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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

„Unterwegs sein und doch zu Hause“
Autobahnkirche im Siegerland eingeweiht

EInweihung der Autobahnkirche Siegerland
27.05.2013 12:45

Die neue Autobahnkirche im Siegerland auf dem Gelände des Autohofs Wilnsdorf, an der A 45, wurde am Sonntag, 26. Mai 2013, eingeweiht. Das neben der Kirche aufgebaute größere Festzelt konnte die über 300 Gäste kaum fassen. Als Höhepunkt am Ende der Festveranstaltung zogen die Menschen in einer Prozession vom Zelt zur Kirche und brachten eine Bibel, die Altarkerze, das Anliegenbuch und ein Opferlicht in das Gotteshaus. Der Prozession gingen Jugendliche aus umliegenden Kirchengemeinden mit ihren Lichtern voraus.
Zuvor wurden die Gäste zu Beginn der Einweihungsfeier mit Alphornklängen begrüßt. Dem Initiator der Autobahnkirche, der Unternehmer Hartmut Hering, war die Freude über diesen besonderen Tag anzumerken. Er hieß die Festgäste herzlich willkommen. Hering: „Nun kann die Autobahnkirche mit Leben erfüllt werden.“

In einem Trialog der Konfessionen griffen der stellv. Dechant Martin Assauer, Superintendent Peter-Thomas Stuberg und Pastor Marco Stein, FeG Wilnsdorf, Begebenheiten aus dem Leben des Propheten Elia auf und bezogen es auf Psalm 91 Vers 11: „Er hat seinen Engeln befohlen, dich zu behüten auf all deinen Wegen!“ Dieses Psalmwort steht am Eingang der Autobahnkirche.Martin Assauer wünschte, dass die Menschen, die unterwegs sind, in der Autobahnkirche „Speise und Trank“ fänden, innehielten und ankämen bei Gott. „Es braucht manchmal eine Zeit“, so Superintendent Stuberg, „in der man mit Gott rechnet. Gott nimmt das Tempo aus dem Leben raus. Es kann ein langer Lauf zu sich selbst werden. Dazu ist Zeit und Stille vonnöten. Gott schenkt uns beides.“ Pastor Marco Stein: „Jeder, der Gott sucht, wird ihn finden, in der Stille und in der Autobahnkirche.“

Dankbar gaben Ute Pohl, die in Kürze Vorsitzende des Trägervereins werden soll, und Hartmut Hering einen Rückblick über die Entstehung der Kirche. Sie dankten den vielen Spendern für die kleinen und großen Spenden und all denen, die in höchster technischer Qualität das Gebäude errichtet haben. Hartmut Hering dankbar: „Alle Rechnungen können bezahlt werden.“ Ute Pohl zeigte auf, wie es mit der Kirche künftig weitergehen soll. Die Kirche ist 24 Stunden am Tag geöffnet. Wochenschlussandachten sollen regelmäßig angeboten werden und auch kleinere kulturelle Veranstaltungen sowie ökumenische Meditationen. Am 16. Juni ist der Tag der Autobahnkirchen. Die Siegener Autobahnkirche wird sich an diesem Gedenktag erstmals um 14 Uhr mit einer Andacht beteiligen.

Der Trägerverein um Hartmut Hering hat die Aufgabe gesehen und angenommen, die Autobahnkirche zu bauen und zu unterhalten. Hering prägte den Slogan „Unterwegs sein und doch zu Hause.“ Während die Kirchengemeinden als Ortsgemeinden zuständig sind für die Menschen, mit denen sie ständig im Ort leben, wendet sich der Trägerverein mit der Autobahnkirche den Durchreisenden zu und bietet ihnen ein Zuhause für unterwegs.

Die Kirche wirkt von außen auf den ersten Blick alles andere als gefällig und damit besonders auffällig. Sie steht in Konkurrenz zu den anderen Gebäuden auf dem Autohof. Zwei weiße Türme ragen aus einem komplett in Weiß gehaltenen eckigen Bau mit glatten Flächen gleich einem doppelten Fingerzeig gen Himmel. Innen überrascht angenehm eine Kuppel aus hölzernen Waben mit indirekter Beleuchtung. Die einfache Gestaltung des Lichthofes mit Kreuz, Altar und Kerzenhalter wurde im Zuge der Einweihung ergänzt durch eine Bibel, eine Kerze und vor allem das Anliegenbuch. Hierein können Besucher des Gotteshauses ihre Gebete, Klagen, Hoffnungen oder Wünsche zu Papier bringen.

„Eine Kirche zu bauen ist für einen Architekten das Größte.“ Michael Schumacher vom Architektenbüro schneider+schumacher aus Frankfurt am Main nahm diesen Auftrag an und schuf eine weiße Kirche. Schumacher: „Es war mir ein Anliegen, etwas Schönes und Gutes zu schaffen“.
Barbara Lambrecht-Schadeberg, eine der Sponsoren, bezog sich in ihrer kurzen Rede auf die Tageslosung der Herrenhuter Brüdergemeine mit den Worten: „Gott hat es vollbracht. Er segne es und uns alle.“
Nach den Gastreden von Bürgermeisterin Christa Schuppler, Landrat Paul Breuer und Dr. Georg Hofmeister von der Pax Bruderhilfe formierte sich die Prozession zur Kirche. Das Bach-Chor-Ensemble unter dem Dirigat von KMD Ulrich Stötzel und Peter Scholl am Piano, das den Festakt musikalisch gestaltete, sang abschließend den irischen Reisesegen: „Der Herr geht vor dir her und zeigt dir den Weg.“
kp

Text zum Bild: (Fotos Karlfried Petri)

Foto oben:
In einer Prozession wurden vom Festzelt eine Bibel, die Altarkerze, das Anliegenbuch und ein Opferlicht in die Kirche gebracht.Im Bild von links: Ute Pohl, Barbara Lambrecht-Schadeberg, Friedhelm Loh, Michael Schumacher, Hartmut Hering, Hanneliese Hering, Marco Stein, Martin Assauer und Peter-Thomas Stuberg.

Das Initiatorenehepaar Hanneliese und Hartmut Hering vor dem Altar.


Altarraum der Autobahnkirche

Durch Wind und Regen ging es vom Festzelt zur benachbarten Autobahnkirche.
Im Bild von links: Pastor Marco Stein, Superintendent Peter-Thomas Stuberg und der stellv. Dechant Martin Assauer.


Im übervollen Festzelt findet die Einweihungsfeier mit einem abwechslungsreichen Programm statt.

 

Die Autobahnkirche von außen.


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