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Ev. Kirchenkreis Siegen - Nachrichten

20 Jahre im Dienst der Menschlichkeit
Evangelisches Hospiz Siegerland feierte in der Erlöserkirche Winchenbach

27.05.2015 14:09

Siegen. In seinen Anfängen als „Sterbehaus“ betitelt, ist das Evangelische Hospiz Siegerland heute eine wertvolle und unverzichtbare Einrichtung für die Region. In diesem wichtigen Dienst, stehen der Mensch und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt – seit 20 Jahren. Mit 100 Gästen feierten Träger, Einrichtungsleiter und Mitarbeiter das 20-jährige Bestehen in der Erlöserkirche in der Winchenbach in Siegen. Die Feierstunde war nicht nur Anlass einen Blick auf die Geschichte des Hospizes zu werfen, sondern vor allem den Menschen zu danken, die sich in den vergangenen Jahren für Gäste und Einrichtung einsetzten.

Am 9. April 1995 eröffnete das Hospiz als eine der ersten 25 stationären Einrichtungen in Deutschland. Der diakonische Gedanke, den Menschen von seiner Geburt bis zu seinem Tod zu begleiten, bekräftigte den ehemaligen Diakonie-Geschäftsführer Otto Mack in seinem Entschluss, die Einrichtung auf den Weg zu bringen. Menschen, die unheilbar erkrankt sind, sollten einen Ort erhalten, an dem sie in Würde und selbstbestimmt bis zum letzten Tag leben können.

Pfarrer Thomas Weiß eröffnete die Feier. Der Vorsitzende des Fördervereins und Diakonie-Beauftragte dankte im Namen des Trägers, dem Diakonischen Werk im Evangelischen Kirchenkreis Siegen, den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie Unterstützern für ihr Wirken. „Hospizarbeit bedeutet, den Menschen auf seinem schweren Weg zu begleiten, ihm Kraft zu geben, wenn sein Boden ins Wanken gerät, Seite an Seite zu gehen, bis zuletzt. Sie ist Dienst am Menschen und somit selbst ein Dienst Gottes.“ Mit der Eröffnung vor 20 Jahren setzte der Evangelische Krankenhausverein Siegerland als Träger einen Grundstein für einen menschlicheren und offeneren Umgang mit dem Leben und dem Tod. Im ehemaligen Schwesternwohnheim am Diakonie-Klinikum Jung-Stilling in der Wichernstraße wurde eine Etage umgebaut und mit acht Zimmern ausgestattet. 2012 wurde der Neubau in unmittelbarer Nachbarschaft des Altbaus eröffnet. In den hellen, freundlichen und modernen Räumen können acht Gäste beherbergt werden. Doch aus der Bevölkerung ertönten anfangs auch skeptische Stimmen. „Das Hospiz hatte den Ruf, ein Sterbehaus zu sein. Nachdem immer mehr Menschen eigene Erfahrungen sammelten und diese an Angehörige und Bekannte weitergaben, wuchs das Verständnis für diese wichtige und verantwortungsvolle Arbeit“, erzählte Hospizleiter Burkhard Kölsch. In seinem Grußwort bezeichnete Siegens Bürgermeister Steffen Mues das Hospiz als einen wertvollen Ort für den Siegener Raum, dessen Konzept weiter ausgebaut und in den Köpfen der Menschen verankert werden müsse. Dabei vergaß er auch nicht die besondere Leistung der Mitarbeiter hervorzuheben. „Was sie tagtäglich für Gäste und ihre Angehörigen leisten verdient größte Anerkennung. Ich wünsche Ihnen, dass sie aus den positiven Erlebnissen Kraft schöpfen, Gästen und Angehörigen beizustehen.“

Neben der medizinischen und pflegerischen Versorgung stehen für Burkhard Kölsch, seine 12 haupt- und 20 ehrenamtlichen Mitarbeiter die individuellen Bedürfnisse der Menschen im Vordergrund. „Wir müssen die Gewohnheiten, Ängste und Nöte der Menschen erkennen. Ihnen zuhören und unsere Zeit schenken“, bekräftigte Kölsch in seiner Ansprache. Sterben sei nicht schön zu reden und für Betroffene und Angehörige eine unvorstellbar schwere Situation, die von Angst und Trauer begleitet sei. „Für unsere Gäste sind Freundlichkeit, menschliche Wärme und das Gefühl angenommen zu werden das Wichtigste.“ Kölsch bedauerte, dass im heutigen Gesundheitssystem immer weniger Zeit für diese Form der Sterbebegleitung bliebe und forderte den Menschen und seine Bedürfnisse nicht aus den Augen zu verlieren. „Ich möchte den Freunden und Förderern für ihre Unterstützung danken. Ohne das Engagement unsere Mitarbeiter und der Bevölkerung wäre diese Arbeit nicht möglich.“

Wer das Hospiz mit einer Spende unterstützen möchte, kann sich informieren unter http://www.diakonie-sw.de/index.php?id=2503.

Diakonie in Südwestfalen

Zum Bild oben: In der Erlöserkirche in der Winchenbach feierten Träger, Einrichtungsleiter, Mitarbeiter und 100 Gäste das 20-jährige Bestehen des Evangelischen Hospiz Siegerland.

 

Hospiz in Siegen

 

Raum der Stille


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