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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Kreissynode Ferndorf II
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08.12.2003 17:07
Sparen: „Prinzip Rasenmäher“ oder „Reduzierung auf das Kerngeschäft“Finanzdiskussion im KirchenkreisObwohl über den Haushalt des kommenden Jahres noch nicht beraten wurde, verlässliche Eckdaten lagen noch nicht vor, beschäftigten die Finanzen des Kirchenkreises die über 160 stimmberechtigten Synodalen im Ferndorfer Gemeindehaus. Zwei Grundfragen bestimmten die Diskussionen: Wie stark werden die Finanzeinbrüche sein? Welche Arbeitsfelder können wir künftig noch bestellen? Wie berechtigt die Fragen sind, und dass es ans Eingemachte geht, machten Finanzausschussvorsitzender Friedhelm Knipp und Verwaltungsleiter Hartmut Menzel deutlich. Nicht nur rapide sinkende Kirchensteuereinnahmen prognostizieren die Finanzexperten auf Landeskirchenebene, auch die Landeszuschüsse fließen weit knapper als bisher. Betroffen von den Sparmaßnahmen des Landes sind die Jugendarbeit in den Kirchengemeinden und im Kirchenkreis, die Familienbildungsstätte, die Kreativwerkstatt, das Evangelische Gymnasium, die Ehe-, Familien- und Lebensberatung und nicht zuletzt die Tageseinrichtungen für Kinder, von denen im Kirchenkreis 57 unterhalten werden. Über 1,5 Mio Euro fehlen 2004 allein im Kirchenkreissäckel. Bei einer Kirchensteuerzuweisung von rund 10 Mio. Euro macht das 15 % aus. Das ist für den Kirchenkreis keine Lappalie. Als sich die Situation Ende September abzeichnete, hat der Kreissynodalvorstand sofort reagiert und einen Einstellungsstopp verhängt, eine Stellenbesetzungssperre ausgesprochen und einen Investitionsstopp festgelegt. Es dürfen derzeit keine Ausgaben ohne gesetzliche oder vertragliche Verpflichtung vorgenommen werden. Die kirchlichen Mitarbeitenden erhalten keine KFZ-Darlehen und keine Arbeitgeber-Baudarlehen mehr.Wurden in diesem Jahr 420 Mio Euro Kirchensteuereinnahmen von der westfälischen Landeskirche veranschlagt, sind es für 2004 nur noch 400 Mio. Euro. Kostensteigerungen tun ihr Übriges. Ein triftiger Grund im Kirchenkreis und in den 30 Kirchengemeinden die Bleistifte noch spitzer zu spitzen als bisher. Alle Ausgaben und damit Arbeitsgebiete stehen auf dem Prüfstand.Erste Überlegungen wurden in Arbeitsgruppen angestellt. Rasenmäherprinzip, also für alle gleichermaßen weniger, oder volle Konzentration auf das Wesentliche waren denn auch die beiden Pole, zwischen denen in den Workshops die Gedanken der Synodalen pendelten. Welche Aufgaben sind für die Kirche wichtig? Können neue Finanzquellen erschlossen werden? Wie sehen Visionen für die zukünftige Arbeit im Kirchenkreis aus? Keine einfachen Fragen für einen Mittwochnachmittag. Tendenzen wurden deutlich. Kein Rasenmäherprinzip soll alles gleichermaßen kürzen. Alles soll dagegen auf den Prüfstand. Die wesentlichen Aufgaben der Kirche sollen herausgearbeitet und in eine Prioritätenliste eingefügt werden. Eine Finanzarbeitsgruppe wurde gebildet, die eine mittelfristige Finanzplanung neu erstellt, in die die Beratungsergebnisse der Arbeitsgruppen einfließen. Und das alles vor der Sondersynode, die am 17. März 2004 die künftigen Arbeitsschwerpunkte bestimmt und der der Sparhaushalt für 2004 zur Beratung und Beschlussfassung vorliegt. Fest steht aber schon jetzt: Betriebsbedingte Kündigungen sollen möglichst vermieden werden. Die Maßstäbe, mit denen die Kirche im Arbeitsleben misst, muss sie auch an sich selbst anlegen. Und das Leitbild des Kirchenkreises wird vermutlich eine erste Bewährungsprobe zu bestehen haben.kpVerbesserte Zusammenarbeit im Kirchenkreis angestrebtErstaunt waren die Synodalen der Kreissynode jetzt im Ferndorfer Gemeindehaus, als sie vom Beratungsunternehmen Lieschke Consulting aus Hamburg erfuhren, dass im Kirchenkreis Siegen 39 Gremien eingerichtet sind, die Beratungs- und Entscheidungsarbeit leisten. Über 6300 Personenstunden kommen da im Jahr zusammen. Dies entspricht einem Personalaufwand von vier Vollzeitstellen. Zusätzlich wurden 49 Referate, Einrichtungen und Beauftragungen gezählt, die in unterschiedlichen Beziehungsgeflechten mit dem Kreissynodalvorstand (KSV) verbunden sind. Die 30 Kirchengemeinden und ihre Einrichtungen und Ausschüsse sind noch nicht mitgezählt. Dass da kaum noch jemand den Überblick behalten kann, wurde überdeutlich. Vermutet hatte man das schon lange. Daher hatte die Kreissynode im Sommer 2002 beschlossen, die Unternehmensberatung Lieschke Consulting zu beauftragen, eine Analyse der zahlreichen Ausschüsse und Gremien sowie kreiskirchlichen Dienststellen zu erarbeiten.In vier Phasen untersucht die auswärtige Firma den Kirchenkreis. Zunächst wurden Daten gesammelt, die es zu analysieren galt. Daraus wird ab Januar 2004 ein Konzept erarbeitet, wie in Zukunft zwischen dem KSV, den synodalen Ausschüssen, den Beauftragten der Kreissynode, der Superintendentur, dem Kreiskirchenamt Siegen/Wittgenstein, den Referaten des Kirchenkreises und den 30 Gemeinden die Zusammenarbeit gestaltet und Verantwortlichkeiten festgelegt werden können. Mit der Umsetzung soll ab März 2004 begonnen werden.Wohin es gehen könnte, wurde ansatzweise schon deutlich. Die Anzahl der Anlässe, Anfragen und Anträge ist zu umfangreich für den KSV. Daher sind Delegation von Aufgaben und Verantwortlichkeiten an Ausschüsse vonnöten, klar formulierte Zielsetzungen und Anforderungen müssen erarbeitet werden, Bündelung von Ausschüssen sowie transparentere Entscheidungswege tun ihr übriges. Darüber hinaus könnte die Beschlussvor- und -nachbereitung durch eine Geschäftsführung der Ausschüsse sichergestellt werden.Die Planungen sehen vor, das endgültige Ergebniss des Beratungsprozesses auf der Sommersynode 2004 vorzulegen.kp

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