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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Kreissynode Siegen
Bericht des Superintendenten
Grußwort des Bürgermeisters Steffen Mues
Kreiskirchentag 2017

Superintendent Peter-Thomas Stuberg
28.11.2013 15:59

Superintendent Peter-Thomas Stuberg hebt in seinem Synodenbericht die Öffentlichkeit der Kirche hervor.


Bericht des Superintendent

Evangelischer Kirchenkreis Siegen als öffentliche Einrichtung in der Zivilgesellschaft

Eine offene und öffentliche Kirche war der rote Faden des Berichtes des Superintendenten Peter-Thomas Stuberg auf der Kreissynode Siegen, die am 27. November 2013 in der CVJM-Jugendbildungsstätte Wilgersdorf tagte. Er ging ein auf die Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Magharibi in Tansania. In diesem Jahr fand im Sommer ein Besuch einer Siegener Delegation in Afrika statt. Stuberg: „Wir spüren die guten Spuren der Partnerschaft aus Kirchengemeinden und dem Kirchenkreis deutlich.“ Er skizzierte die Höhepunkte des übervollen dreiwöchigen Besuchsprogramms. Kirche scheine eine Gegenwelt zum lastenden Alltag. Von 600 Gemeindegliedern besuchten 400 den Gottesdienst. Es sei das Fest der Woche. Stuberg: „Glaube ist hier existenziell, trägt das Leben. ... Über Musik und Liedertexte lernen schon kleinste Kinder zu glauben. Gebete durchwachsen ständig den Alltag: beim Autofahren, Essen und zum Tagesschluss. Diese schwer zu beschreibende Lebendigkeit, diese geistliche Vitalität ist der geheimnisvolle Reichtum unserer Geschwister.“ Die Partnerschaft ist darum für den Superintendenten weder Folklore noch darf sie sich allein auf der Oberfläche von Geldtransfers von hier nach dort erschöpfen. Sie ist nach seiner Sicht Begegnung von Menschen aus verschiedenen Gesellschaften und doch im gemeinsamen Zeugnis des Glaubens verbunden. Stuberg: „Wir teilen uns unsere Sicht des Lebens im Glauben mit und nehmen Anteil aneinander. Für uns heißt das: Jesus Christus anders kennen lernen, bekannt und doch fremdartig neu, unter anderen Lebensbedingungen – das ist die Chance solcher Begegnungen.“

Der Superintendent fragte nach der Bedeutung der Kirchen in der Öffentlichkeit und damit auch, welchen gesellschaftlichen Herausforderungen sich die Kirchen heute stellten. Er benennt ein Gutachten der Bertelsmann-Stiftung (Organisationsformen des Glaubens. Kirchliche Strukturen vor den Herausforderungen gesellschaftlichen Wandels) zu der Frage nach der künftigen Bedeutung der Kirchen in Deutschland.  Hier wird weder der Staat noch die politische Gesellschaft, sondern die Zivilgesellschaft als öffentlicher Ort des kirchlichen Engagements benannt, wolle die Kirche nicht zu einer reinen Privatangelegenheit verkommen. Er berichtet von einer ökumenischen Pfarrkonferenz im Juni dieses Jahres, wo der Frage nach der gegenwärtigen und zukünftigen Bedeutung der Kirchen in der Öffentlichkeit nachgegangen worden sei. Dort sei die Erzählung von Paulus auf dem Areopag betrachtet worden. Stuberg: „Erleben wir uns als Kirche nicht ähnlich? Wir befinden uns auf dem „Marktplatz“ der verschiedenen Lebensentwürfe und sind umgeben von verschiedenen modernen götterartigen Leitfiguren für das Leben.“ Hier tritt Paulus mit dem Risiko der Nichtbeachtung auf den Markt und erklärt, wer der „unbekannte Gott“ der Menschen ist; die Leerstelle in der Gesellschaft, ein Sehnsuchtspunkt, der da ist, aber den Menschen nicht in Worte fassen können.“

Die Hauptvorlage der Evangelischen Kirche von Westfalen „Familien heute“ kennzeichnet eine öffentliche Herausforderung, der sich die Kirche stellt. Hier würden gesellschaftliche Veränderungen aufgegriffen, die ihren Ausdruck finden im Bereich der alternativen Lebensformen im Verhältnis zur klassischen Familie. Die Angebote der Kirche richteten sich auf die überwiegende Mehrzahl der familialen Lebensentwürfe. Sie entsprächen in Gemeinden, Kindertageseinrichtungen und unserer Schule vielfach auch der statistischen Wirklichkeit: 72 % aller Familienformen lebten nach Darstellung des Statistischen Bundesamtes als Mutter, Vater mit einem oder mehreren minderjährigen Kindern zusammen. Stuberg: „Diese Familienform wollen wir nach wie vor unterstützen, für sie werben und uns für sie stark machen.“ Daneben hätten Menschen aber verständliche Gründe, warum sie ihr Zusammenleben auch in anderen Lebensformen organisierten. Diese gelte es ebenso zu verstehen und sie nicht einfach zu ignorieren oder gar zu diskreditieren. Menschen, die in Patchworkfamilien lebten, alleinerziehend seien oder verbindlich mit einem Partner, kinderlose alte Ehepaare, Großeltern mit Enkeln, unverheiratete Geschwister, ihnen allen gelte die Zuwendung Gottes in Wort und Sakrament in gleicher Weise wie allen anderen. Der Superintendent zitierte die Präses Kurschus: „Mit der Art, wie wir Familie verstehen, Familie definieren und Familie leben, steht nicht unser Christsein auf dem Spiel – erst recht nicht entscheidet sich hieran das Urteil Gottes über uns.“ Den Geist der biblischen Gebote des Einstehens füreinander und des verlässlichen Sorgens umeinander lasse sich innerhalb wie außerhalb der Ehe finden. Der Superintendent riet, sorgsam mit der Sprache umzugehen, wenn beispielsweise zu einer Familienfreizeit eingeladen würde, ein Familiengottesdienst zu bewerben sei oder bei einem Gemeindefest besonders junge Familien angesprochen werden sollten.

Im weiteren Vorgehen der Beratung dieses Themas wird die Landessynode ihre Beratungsergebnisse und Beschlussvorlagen zur weiteren Stellungsnahme in die Gemeinden und Einrichtungen geben. Diese fließen in den landeskirchlichen Abschlussbericht 2014 ein.

Stuberg ging auch auf die ersten Schritte des Strukturprozesses im Kirchenkreis Siegen mit der kryptischen Bezeichnung „Ev. KK SI 2025“ ein. In der diesjährigen Sommersynode wurde der Prozess beschlossen. Es ist die Gestaltung der erwarteten Veränderungen bis zum Jahre 2025. In den nächsten 12 Jahren werden zum Kirchenkreis Siegen weniger Menschen gehören, weniger Pfarrerinnen und Pfarrer ihren Dienst tun und auch weniger Geld verfügbar sein. Peter-Thomas Stuberg: „Die strukturellen Antworten, die wir hierauf suchen, müssen ebenso nüchtern – organisatorisch wie biblisch – theologisch begründet werden. Für den Superintendenten darf der innere Antrieb nicht einseitig in der Herrschaft des Rotstiftes liegen. Der innere Antrieb „stellt sich uns aus Jesu Ruf: Folge mir nach! Für unsere Zukunft gilt: Einen anderen Grund kann niemand legen, außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus (1. Korinther 3, 11). … Auch wir können maßvoll und ohne Angst diese veränderte Gestalt der Kirche neu finden.“ Bei seinen Besuchen in den Presbyterien habe er gemerkt, dass die Leitungsverantwortlichen hierfür eine große Aufmerksamkeit und eine grundsätzliche Bereitschaft zur Veränderung mitbrächten.

kp

Den kompletten Bericht finden Sie hier.


Bürgermeister Seffen Mues grüßte die Synodalen

Evangelische Kirche ein verlässlicher Partner

Es gibt etliche Themen, die die Kirchen und Kommunen gleichermaßen bewegen. Siegens Bürgermeister Steffen Mues nannte in seinem Grußwort an die 132 Synodalen beispielhaft die Kindergärten, die Schulen, die Kinder und Jugendlichen sowie die Menschen in schwierigen Lebenslagen. In der Stadt Siegen sollten Kinder die bestmögliche Betreuung erhalten. Für jedes Kind stehe in der Stadt Siegen ein Platz zur Verfügung. Damit lasse Siegen die Eltern nicht allein. Manche Eltern seien auf Kinderbetreuung zwingend angewiesen, da für sie Kinder und Beruf vereinbart werden müssen. In der Kinderbetreuung sei die Evangelische Kirche ein verlässlicher Partner. Der Bürgermeister machte auf die sozialverträglichen Kita-Elternbeiträge in Siegen aufmerksam. Mues im Hinblick auf die sehr angespannte Haushaltslage der Stadt Siegen: „Familienförderung und Bildung sollen auch in Zukunft in Siegen möglichst stark gefördert werden.“

Die Herausforderungen der Kommunen und der Kirche sind ähnlich, wenn es um die demografische Entwicklung geht. Mit weniger Geld müssten Gebäude und Dienstleistungen vorgehalten werden, getragen von immer weniger Menschen, die dieses Geld aufbringen müssten. Mues: „Es gehört Mut dazu, Prioritäten zu setzen, Diskussionen und Widerstände auszuhalten.“

kp

Text zum Bild: (Foto Karlfried Petri)

Siegens Bürgermeister Steffen Mues bei seinem Grußwort an die Synodalen in der CVJM-Jugendbildungsstätte in Wilgersdorf.


Kreiskirchentag 2017

Am 1. und/oder 2. Juli 2017 soll ein Kreiskirchentag gefeiert werden. Dies beschloss die Kreissynode Siegen. In den kommenden Jahren soll zur Finanzierung des Festes jeweils ein Teilbetrag angespart werden. Vor fast 500 Jahren veröffentlichte Martin Luther seine 95 Thesen. Damit brachte er einen Stein ins Rollen, der in der Geschichte bis heute nachwirkt. Dies solle, so Superintendent Stuberg, angemessen gefeiert werden. Dies könne geschehen im selbstkritischen Dialog mit den Menschen, im ökumenischen Geist und öffentlich wahrnehmbar.

kp


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