein.“Unterschiedlich sind zwar die Zahlenwerke von AWO und Kirchenkreis. Die AWO als finanzschwacher Träger wird anders bezuschusst als der Kirchenkreis. Unterm Strich bleibt für beide jedoch ein jährliches Defizit im fünfstelligen Bereich, dass aus Rücklagen, Spenden, Mitgliedsbeiträgen und Kirchensteuern nicht mehr aufzufangen ist. Superintendent Friedemann Hillnhütter:“ Wenn es so bleibt, können wir die Kindergartenarbeit nicht mehr so weiterführen wie bisher.“ Wir wollen den Status von 1995 wieder haben, forderten Hillnhütter und AWO-Geschäftsführer Hans-Georg Fey einmütig. Damals war die Kassenlage noch in Ordnung. Den Kindergärten ging es noch verhältnismäßig gut. Daher kamen damals die freien Träger den Wünschen der Politik auch gerne nach und schufen neue Einrichtungen, um den staatlich garantierten Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz im Auftrag der Stadt Siegen zu erfüllen. „Heute noch“, betonte der stellvertretende AWO-Kreisvorsitzende Peter Eberlein, „ist die Trägervielfalt Siegens einzigartig für NRW.“ „Wir sind dankbar,“ bemerkte Siegens Bürgermeister Ulf Stötzel in der Runde, „dass die freien Träger mit ihrem Engagement die Kommune an dieser Stelle entlasten.“ Und dies wohl auch, weil sich die finanzielle Situation der Stadt Siegen nicht besser darstellt als die der Träger. “Der Karren ist an der Wand. Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten müssten wir Konkurs anmelden“, so Stötzel wörtlich. Dennoch signalisierten er, Beigeordneter Steffen Mues und auch die anwesenden Fraktionsvertreter (Gerda Nauck (FDP), André Schmidt (CDU), Karl-Wilhelm Kirchhöfer (SPD) und Hans-Günter Bertelmann (UWG) Gesprächsbereitschaft. Wo Verhandlungsspielraum gesehen wird, wurde noch nicht deutlich. Stötzel: „Dies soll Thema weiterer Gespräche zwischen den Fachleuten sein.“Doch auch wenn diese Klippe umschifft ist, drohen bereits die nächsten Stromschnellen. Die rückläufige Entwicklung der Kinderzahlen in Siegen brachte Horst Fischer, Leiter des Fachbereiches Soziales, Familie, Jugend, Wohnen der Stadt Siegen, ins Gespräch. Was für den städtischen Haushalt eine Entlastung bedeuten kann, liegt den Trägern womöglich schwer im Magen. Stellenabbau und Gruppenschließungen müssen gehändelt werden. Laut Fischer schon im nächsten Kindergartenjahr. Dann werden im Stadtgebiet rein rechnerisch fünf Gruppen nicht mehr benötigt.Corinna Schleifenbaum, AWO-Kreisverband Siegen-Wittgensstein/ Olpe Karlfried Petri, Kirchenkreis SiegenText zum Bild:Am runden Tisch diskutierten Vertreter der AWO-Kreisverband Siegen-Wittgenstein/Olpe und des Kirchenkreises Siegen mit Bürgermeister Ulf Stötzel sowie Vertretern der Ratsfraktionen und der Verwaltung über die Zukunft der Siegener Kindergärten beider Träger.

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