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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

Finanzen im Kirchenkreis Siegen
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19.03.2004 10:58
Mittelfristige Finanzplanung in Angriff genommen Zwei Gremien bereiten Synodenbeschluss vor Eine schwere und schmerzliche Prozedur kommt in diesem Jahr auf den Kirchenkreis Siegen zu. 10 % der bisherigen Haushaltsmittel eines Jahres des Kirchenkreises, die Pfarrbesoldung nicht mitgerechnet, so Superintendent Friedemann Hillnhütter, müssten eingespart werden. Und das nicht nur einmalig für ein Jahr, sondern – davon gingen alle Fachleute aus –, auf Dauer. Wie soll das erreicht werden? Mit dieser Fragestellung soll sich ein Gremium auseinandersetzen, das aus Mitgliedern des Kreissynodalausschusses, des Finanzausschusses und der Verwaltung zusammengesetzt ist. Das hatte die Synode auf ihrer Dezembersitzung in Ferndorf beschlossen. Ein Fragebogen mit den derzeitigen 31 Arbeitsbereichen des Kirchenkreises wurde erstellt und den Synodalen zugeschickt. Die sollten in einer Rangordnung nach Punkten darlegen, welche Aufgabenbereiche sie für die wichtigen halten. 112 Fragebögen sind zwischenzeitlich eingegangen und ausgewertet worden. Deutlich wurde, dass die Synodalen beispielsweise der Krankenhausseelsorge, der Telefonseelsorge, der Geistlichen Aufsicht (Superintendentur), der Kreiskirchlichen Verwaltung oder der Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle einen hohen Stellenwert beimessen. „Die Ergebnisse der Befragung machen mir deutlich“, so der Superintendent, „dass wir auch eine inhaltliche, eine theologische Priorisierung unserer Arbeitsfelder brauchen.“ Daher regte er an, auch aufgrund der an ihn herangetragenen Kommentare, Anregungen und Vorschläge an, den Theologischen Ausschuss in die Beratung mit einzubinden. Aus finanztechnischer Sicht erläutere Verwaltungsleiter Hartmut Menzel die Sachlage. Oberstes Ziel sei, den Haushalt künftig ohne Rücklagenentnahme auszugleichen, um Handlungsspielräume für die Zukunft zu erhalten. 1,5 Mio € müssen eingespart werden. Vertragliche, gesetzliche und tarifvertragliche Bindungen seien dabei zu beachten. Ein großer Aufgabenblock sind die Tageseinrichtungen für Kinder. In dieser Arbeit werden erhebliche Finanzmittel bewirtschaftet. Gesetzliche und vertragliche Bindungen betreffen auch das Evangelische Gymnasium. Menzel: „Zur Unterhaltung des Evangelischen Gymnasiums muss ein höherer Beitrag der Landeskirche eingefordert werden, damit das Gymnasium auf gesicherter Grundlage fortgeführt werden kann.“ Die Schere zwischen steigenden Ausgaben und rückläufigen Einnahmen muss geschlossen werden, um nach der Finanzplanung wieder festeren Boden unter die Füße zu bekommen. Einen Antrag des Ausschusses für Seelsorge und Beratung zur mittelfristigen Finanzplanung brachte Pfarrer Rolf-Christian Wangemann in die Diskussion ein. Daten und Informationen, die die Aufgaben und Dienste des Kirchenkreises in ihrer Entwicklung und nach den Inhalten würdigten, seien erforderlich, um zu einer fairen und sachorientierten Auseinandersetzung beizutragen. 16 Bewertungskriterien hatte der Ausschuss ausgearbeitet. Die Synode beauftragte die Arbeitsgruppe „Mittelfristige Finanzplanung“ auf der Grundlage der vorliegenden Ergebnisse, einen Vorschlag mit dem Ziel des Haushaltsausgleichs zu erarbeiten. Gleichzeitig beauftragte die Synode den Theologischen Ausschuss, eine Priorisierung unter Berücksichtigung des Antrages des Ausschusses für Seelsorge und Beratung vorzubereiten. kp Haushalt des Kirchenkreises 2004 beschlossen Entnahme aus der Rücklage nötig Der Haushalt für 2004 steht. Es kann im Kirchenkreis und den Gemeinden weiter gewirtschaftet werden, wenn auch unter erschwerten Bedingungen. Die Talfahrt der Wirtschaft in den letzten Monaten geht an der Kirchensteuereinnahme nicht spurlos vorbei. Zwar wurden im vergangenen Jahr noch mehr Einnahmen erzielt als geschätzt, für den Kirchenkreis Siegen machte dies rd. 255.000 € aus und reduzierte damit die schon im vergangenen Jahr erforderliche Rücklagenentnahme von rd. 600.000 €. 110.000 € wurden durch Minderausgaben eingespart. In diesem Jahr ist die Haushaltslage noch angespannter. Um einen ausgeglichenen Haushalt beschließen zu können, mussten rd. 1,5 Mio. € aus der Rücklage und anderen Haushaltstöpfen finanziert werden. Das soll im nächsten Jahr nicht mehr möglich sein. Bis dahin müssen die Aufgaben und Ausgaben im Kirchenkreis und den Kirchengemeinden reduziert und neu geordnet werden. In diesem Jahr erhalten die Kirchengemeinden für die rund 142.000 Kirchenglieder 37,50 € je Gemeindeglied, konnte Finanzausschussvorsitzender Friedhelm Knipp auf der Kreissynode erläutern. Die Eigenbelastungen für die Kirchengemeinden, die Kindertageseinrichtungen unterhalten, steigen um 1.916 € je Gruppe. Knipp: „Durch den Rückgang der Kinderzahlen in der Bevölkerung sind in den nächsten Jahren Gruppenschließungen unausweichlich. Dies bedeutet auch Personalabbau.“ Für Gemeinden mit eigenen Jugendreferentinnen und Jugendreferenten gilt das gleiche Problem. Etliche Kirchengemeinden können diese hauptamtlichen Mitarbeitenden nicht mehr finanzieren. Daher wird in beiden Aufgabenbereichen über einen Verbund nachgedacht. Der Kirchenkreis wird dann Anstellungsträger. Betriebsbedingte Kündigungen will man so durch Versetzungen vermeiden. Manche Einschnitte, so der Finanzausschussvorsitzende, sind schmerzlich. Um 1,150 Mio € einzusparen, müssten alle Referate, Einrichtungen und Gemeinden zusammenstehen. Nach kurzer Beratung wurde der Haushaltsplan des Kirchenkreises Siegen in Einnahme und Ausgabe auf je 23.299.300 € mit großer Mehrheit festgestellt. Dem Kreiskirchenamt Siegen/Wittgenstein stehen 2.336.000 € zur Verfügung und dem Evangelischen Gymnasium Weidenau 4.599.634 €. kp Text zum Bild (Foto: Karlfried Petri) Einen breiten Raum nahmen die Finanzberatungen auf der vergangenen Kreissynode ein, die in der CVJM-Jugendbildungsgstätte in Wilgersdorf tagte

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