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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Nie mehr?
Ostergarten zieht aus dem Bunker Höhstraße aus
Siegener Kirchengemeinden suchen neue Räume

Der Ostergarten verlässt den Bunker
26.07.2013 11:05

Ein Dachdeckerwagen mit Anhänger rangiert vor dem Bunker Höhstraße in der Siegener Oberstadt nahe dem Zugang zum Oberen Schloss. Fleißige Mitarbeitende rund um Gemeindepädagogin Juliane Hees-Kolb haben im Bunker kräftig aufgeräumt und die vielen Teile des Ostergartens in Kisten und Tüten verpackt. Balken, Bretter, eine Türe und Deko-Material stehen herum. Kaltes Neonlicht verbreitet seine Unwirklichkeit in den feucht riechenden Gängen des Luftschutzbunkers, der im Zweiten Weltkrieg Leben rettete.Hier fand seit 2006 der Siegener Ostergarten statt. Die biblischen Berichte über den Tod und die Auferstehung Jesu wurden in Szene gesetzt. Viele Besuchende mitten drin. Tausende von Menschen ließen sich in der Passionszeit darauf ein, und erlebten die Geschichten mit allen Sinnen. Schulklassen, Jugendgruppen, Männerkreise, Frauenhilfsgruppen nutzen gerne das Angebot. Ausgebildete Konfirmandinnen und Konfirmanden führten die Gruppen durch die gestalteten Bunkerräume. Schon zu Beginn eines Jahres erreichten immer wieder Anfragen das Öffentlichkeitsreferates im Evangelischen Kirchenkreis Siegen: „Wann findet in diesem Jahr der Ostergarten im Bunker statt?“

Im Bunker Höhstraße wird es leider keinen Ostergarten mehr geben. Eine Brandschau ergab, dass die notwendigen Fluchtwege und Brandschutzvorkehrungen nicht vorhanden sind und nur mit Kosten in Höhe von ca. 30.000 Euro nachgerüstet werden können. Das war das Aus für den Ostergarten im Bunker Höhstraße.

Hees-Kolb: „Wir sind traurig, dass es hier nicht mehr weitergeht. Wir haben aber Verständnis für die Brandschutzforderungen. Sicherheit muss sein.“Jetzt suchen die Mitarbeitenden der Kirchengemeinden nach neuen Räumlichkeiten. Die Requisiten sind da, das Konzept steht, die Technik ist vorhanden und auch die erforderlichen Mitarbeitenden stehen zur Verfügung. Ganz zu schweigen von den reichhaltigen Erfahrungen der vergangenen Führungen. Juliane Hees-Kolb: „Vielleicht gibt es in Siegen eine leer stehende Fabrik oder ein Haus, wo wir unseren Ostergarten aufbauen können.“ Die Gemeindepädagogin ist für Hinweise dankbar: Tel.: 0271/64235.

Etliche der im Bunker eingelagerten Materialien können nicht mehr verwendet werden. Sie landen auf der Müllhalde. Was noch brauchbar ist, wird im Keller eines Pfarrhauses gelagert.
Vollbepackt fährt das Dachdeckerfahrzeug mit Anhänger durch die neu geteerte Höhstraße in der Siegener Oberstadt. Juliane Hees-Kolb schließt die Außentüre des Bunkers zu – für immer. Vielleicht, so die Gemeindepädagogin, öffnet sich an anderem Ort einen andere Türe.
kp

Text zum Bild: (Fotos Karlfried Petri)

Foto oben:
Gemeindepädagogin Juliane Hees-Kolb an der Bunkertüre. Sie würde sich sehr freuen, wenn es einen anderen Ort in Siegen gäbe, wo es als Teil eines neuen Ostergartens wieder aufgebaut werden könnte.

Gemeindepädagogin Juliane Hees-Kolb trägt das Kreuz aus dem Bunker. Sie würde sich sehr freuen, wenn es einen anderen Ort in Siegen gäbe, wo es als Teil eines neuen Ostergartens wieder aufgebaut werden könnte.



Im Auferstehungsgarten brennt nur noch das gelbe Licht des Sonnenaufgangs. Die Holzschnipsel sind in Mülltüten verpackt.


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