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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Neue Hochwasserhilfe für Grimma
Jens Achenbach sammelt Spenden

Hochwasserhilfe Grimma
26.07.2013 10:59

Auch wenn die Meldungen über die verheerenden Folgen des Hochwassers im Juni dieses Jahres in Bayern und im Osten die Medien nicht mehr beherrschen, die betroffenen Menschen in den Gebieten wissen nach wie vor kaum, wie sie ihre Existenz wieder aufbauen sollen. So auch in der Kreisstadt Grimma im Landkreis Leipzig in Sachsen. In der Stadt mit 15.000 Einwohnern hat das Hochwasser der Mulde wieder verheerende Schäden in der Innenstadt angerichtet. Ähnlich wie vor 11 Jahren. Damals hatte der Ferndorfer Jens Achenbach die große Not im Fernsehen verfolgt und spontan eine gewaltige Hilfsaktion im Siegerland auf die Beine gestellt. Jetzt will der 49-jährige Presbyter der Kirchengemeinde seine Kontakte und Freundschaften von damals nutzen und erneut eine Hilfsaktion ins Leben rufen: Aktion JahrHundertHochWasser 2013. Die evangelische Kirchengemeinde Ferndorf hat ihre Unterstützung und Schirmherrschaft zugesagt.
In einem Pressegespräch erläuterte Achenbach die Situation in Grimma. Der Flutpegel sei zwar diesmal etwas niedriger gewesen als vor 11 Jahren, die Schäden aber wieder gewaltig. Bilder von verwüsteten Wohnungen, einer nicht mehr nutzbaren Pizzeria, einer Apotheke, die aufgegeben wird, zeigen etwas von der schrecklichen Situation. Jens Achenbach: „Die Häuser waren nach der Katastrophe 2002 wieder instand gesetzt worden. Mit hohen Kosten. Jetzt ist wieder alles dahin. Wieder hat es den Stadtkern betroffen.“
Elementarversicherungen, so Jens Achenbach, hätten nach 2002 Verträge gekündigt oder aber die Prämien so erhöht, dass sie nach 2002 nicht mehr bezahlbar seien.
Zu spät hat man in Grimma mit dem Hochwasserschutz begonnen. Eine hohe Betonmauer mit Stahltoren sollte die Innenstadt Grimmas vor der dicht vorbei fließenden Mulde schützen. Diesmal konnte sie ihren Schutz noch nicht bieten. Sie war noch nicht fertig. Selbst eins der Stahltore wurde von den Wassermaßen weggerissen, so Achenbach. Im Juni ist Jens Achenbach nach Grimma gefahren und hat sich die Situation vor Ort angesehen. Dabei hat er auch nach Möglichkeiten Ausschau gehalten, wo Sachspenden gelagert werden können.
2002, so erinnert sich der Ferndorfer Presbyter, sei die Hilfsbereitschaft enorm gewesen. An 28 Wochenenden sei er mit Freunden unterwegs gewesen. Bis zu fünf Sattelzüge pro Wochenende, voll mit Hilfsgütern und Baumaterialien beladen, seien damals aus dem Siegerland nach Grimma gefahren. Speditionen hätten LKW kostenlos zur Verfügung gestellt und nicht selten auch das Benzin bezahlt. Der Sachwert der gespendeten Möbel und Baustoffe hätte etwa 100.000 Euro betragen. Hinzugekommen seien 22.000 Euro Barspenden. Etwa 20 ehrenamtliche Helfer hätten ihm zur Seite gestanden. Ohne die hätten die Sattelzüge nicht beladen werden können. Die gesamte Hilfsaktion damals sei komplett ehrenamtlich durchgeführt worden. Von der Stadt Grimma wurde damals Jens Achenbach der Hilfsorden der Stadt verliehen.
Der Ferndorfer Presbyter hofft, auch diesmal wieder durch die Spendenbereitschaft der Siegerländer, den von großer Not betroffenen Menschen in Grimma helfen zu können.
Achenbach: „Es ist geplant, mit gezielten Projekten Unterstützung zu bieten. Dieses kann sowohl in Form von Sachspenden wie Kühlschränke, Gefrierschränke, Kücheneinrichtungen, Büromöbel oder Gastronomieeinrichtungen erfolgen als auch vor allem mit Geldspenden. Es wird jede Art von Hilfe gebraucht.“ Gebraucht werden aber auch Menschen, die breit sind, Sachspenden zu verladen, und Unternehmen, die die erforderlichen LKW zur Verfügung stellen. Interessenten können sich an Jens Achenbach wenden: Tel.: 02732/596283, Mobil: 0170/6388756.

Spendenkonto: (Bankverbindung der Ev. Kirchengemeinde Ferndorf) Sparkasse Siegen, Konto: 120 138 01, Bankleitzahl: 460 500 01, Stichwort: Grimma
kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)

Foto oben: Im Gemeindehaus Ferndorf informiert Jens Achenbach über seine geplante Hochwasserhilfe für Grimma.

Foto privat: Eine Pizzeria ist zerstört. Die Existenzgrundlage des Inhabers vernichtet.

Foto privat: Die Betonmauer konnte noch nicht schützen. Sie war noch nicht fertig.


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